Exklusiv! Netflix enthüllt Cast der neuen Frauen-Serie "Zeit der Geheimnisse"

Frauen voller Geheimnisse, wenig Zeit sich zu versöhnen, bevor es zu spät ist: Corinna Harfouch und Christiane Paul spielen Hauptrollen in der neuen Netflix-Serie "Zeit der Geheimnisse", die Ende 2019 über das Streaming-Portal zu sehen sein wird. Hier verrät Christiane Paul exklusiv im Interview mit BRIGITTE.de, was die neue Serie besonders für Frauen so spannend macht.

YAY, eine brandneue Netflix-Serie! Endlich ist das Geheimnis enthüllt und besonders Frauen können sich jetzt schon sehr auf kuschelig-spannende Fernsehabende Ende des Jahres freuen! Netflix bringt mit "Zeit der Geheimnisse" noch 2019 eine neue Serie an den Start, die fast ausschließlich von Frauen gespielt, geschrieben und inszeniert wird – eine emotionale Weihnachtsgeschichte voller Familiengeheimnisse

Die dreiteilige Serie "Zeit der Geheimnisse" handelt vom emotionalen und unberechenbaren Weihnachtsfest einer Familie an drei verschiedenen Momenten der letzten drei Jahrzehnte. Im Zentrum der Geschichte stehen vier Generationen von ungewöhnlichen Frauen, die endlich mit den Geheimnissen aus der Vergangenheit aufräumen müssen, um sich miteinander zu versöhnen, bevor es zu spät ist. 

"Zeit der Geheimnisse" beleuchtet in einer ungewöhnlichen Erzählstruktur, wie Mitglieder einer Familie über Generationen Einfluss aufeinander nehmen; wie dieses Gewebe den Einzelnen zu dem macht, was er ist. Autorin Katharina Eyssen hat die Figuren mit sehr viel Liebe in die Welt entlassen und unser großartiges Ensemble ist mit Ihnen losgerannt. Diese Geschichte mit diesem hochkarätigen Cast zu erzählen, war ein großes Geschenk", sagt Regisseurin Samira Radsi.

"Jede Tochter und jede Mutter wird etwas von sich wiederfinden"

Die Miniserie, geschrieben von Autorin und Showrunnerin Katharina Eyssen, wurde in Budapest und in Dänemark gedreht und von den Produzenten Jochen Laube und Fabian Maubach und deren Sommerhaus Filmproduktion für Netflix umgesetzt. Corinna Harfouch, Christiane Paul, Svenja Jung und Leonie Benesch übernehmen die Hauptrollen in der von Samira Radsi inszenierten Serie. 

"Wir sind stolz mit 'Zeit der Geheimnisse' eine ganz neue Farbe in unsere Original Series zu bringen. Es ist unsere erste Serie für ein vorwiegend weibliches Publikum, erzählt mit einer Leichtigkeit und emotionalen Tiefe, die nicht oft zu finden ist und in der jede Tochter und jede Mutter etwas von sich wiederfinden wird", so Eva van Leeuwen, Creative Executive bei Netflix.

Christiane Paul über "Zeit der Geheimnisse" 

Welche Familiendramen uns in "Zeit der Geheimnisse" erwarten und welche Rolle sie spielt, dass verrät Hauptdarstellerin Christiane Paul hier exklusiv im Interview mit BRIGITTE.de – ein Gespräch über Familienbande, die emotionale Verbundenheit von Eltern und Kindern, und starke Frauen, die versuchen, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

BRIGITTE.de: Liebe Frau Paul, die neue Netflix-Serie "Zeit der Geheimnisse" wird ausschließlich von Frauen gespielt, geschrieben und inszeniert, sie ist ein "All Female-Projekt" – wie kam es zu dieser Produktion, sind dafür gezielt nur Frauen engagiert worden?  

Christiane Paul: Nein, ich glaube, das hat einfach mit dem Stoff zu tun, den Autorin Katharina Eyssen geschrieben und dann Netflix vorgestellt hat. Es ist eine Familiengeschichte, in der es um die klassischen Generationskonflikte zwischen Müttern und Töchtern geht – es stehen also hier diesmal die Frauen im Fokus. Es war eher Zufall, dass mit Samira Radsi auch eine Frau die Regie übernahm. Samira hatte große Lust auf dieses Projekt und Katharina und sie hatten sofort dieselbe Vision von dem Projekt, so ist das entstanden.   

Die Serie erzählt eine emotionale Weihnachtsgeschichte voller Familiengeheimnisse. Was macht für Sie den Reiz dieser Serie aus?  

Zum einen liebe ich gute Weihnachtsfilme, wie zum Beispiel 'Family Stone'. Und dann brechen in dieser Weihnachtszeit ja meist alte oder auch neue Konflikte auf. Das kann zu einer emotionaler Anspannung innerhalb der Familie führen und jeder hofft, irgendwie gut durch diese Feiertage zu kommen. Das ist auch das Setting für diese Serie.

