Nora Tschirners Doku "Embrace" macht Mut: "Liebt euren Körper!"

Nora Tschirner hat Taryn Brumfitts Dokumentation "Embrace" mitproduziert. Die beiden kämpfen für ein positives Körpergefühl.

Wir alle bezahlen einen Preis

Traurig, aber wahr: Viele Frauen lehnen ihren Körper ab – „zu fett“, „zu klein“, „zu schwabbelig“. Klar, wir bekommen ständig Fotos idealisierter Körper serviert, mit denen wir uns vergleichen. Und weil das Ergebnis zwangsläufig zu unseren Ungunsten ausfällt, versuchen wir, dem unerreichbaren Ideal nachzueifern. Manche führen regelrecht Krieg gegen ihren Körper, es gibt Frauen, die hungern sich zu Tode. Fast alle von uns bezahlen einen mehr oder weniger hohen Preis dafür.

Warum tun wir uns das bloß an?

Warum beugen wir uns dem Schönheitsdiktat? Warum stehen wir nicht auf? Um das herauszufinden, ist die australische Aktivistin Taryn Brumfitt um die Welt gereist – zu Models, die mit ihrem Aussehen kämpfen, zu Frauen, die freiwillig hungern, die Verbrennungen erlitten, die Bärte tragen. Das Ergebnis hat sie in ihrem Dokumentarfilm „Embrace“ (dt. "Umarmen") festgehalten, der nur heute in den Kinos läuft. Die Botschaft: „Liebe deinen Körper wie er ist, denn er ist der einzige, den du hast!“

Der Beginn der "Body Image"-Bewegung

Bereits 2013 hatte Brumfitt die Idee zu ihrem Film, nachdem sie mit einem Vorher/Nachher-Foto bei Facebook weltweit Aufsehen erregt hatte. Es war ein Vorher/Nachher mit umgekehrten Vorzeichen. Vorher: durchtrainierte „Traumfrau“ in Bikini und High Heels. Nachher: eine Frau, die ihren Körper so liebt, wie er natürlicherweise ist:

Here is my non traditional before and after photo. Traditionally when we see a "before" photo, the person is represented...

Gepostet von Body Image Movement am Sonntag, 21. April 2013

Nach drei Schwangerschaften hatte Brumfitt ihren Körper gehasst. Sie trainierte wie verrückt, bis sie den "perfekten Körper" hatte, musste aber feststellen: „Ich war unglücklich. Zu viel Zeit, zu viele Opfer, zu viel Besessenheit. Und das ist es einfach nicht wert.“ Brumfitt begann, umzudenken. Es war der Beginn ihrer „Body Image“-Bewegung, die zum Ziel hat, dass Frauen ihre Körper wieder akzeptieren lernen.

Nora Tschirner: "Das Thema beschäftig mich schon ewig"

Erst eine Crowdfunding-Kampagne machte die Doku möglich. Und auch ein deutscher Star hat Geld in den Film gesteckt und ihn sogar mitproduziert: Schauspielerin Nora Tschirner (35), die ebenfalls im Film zu Wort kommt und ihn in Deutschland promotet. Im BRGITITTE-Interview erklärt sie, warum sie sich dafür engagiert: „Das Thema beschäftigt mich schon ewig. Frauen, die ich schon aus der Schule kenne, die ein riesiges Potenzial und der Welt etwas zu sagen haben, hadern, z.B. seit sie Mütter geworden sind, wahninnig mit ihrem Körper. Das hab ich nicht so richtig verstanden und dachte, da muss man ran und klären, woher das kommt.“

Übrigens: Bei ihrem Kampf gegen unerfüllbare Schönheitsideale und Body-Shaming treibt Brumfitt auch das Schicksal ihrer kleinen Tochter an: „Ich will nicht, dass es meiner Tochter genauso geht,“ sagt sie im Film. Und fügt hinzu: „Mein geliebtes Mädchen. Verschwende keinen einzigen Tag deines Lebens damit, Krieg gegen deinen Körper zu führen. Umarme ihn!“

Der Trailer zur Doku "Embrace"

ACHTUNG: Der Film läuft nur am 11. Mai im Kino, danach gibt es ihn als DVD. Eine Liste aller Kinos findet ihr auf der Film-Website: http://www.embrace-derfilm.de/kinos/

Und am 12. Mai diskutiert Nora Tschirner auf Facebook Live mit euch über den Film: https://www.facebook.com/Embrace.DerFilm/

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