Abtreibung: 95 Prozent der Frauen bereuen nichts

Eine Abtreibung ist eine schwere Entscheidung. Aber ist es auch eine, die Frauen bereuen? Nein, sagt eine neue US-Studie.

Keine Frau macht sich die Entscheidung für eine Abtreibung leicht. Dabei spielen nicht nur die eigenen Wünsche, Gefühle und Moralvorstellungen eine Rolle, sondern auch der Druck von außen. Für viele Menschen ist die Abtreibung immer noch ein Tabu, auch in Gesellschaften, in denen die Abtreibung rein rechtlich erlaubt ist.

"Du wirst die Entscheidung bereuen", ist ein beliebtes Argument bei Abtreibungsgegnern. Sie prophezeien schwere psychische Probleme, die nach der Entscheidung auftreten können. Tatsächlich gibt es immer wieder Fälle, in denen Frauen Depressionen bekommen haben und am so genannten "Postabortion-Syndrom" litten. Allerdings gibt es kaum statistische Zahlen darüber, wie häufig das vorkommt.

667 Frauen nahmen an der Studie teil

Interessant ist darum das Ergebnis einer neuen Studie der University of California in San Francisco. Über einen Zeitraum von drei Jahren haben die Wissenschaftler 667 Frauen, die eine Abtreibung machen ließen, befragt und beobachtet.

Die Frauen fühlen sich erleichtert

Das Ergebnis ist erstaunlich: Zwar gaben 53 Prozent der Frauen an, dass ihnen die Entscheidung für die Abtreibung "schwer" bis "sehr schwer" gefallen sei. Aber nach drei Jahren sagten 95 Prozent der Frauen, dass sie ihre Entscheidung nicht bereuen. Im Gegenteil: Sie gaben an, dass sie sogar positive Gefühle bezüglich der Entscheidung hätten, die meisten sprachen von "Erleichterung".

Zwar gab es auch negative Gefühle, von denen die Teilnehmerinnen berichteten, allerdings seien die eher von äußeren Faktoren ausgelöst worden: Etwa weil sie von Menschen aus ihrer Umgebung stigmatisiert wurden. Oder weil der Vater des Kindes die Entscheidung nicht mitgetragen hatte.

Gerade in den USA wird um das Thema Abtreibung nach wie vor ein erbitterter Streit geführt. Das Ergebnis der Studie wird diejenigen bestätigen, die für die Selbstverantwortung der Frauen plädieren.

Allerdings geben die Wissenschaftler selbst zu bedenken, dass das Ergebnis womöglich nicht ganz repräsentativ sein könnte. Denn vermutlich meldeten sich eher die Frauen für eine solche Studie, die sich mit ihrer Entscheidung wohl fühlten. Wer schwer unter einer Abtreibung leidet, traue sich vielleicht auch nicht, darüber zu sprechen.

miro
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