Neue Worte braucht das Land

Hartz IV soll in Zukunft Basisgeld heißen. Wir meinen: Politische Worthülsen gibt es reichlich und würden gern noch mehr ersetzen. Sie auch?

Silke Baumgarten

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen will Hartz IV abschaffen. Natürlich nicht die Grundsicherung, sondern nur den Begriff: "Basisgeld" will sie die staatliche Unterstützung künftig nennen. Klingt besser - und erinnert auch nicht mehr an den ehemaligen und vorbestraften VW-Manager Peter Hartz.

Wir finden: Mehr davon. Es gibt noch viele politische Worthülsen, die wir gern ersetzen würden, zum Beispiel: "Atomares Zwischenlager". Dabei geht es nämlich gar nicht um eine vorübergehende Atommülldeponie, ehrlicher wäre es von "verstrahlten Landschaften" zu sprechen. Ärgerlich auch der Begriff "Arbeitnehmer". Als wenn irgendwer jemandem die Arbeit nimmt, gar klaut. Treffender wäre von Arbeitsleistenden zu sprechen. Auch das Wort "Gesundheitsfonds" führt in die Irre, denn es geht nicht um eine Geldanlage für unsere Gesundheit, sondern um eine staatliche Unterstützung der Krankenkassen. Ähnlich die "Vorratsdatenspeicherung". Klingt nett, hat aber sehr wenig damit zu tun, was schon unsere Urahnen mit Vorräten bezweckten. Gemeint ist nämlich gezielte "Datenspionage" und sollte deshalb auch so genannt werden. Ganz aktuell: die "Laufzeitverlängerung". Länger laufen können - wer möchte das nicht? Aber hier geht es eigentlich um eine "Renditegarantie für die Atomindustrie".

Welche politischen Worthülsen würden Sie gern umbenennen? Teilen Sie Ihre Vorschläge mit anderen Usern - im Forum.

Text: Silke Baumgarten

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