Dazu kommt, dass diese teilweise hochemotionale Familiengeschichte, auch wahnsinnig komische Momente hat. Diese Kombination kann sehr unterhaltsam und berührend sein. Das schau ich mir selber total gern an.

Welche Rolle spielen Sie und warum hat diese Sie angesprochen?  

Ich spiele 'Sonja', die Tochter von Corinna Harfouch ('Eva'), die in dieser Serie ebenfalls eine Hauptrolle spielt. Als Sonja habe ich zwei Kinder, zwei Mädchen, die beide mehr oder weniger von Eva großgezogen werden. Sonja selbst kommt nur noch sporadisch nach Hause. Sie ist in die weite Welt gezogen und versucht, sich selbst finden, was nicht ganz gelingt und zum ewigen Konflikt mit ihrer Mutter Eva führt ... Außerdem erzählen wir die Geschichte in vier Zeitebenen – 1945, die 90er, 2004 und 2019. Fast alle Figuren kommen in den drei Hauptzeiten vor. Dieses über mehrere Zeiten erzählen, finde ich sehr spannend. Ich habe Sonja mit 35 und mit 54 Jahren gespielt. Außerdem findet die Geschichte – über die Zeitebenen hinweg – an den immer drei gleichen Weihnachtstagen statt. 

Sie spielen "Sonja" in verschiedenen Generationen, mit 35 und 54. Sie selbst sind jetzt 45. Wenn Sie zurückdenken, was würden Sie Ihrem 35-jährigen Ich gerne sagen?  

Genieß die Zeit! Es geht so schnell vorbei und die 30er sind wirklich anders als die 40er. Das Verrückte ist, man kriegt das selbst nicht wirklich mit, wenn man in dieser Zeit steckt. Man kann immer nur rückblickend betrachten, wie sich die Dinge ändern. Wenn man Mitte 30 ist, ist noch total viel offen. Das ändert sich mit Mitte 40. Das ist tatsächlich eine Art anderes Leben, ein anderes Sein, ein anderer Zustand. Die Zeit läuft ja immer nur in eine Richtung. Wir können das nicht noch einmal erleben, können auch nicht nochmal anders sein. Das ist auch okay. Es wäre, glaube ich, verkehrt, nochmal so zu tun, als wäre man Mitte 30. Das macht auch überhaupt keinen Sinn.     

Eine Szene aus der neuen Netflix-Serie "Zeit der Geheimnisse".

Besonders fasziniert Sie an den Figuren dieser neuen Serie, dass jede Figur Geheimnisse hat, und vor allem vor den Menschen, die ihr am nächsten stehen, viel zu verbergen hat. Warum haben wir so oft gerade vor den Menschen am meisten zu verbergen, die uns am nächsten stehen?  

Weil wir sie nicht verletzen und gleichzeitig auch nicht ihr Urteil hören wollen. Ihr Urteil bedeutet uns so viel, weil wir sie lieben und sie uns so nahe sind. Wir wollen sie nicht verletzen und können, glaube ich, nur schwer aushalten, wie sie uns sehen, wie sie uns beurteilen, wie sie das finden, was wir tun.    

Sie sind selbst Mutter und gerade Mütter empfinden es oft so, dass ihnen im Laufe der Jahre die emotionale Verbundenheit zu ihren Kindern verloren geht, dass die Kinder immer mehr Geheimnisse für sich behalten. Haben Sie Tipps dazu, wie Eltern und Kinder oder insbesondere Mütter und Töchter ihre emotionale Verbundenheit erhalten können?   

Ich glaube, dass es total normal ist, dass Kinder, die größer werden, Geheimnisse haben. Sie werden einfach selbstständiger. Das gehört zum Abnabeln und Erwachsenwerden dazu, dass sie ihre eigene Vorstellung vom Leben entwickeln und das mehr und mehr umsetzen. Das beginnt eben damit, dass man bestimmte Dinge nicht mehr weiß, dass sie Entscheidungen für sich fällen und wir sie dabei nicht mehr begleiten.

Für die Eltern ist es, glaube ich, wichtig zu verstehen, dass das nicht gegen sie gerichtet ist. Dass das ein Teil des Erwachsenwerdens ist, auf den wir sie  vorbereitet haben. Solange man das tief innerlich versteht und das nicht als ein sich Abwenden oder als ein Verlassen werden begreift, sondern einfach nur als eine neue Form der Beziehung, solange wird sich auch die Tiefe dieser Beziehung nicht verändern.

Die Pubertät und was danach kommt, ist ja nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Erwachsenen so schwer, weil sie verstehen und akzeptieren müssen, dass das Kind einen Schritt weg macht. Und dieser  ist eben manchmal auch deswegen so anstrengend und mit Auseinandersetzungen verbunden, weil die Kinder einen Sprung weg, weiter machen müssen, als die vorherige Generation.

Das kann in dem Moment, in dem man das erlebt, wirklich nervtötend, schwierig und verletzend sein – wenn man aber weiterhin Liebe und Vertrauen für die Kinder hat, dann wird sich an der Beziehung nichts ändern. Sie wird anders, aber die tiefergreifenden Gefühle bleiben gleich.

