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Nach 50 Jahren Oberstes Gericht in den USA hebt Recht auf Schwangerschaftsabbruch auf

Nach 50 Jahren: Oberstes Gericht in den USA hebt Recht auf Schwangerschaftsabbruch auf
© Sachelle Babbar / ZUMA Wire / imago images
News, die uns im Juni bewegen: 6:3 Entscheidung: US-Gericht hebt Recht auf Abtreibungen auf +++ Robert Habeck ruft die Alarmstufe des Notfall-Plans aus +++ Drei bis vier Jahre Knappheit stehen uns bevor 

Die wichtigsten News im BRIGITTE-Ticker

Was bewegt die Welt? Was bewegt die BRIGITTE-Redakteur:innen? In diesem Ticker fassen wir für euch die wichtigsten News im Juni zusammen.

24. Juni 2022

6:3 Entscheidung: US-Gericht hebt Recht auf Abtreibungen auf

Das Oberste Gericht der USA hat das landesweite Recht auf Schwangerschaftsabbruch in einer 6:3 Entscheidung aufgehoben. Die Richter:innen stimmten mehrheitlich für eine entsprechende Entscheidung, wie der Supreme Court mitteilte. 

Das umstrittene, aber erwartete Urteil des Gerichts gibt den einzelnen Bundesstaaten die Befugnis, ihre eigenen Abtreibungsgesetze festzulegen, ohne Bedenken zu haben, mit Roe (die Entscheidung, die wegweisend für das Urteil war) in Konflikt zu geraten, das fast ein halbes Jahrhundert lang Abtreibungen in den ersten beiden Trimestern der Schwangerschaft erlaubt hatte.

23. Juni 2022

Robert Habeck ruft die Alarmstufe des Notfall-Plans aus

Bundeswirtschaftminister Robert Habeck hat die Alarmstufe des Notfallplans Gas für Deutschland ausgerufen: "Wir haben in Deutschland eine Störung der Gasversorgung, daher ist es erforderlich, diese Alarmstufe auszurufen", sagte er in einem Live-Stream am Donnerstagmorgen. Noch sei der Markt in der Lage, die benötigten Mengen anzukaufen und die Speicher zu füllen, dennoch sollten wir uns "nicht in falscher Sicherheit wähnen", so der Minister. Zum einen forderte Habeck die Bevölkerung und Unternehmen auf, Gas zu sparen, zum anderen kündigte er bereits jetzt Entlastungen an, da viele sich die deutlich höheren Preise nicht mehr leisten können.

Wir befinden uns aktuell auf Stufe zwei des Notfall-Plans. Die erste Stufe ist die sogenannte Frühwarnstufe, die von der Bundesregierung bereits ausgerufen wurde. Die nun ausgerufene Alarmstufe kommt dann zum Tragen, wenn "eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vor[liegt], die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt – der Markt ist aber noch in der Lage, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen."

Die dritte und letzte Stufe ist die Notfallstufe. Hier greift der Staat in das Geschehen ein, um die Versorgung von zunächst privaten Haushalten, Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen zur Pflege und Betreuung behinderter Menschen sowie etwa Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr zu gewährleisten.

Das aktuelle Problem: Der russische Staatskonzern Gazprom hat die Gaslieferung über die Ostseepipeline Nord Stream deutlich gedrosselt. Durch die Pipeline fließen zum jetzigen Zeitpunkt nur noch 40 Prozent der Maximalkapazität. Die aktuelle Lage könnte dazu führen, dass die Betreiber:innen der Reservekraftwerke, die mit Kohle und Öl befeuert werden, aufgefordert werden, sich auf ein baldiges und dauerhaftes Hochfahren der Stromerzeugung vorzubereiten.

22. Juni 2022

Drei bis vier Jahre Knappheit stehen uns bevor

Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg hinterlassen immer tiefere Furchen. Die Inflation steigt, und die Lieferkettenprobleme werden massiver. Bundesfinanzminister Christian Lindner befürchtet: "Es besteht die Gefahr einer sehr ernst zu nehmenden Wirtschaftskrise aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise, aufgrund der Lieferkettenprobleme, aufgrund auch der Inflation", sagte er im ZDF-heute-journal.

"Meine Sorge ist, dass wir in einigen Wochen und Monaten eine sehr besorgniserregende Situation haben könnten", sagte der Minister. "Und in dieser Situation dürfen wir nicht wählerisch sein. Es geht ja um drei bis vier, vielleicht fünf Jahre der Knappheit, und dafür müssen wir eine Antwort finden." Bei Gegenmaßnahmen dürfe es daher keine Denktabus geben, so Lindner. In diesem Zuge solle auch über eine Verlängerung für die drei noch funktionsfähigen Kernkraftwerke in Deutschland gesprochen werden.

