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Selbstwahrnehmung Neue Studie zeigt: Männer überschätzen oft ihre eigene Intelligenz

Neue Studie zeigt: sitzender Mann von hinten
Die Studie zeigt, dass Männer sich über- und Frauen sich unterschätzen
© Kite_rin / Shutterstock
Eine aktuelle Studie von Wissenschaftler:innen der australischen Griffith Universität hat gezeigt, dass Männer ihre Intelligenz konsequent überschätzen. Frauen hingegen tendieren dazu, ihren IQ zu unterschätzen.

Laut der Studie "Gender Differences in Self-Estimated Intelligence: Exploring the Male Hubris, Female Humility Problem" von Forscher:innen der australischen Griffith Universität überschätzen Männer konsequent ihren Intelligenzquotienten. Frauen dagegen unterschätzen ihn eher. Dabei zeigt die Studie, dass die gemessene Intelligenz von Männern und Frauen tatsächlich gleich ist. An der Studie nahmen 228 Teilnehmer:innen Teil, von denen sich 103 als männlich und 125 als weiblich identifizierten.

"Es gibt kein klügeres Geschlecht"

Die Forscher:innen um Wissenschaftler David Reilly haben herausgefunden, dass dieses Verhaltensmuster vor allem mit dem Faktor Männlichkeit zusammenhängt. Die Ergebnisse ihrer Studie zeigen: Je maskuliner Menschen sich verhalten, desto mehr überschätzen sie ihren Intelligenzquotienten. Das gilt unabhängig von dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Damit überschätzen auch Frauen häufiger ihre kognitiven Fähigkeiten, wenn sie sich maskuliner verhalten. "Wir fanden heraus, dass das biologische Geschlecht und dann das psychologische Geschlecht die stärksten Prädikatoren für die Überschätzung des IQ sind. Männlich geboren zu werden und starke maskuline Persönlichkeitszüge zu haben (Männer und Frauen) war verknüpft mit einem übersteigerten intellektuellen Selbstbild", schreiben die Forscher:innen.

Die Autor:innen ordneten die Proband:innen anhand des "Bem Sex Role Inventory"-Tests jeweils eher maskulinem oder femininem Verhalten zu. Bei dem Test werden Eigenschaften abgefragt, die für das jeweilige Geschlecht als sozial erwünscht gelten.

Fehleinschätzung beginnt schon im frühen Alter

Einen Grund für die geschlechtsspezifischen Unterschiede sahen die Forscher:innen in gesellschaftlichen Implikationen von  Geschlecht und Intelligenz. Sie greifen eine Studie auf, die belegt, dass Eltern ihre Söhne klüger einschätzen als ihre Töchter. Laut Reilly und seinen Kolleg:innen führe das dazu, Mädchen und Frauen ihre Intelligenz unterschätzen. Diese Fehleinschätzung könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass junge Frauen seltener eine Karriere in Wissenschaft und Technik einzuschlagen. Die Forscher:innen sehen Intelligenzquotienten auch als eine mögliche Erklärung für die sogenannte Gender Pay Gap, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen.

Quelle: Studie der Griffith Universität

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf stern.de

fis/stern

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