Ich muss akzeptieren, dass meine Tochter mit 17 jetzt selbstständig Entscheidungen fällt und Dinge macht, die ich vielleicht anders machen würde, die ich vielleicht auch nicht gut finde. Dafür ziehen wir sie groß. Wir werden auch irgendwann nicht mehr so wichtig sein. Das ist total schwer zu akzeptieren. Auch, dass man nichts erwarten kann.

Man erlebt das ja als Mutter total krass – man ist die ganze Zeit da für sie, und macht und macht und gibt alles rein – das heißt aber nicht, dass wir dafür etwas erwarten können. Was wir danach hoffentlich haben, sind Kinder, die stabil und glücklich in die Welt gehen und ihr eigenes Leben führen können. Dann ist eigentlich alles gut gelaufen.   

Viele Leute fragen sich: Wenn Mütter so viel geben müssen, was macht das Leben mit Kindern trotzdem so besonders? Wie empfinden Sie das?  

Ich glaube, dass Kinder mit das Wichtigste sind, was wir in unserem Leben erleben können. Das Leben weiterzugeben, bedingungslose Liebe zu geben, das ist etwas sehr Besonderes. Kinder sind eigentlich das Beste, was einem passieren kann. Es ist aber schwer zu sagen, warum das so ist. Ich weiß es auch nicht. Warum liebt man jemanden? Weil es einen erfüllt, Liebe zu geben und zu sehen, wie jemand daran wächst. Dann ist das auch noch das eigen Fleisch und Blut. Obwohl es nicht unbedingt eine Rolle spielt, ob es die eigenen Kinder sind. Es gibt ja auch Leute, die Kinder adoptieren oder man hat Kinder, die der Partner mit in die Beziehung bringt. Das spielt für das, was man fühlen kann, glaube ich, keine Rolle. Kinder geben irgendwie allem Sinn und man hat mit ihnen eine andere Dimension in seinem Leben.  

Es geht laut Autorin Katharina Eyssen in "Zeit der Geheimnisse" um "starke und verrückte Frauen" – wann ist aus Ihrer Sicht eine Frau stark und was kann ich als Frau tun, um stärker zu werden?  

Das Attribut starke Frau ist ja immer etwas schwierig, Ich glaube, was Katharina für die Frauen in "Zeit der Geheimnisse" meint, ist, dass das Frauen sind, die versuchen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und ihr eigenes Leben nach ihren Vorstellungen zu leben – was nicht immer glückt und nicht immer einfach ist – aber dass sie versuchen, unabhängig zu sein. Zum Beispiel unabhängig von einem Mann, einem Versorger. Dieses Bild der starken Frau hat viel mit Abgrenzung zu tun, wenn man bedenkt, wie das Frauenbild früher war, in den 50er oder 60er-Jahren oder noch weiter zurück, als die Frau sozial und gesellschaftlich noch viel stärker vom Mann abhängig war.

Ich glaube, dass unsere Gesellschaft gerade sehr viel tut, um Frauen mehr Freiraum und mehr Möglichkeiten zu geben.

Wir haben zwar immer noch nicht die gleiche Bezahlung wie Männer, aber es ist zumindest schon ein Bewusstsein dafür da, dass es diese Glasdecke gibt und dass Frauen noch lange nicht die gleichen Karrierechancen haben. Aber es ist in der Gesellschaft angekommen, dass es Ungerechtigkeiten gibt und es wird darüber geredet. Dementsprechend finden langsam Veränderungen statt. Das Thema der starken Frau ist total angekommen in der Gesellschaft und wir machen gute Schritte nach vorne.       

Gibt es spezifische Veränderungen, die Sie sich für Frauen wünschen?  

Ich wünsche mir, dass wir nicht ständig über Männer und Frauen im Konflikt reden. Dass es einfach selbstverständlich ist, dass man jemanden einstellt, der gut ist, unabhängig davon ob er oder sie ein Mann oder eine Frau ist. Und natürlich, dass wir alle für gleiche Arbeit gleich verdienen und nicht geschlechtsabhängige Gehälter haben. Das sind Sachen, die sich sicherlich erst noch durchsetzen müssen. Aber es ändert sich gerade sehr viel in Sachen Geschlechtergerechtigkeit und ich hoffe sehr, dass es eines Tages kein Markenzeichen mehr ist, dass wir einen Film nur mit Frauen machen. Dass wir es nicht hervorheben müssen, dass das so wahnsinnig frauenfreundlich war, sondern dass das einfach in den Gesellschaftskanon übergeht, dass es natürlich selbstverständlich ist, dass wir auch Kamerafrauen haben, die genauso gut beschäftigt sind wie Kameramänner, und dass wir genau die gleichen Möglichkeiten haben für Regisseurinnen wie für Regisseure. Da muss es hingehen.   

Vielen Dank für dieses spannende Gespräch, liebe Frau Paul!

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