Heute beraten die Spitzen der Ampel-Koalition über mögliche Schritte gegen die Preissteigerungen – insbesondere bei Gas und Energie. Laut Bundesnetzagentur ist die Versorgungslage mit Gas aktuell angespannt, da Russland seit einigen Tagen deutlich weniger Gas nach Deutschland liefert.

21. Juni 2022

In Österreich soll es künftig 6 Geschlechter geben

Als erstes Land der Welt will Österreich bei der behördlichen Meldung sechs Optionen für die Angabe des Geschlechts zur Verfügung stellen. Nach dem Entwurf für eine Novelle des Melde­gesetzes soll man künftig zwischen den Bezeichnungen "männlich", "weiblich", "divers", "inter", "offen" und "keine Angabe" wählen können. Die neuen Optionen stehen aber nur Menschen offen, die auf Basis eines Fachgutachtens belegen können, dass sie körperlich nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zuzuordnen sind.

Die Regierung in Wien kommt damit einem Urteil des Verfassungsgerichtshofes aus dem Jahr 2018 nach. Es hatte befunden, dass Menschen, deren Geschlecht nicht eindeutig männlich oder weiblich ist, ein Recht auf eine entsprechende Eintragung hätten. Erstritten worden war die Anerkennung vom intergeschlechtlich geborenen Alex Jürgen und dem "Rechtskomitee Lambda", einem Verein, der sich in Österreich für die Gleichberechtigung von homosexuellen und transidenten Menschen einsetzt.

Die Zeitung "Die Presse" wies jedoch darauf hin, dass die Gültigkeit des Erlasses noch nicht final sei. Er sei nur eine interne Anweisung an Behörden und habe bislang keine Rechtswirkung nach außen.

14. Juni 2022

dm-Filialen geschlossen, weil Kassen nicht funktionieren

Von Berlin über Leipzig und Würzburg bis Freiburg standen heute viele dm-Kund:innen vor verschlossenen Türen. Die Drogeriekette musste mehrere Geschäfte schließen, weil die Kassen nicht funktionierten.

Während Ende Mai in einigen Supermärkten schon keine EC-Zahlung möglich war, waren heute Vormittag bei der Drogeriekette dm teilweise weder EC- Zahlung noch Barzahlung möglich. In Freiburg war auf einem Hinweisschild an der Tür zu lesen: "Aufgrund eines Kassenausfalls und der Tatsache, dass wir Ihre Einkäufe nicht abkassieren können, können wir unsere Filiale derzeit nicht öffnen. Die Fachabteilung arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung! Wir bitten um Ihr Verständnis." Die Kund:innen mussten draußen bleiben.

Dm-Geschäftsführer Christoph Werner bestätigte das Problem auf "Bild"-Anfrage: "Zur Zeit gibt es aufgrund eines Softwarefehlers in einer Reihe von dm-Märkten Probleme mit den Kassen." Man gehe aber davon aus, dass das Problem "in den nächsten Minuten" behoben sei.

13. Juni 2022

Gehaltsdiskriminierung von Frauen? Google will 118 Millionen Dollar zahlen

Google will 118 Millionen Dollar (umgerechnet 112 Millionen Euro) zahlen, um eine Sammelklage wegen Gehaltsdiskriminierung von Frauen in den USA beizulegen. Die Parteien seien sich nach fast fünf Jahren Verfahren einig geworden, dass diese Beilegung "im besten Sinne aller" sei, so ein Google-Sprecher. Der US-Konzern betonte in einer Stellungnahme, mit dem Vergleich sei kein Schuldeingeständnis verbunden. 

Ehemalige Google-Mitarbeiterinnen hatten 2017 in San Francisco gegen ihren Arbeitgeber geklagt, weil er Frauen in gleichwertigen Positionen weniger bezahlt haben soll als Männern. Auch soll Google Frauen bei gleicher Erfahrung und Qualifikation auf niedrigeren Gehaltsstufen eingestuft haben als Männer.

Neben der Zahlung stimmte Google einer unabhängigen Prüfung seiner Einstellungs- und Vergütungspraxis zu. Die Vereinbarung muss noch gerichtlich genehmigt werden.

