Krebs oder Falten? Wovor Frauen mehr Angst haben

Hauptsache schön! Eine Studie hat erforscht, wovor Frauen sich beim Älterwerden fürchten. Und führt uns vor Augen, warum es klug wäre umzudenken.

Wir wollen jung, schlank und schön bleiben - bis ins Grab

Jung, schlank und sexy sollen wir sein. Das suggerieren uns all die Bilder von Frauen, mit denen wir im Alltag konfrontiert werden - sei es an der Bushaltestelle oder im Wohnzimmer beim Surfen oder Fernsehen. Alt sein dagegen ist oll, und wer die 40 überschritten hat, weiß, wie sich Unsichtbarkeit anfühlt (es sei denn, Frau trägt Mini und/oder High Heels).

Weil das so ist, wollen wir jung, dünn und schön sein. Am liebsten bis ins Grab. Manche von uns lassen sich die Vagina operieren, damit sie wieder aussieht wie damals mit zwölf, andere färben sich die Haare kleinkindblond oder spritzen sich Nervengift in die Haut, um Falten "wegzuzaubern."

Lieber tot als unattraktiv?

Das Credo vieler Frauen scheint zu lauten: Lieber tot als unattraktiv. Denn Frauen haben mehr Angst davor, dick und hässlich zu werden als an zu erkranken oder an einem Herzinfarkt zu sterben.

Zu diesem Ergebnis kam eine australische Umfrage unter 3300 Frauen und Medizinern. Jede fünfte Frau macht sich Sorgen um ihr Gewicht und um den Verlust von Schönheit beim Älterwerden. Aber nur jede zehnte hat Angst vor Krebs und nur jede zwanzigste fürchtet sich vor einem Herzinfarkt.

Die Umfrage wurde von Jean Hailes for Women’s Health durchgeführt, einer australischen Non-Profit-Organisation, die sich für Frauengesundheit einsetzt. Die Studie hatte zum Ziel, die Wissenslücken von Frauen und Ärzten zu füllen. "Das bedeutet vor allem, dass wir das Bewusstsein für die Symptome von Herzkrankheiten schärfen müssen", sagte Dr. Mandy Deeks, Sprecherin von "Jean Hailes".

Bedrohlicher als Falten sind Krankheiten

Jede zweite Frau stirbt an einer Herzkreislauf-Erkrankung (und jede dritte Frau erhält irgendwann eine Krebsdiagnose). Das Problem: Herzkreislauf-Krankheiten gelten fälschlicherweise als Männerleiden. "Statistisch gesehen sterben mehr Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer, allerdings eher in höherem Alter", sagte Nicholas Townsend, der ein Forschungsprogramm der britischen Herzstiftung an der Universität Oxford leitet. Auch der Deutsche Herzbericht hat 2014 ermittelt, dass in Deutschland deutlich mehr Frauen als Männer an Herzleiden sterben.

Warum Umdenken gut wäre

Die Personaltrainerin Pam Li sagte im Zusammenhang mit der australischen Studie, dass Frauen gut daran täten, sich mehr um ihre Gesundheit zu kümmern als um ihr Aussehen.

Nehmen wir uns ihren Rat zu Herzen und beginnen wir, mehr auf Warnsignale unseres Körpers und unserer Seele zu achten (Stress? Schlafstörungen? Depressionen?) als auf und Fettpölsterchen. Nicht erst seit Schopenhauer wissen wir, dass Gesundheit zwar nicht alles ist, aber ohne Gesundheit alles nichts ist.

Anders gesagt: Wenn wir krank sind, nützt uns der Wahnsinns-Hintern auch nichts mehr (den wir uns qualvoll antrainiert haben, statt uns gepflegt auszuruhen).

sar

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Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ah ja - sich gepflegt auszuruhen statt zu trainieren macht gesund? Besonders das Herz-Kreislaufsystem freut sich...

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