Bezahlen im Netz wird ab November komplizierter

Klick, in den Warenkorb, klick, zur Kasse, klick, bezahlen - so einfach wird das Online-Shopping bald nicht mehr sein. Was bewirken die neuen Richtlinien?

Was ist passiert?

Ob Paypal oder Amazons 1-Click: Kurze Bezahlwege erleichtern das Online-Shopping. Ein Klick genügt und schon haben wir per Kreditkarte oder Bankeinzug unsere Schulden beglichen. Doch so bequem das aus Kundenperspektive auch ist - es macht das Bezahlen im Netz anfällig für Betrug. Dagegen geht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nun an. Ab dem 5. November 2015 müssen Online-Händler die "Mindestanforderung an die Sicherheit von Internetzahlungen" erfüllen - also deutliche strengere Richtlinien einhalten.

Was bedeutet das für mich?

Es wird komplizierter - zumindest ab einem Kaufbetrag von 30 Euro: Künftig müssen wir unsere Identität auf zwei Wegen nachweisen. Nur die Kreditkarten- und Prüfnummer einzugeben, wird nicht mehr reichen. Die neuen Richtlinien wirken sich auch auf Zahlungen per Lastschriftverfahren, auf Überweisungen, etwa über Giro- oder Postpay, und auf Sofort-Überweisungen aus. Nur beim Einkauf auf Rechnung bleibt alles beim Alten.

Wie soll das funktionieren?

Die Online-Shops haben die Methoden "Wissen, Besitz oder Eigenschaft" zur Kundenidentifizierung zur Auswahl, erklärt die Legal Tribune. Zwei davon müssen beim Kauf angewendet werden. Die Kategorie "Wissen" umfasst Passwörter und Codes (die nur der jeweilige Kunde weiß), "Besitz" arbeitet mit einem Token oder der Handynummer, "Eigenschaft" bezieht sich auf individuelle Merkmale wie einen Fingerabdruck- oder Netzhautscan.

Klingt kompliziert. Gibt es nicht auch Ausnahmen?

Die gibt es tatsächlich. Als Kunden können wir bestimmte Shops auf eine sogenannte "White List" setzen und damit die neuen Richtlinien umgehen. "Das gilt für Zahlungsausgänge zugunsten vertrauenswürdiger Kunden, für Transaktionen zwischen zwei Konten eines Kunden bei demselben Zahlungsdienstleister, für Transfers innerhalb eines Zahlungsdienstleisters, die durch eine Transaktionsrisikoanalyse gerechtfertigt werden, und für Kleinbetragszahlungen", erklärt BaFin-Mitarbeiter Dr. Josef Kokert im Interview mit dem IT-Finanzmagazin. Außerdem seien als sicher geltende Bezahlmethoden wie das häufig genutzte Paypal von der verschärften Regelung ausgenommen, schreibt das Wirtschaftsmagazin Impulse.

nw
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