Acht Schüler im Sexualkunde-Unterricht kollabiert

Und plötzlich wurde ihnen schummerig: In einem Gymnasium in Borken (NRW) wurde gleich mehreren Kindern im Bio-Unterricht schlecht - die elf und zwölf Jahre alten Schüler mussten teilweise ins Krankenhaus.

Naja, eigentlich nichts besonderes: Die Schüler einer sechsten Klasse hatten ein Übungsblatt bekommen, auf dem schematisch die Geschlechtsteile von Mann und Frau zu sehen sind. Sie sollten die einzelnen Bestandteile beschriften - etwa Harnröhre, Eileiter oder Schamlippen.

Da passierte es: Einem Schüler wurde schwarz vor Augen. Das Kind kippte um - und setzte eine Kettenreaktion in Gang: Immer mehr Schüler wurden blass und kollabierten, am Ende mussten sechs Schüler ins Krankenhaus, insgesamt waren acht Kinder betroffen.

Doch wie kam es zu dem Gruppen-Kollaps? Ist die Jugend von heute so prüde, dass sie schon beim Anblick einer schematischen Penis-Zeichnung in Ohnmacht fällt? Eher nicht. Die Zeichnungen, die die Schüler beschriften sollten, sind total harmlos und werden schon seit Jahren benutzt.

Vermutet wird eher ein psychologischer Effekt: Der Kollaps des ersten Schülers - der vielleicht auch am Wetter lag?! - hat dazu geführt, dass seinen Klassenkameraden schwarz vor Augen wurde und auch sie in einer Art Dominoeffekt umkippten.

Schulleiterin Dorothea Meerkötter sagte zur Bild-Zeitung: „Solche Bilder kennt doch auch jeder Erwachsene aus seinem eigenen Schulunterricht. Wir verwenden diese Illustrationen schon lange, Probleme hatten wir noch nie damit. Die Kinder haben sich da reingesteigert. Als die ersten Schüler zum Rettungswagen gebracht wurden, begannen weitere Kinder im Flur zu weinen. Ich sehe das positiv: Unsere Schüler sind mitfühlend und zeigen Anteilnahme, wenn es anderen schlecht geht."

Die betroffenen Kinder haben sich zum Glück schnell wieder berappelt - ernsthaft geschädigt wurde niemand.

fm
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