9. Juni 2022

Stiko rät Risikogruppen zu Schutzimpfung gegen Affenpocken

Nachdem die Zahl von Affenpockenfällen in Deutschland in den vergangenen Wochen stetig zugenommen hat, hat die Ständige Impfkommission (Stiko) nun eine Empfehlung für bestimmte Risikogruppen zur Impfung mit einem Pockenimpfstoff ausgesprochen. Konkret richte sich die Empfehlung an Menschen, die engen körperlichen Kontakt zu Infizierten hatten, an Personal, das in Laboren ungeschützten Kontakt zu Proben hatte sowie an Menschen mit wechselnden Sexualpartnern, wie die Stiko am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die Impfung erfolge mit dem in der EU zugelassenen Pockenimpfstoff Imvanex.

Affenpocken werden in der Regel nur durch einen engen Kontakt mit einem Infizierten übertragen, zum Beispiel durch Geschlechtsverkehr, daher die entsprechende Empfehlung. Der Pockenimpfstoff ist derzeit lediglich in begrenzter Menge verfügbar, daher rät die Stiko, ihn vorwiegend ansteckungsgefährdeten Menschen anzubieten. Für die Grundimmunisierung sind zwei Impfstoffdosen in einem Abstand von 28 Tagen vonnöten. Wer schon einmal eine Pockenimpfung bekommen hat, braucht nur noch eine weitere Dosis.

Dem Robert-Koch-Institut zufolge wurden deutschlandweit bis zum Donnerstag 131 Affenpockenfälle aus zehn Bundesländern gemeldet. 

8. Juni 2022

Nach langem Kampf: EU plant verbindliche Frauenquote für Unternehmensvorstände und Aufsichtsräte

Nachdem die Entscheidung für eine europaweite Frauenquote lange blockiert und hinausgezögert wurde, haben sich Unterhändler:innen der EU-Staaten und des EU-Parlaments nun geeinigt: In Europa werden börsennotierte Unternehmen in Zukunft verpflichtet sein, einen Mindestanteil an Frauen in ihren Führungsgremien zu beschäftigen. Bis 2026 sollen die EU-Staaten dabei zwischen zwei Modellen wählen können: Entweder können mindestens 40 Prozent der nicht geschäftsführenden Aufsichtsratsmitglieder Frauen sein. Oder die Aufsichtsräte und Vorstände erreichen zusammen einen Frauenanteil von mindestens 33 Prozent.

Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments Evelyn Regner bezeichnete eine solche Vorgabe als längst überfällig. "Nach Schätzungen des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen sind derzeit nur 30,6 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder weiblich und nur 8,5 Prozent der Vorstände in der EU mit Frauen besetzt", zitiert "Zeit" die Sozialdemokratin, die maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt war. Damit der Beschluss verbindlich ist, müssen nun noch EU-Staaten und Europaparlament der Einigung formell zustimmen.

3. Juni 2022

Jedes sechste Kind ist während der Pandemie zu dick geworden

Die Sportstätten waren geschlossen, Spielplätze verriegelt, Sport im Freien eingeschränkt und Unterricht gab es nur in den eigenen vier Wänden. Die Kombination aus zu wenig Bewegung, Langeweile und ungesundem Essen hat bei vielen Kindern während der Pandemie zu einer Gewichtszunahme geführt. Besonders betroffen sind Kinder zwischen 10 und 12 Jahren.

"Eine Gewichtszunahme in dem Ausmaß wie seit Beginn der Pandemie haben wir zuvor noch nie gesehen. Das ist alarmierend, denn Übergewicht kann schon bei Kindern und Jugendlichen zu Bluthochdruck, einer Fettleber oder Diabetes führen", erklärt Dr. Susanne Weihrauch-Blüher, Oberärztin an der Universitätskinderklinik Halle/Saale und Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) der DAG. "Schon vor Corona waren 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht betroffen, sechs Prozent sogar von starkem Übergewicht."

Jedes sechste Kind in Deutschland ist seit Beginn der Corona-Pandemie dicker geworden, fast die Hälfte bewegt sich weniger als zuvor, etwa ein Viertel isst mehr Süßigkeiten, das geht aus einer repräsentativen Eltern-Forsa-Umfrage hervor, die von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und dem Else Kröner-Fresenius-Zentrum (EKFZ) für Ernährungsmedizin an der Technischen Universität in München vorgestellt wurde. Hinzu kommt, dass Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien doppelt so häufig von einer ungesunden Gewichtszunahme betroffen sind wie Kinder aus einkommensstarken Familien – 23 zu 12 Prozent.

Die Wissenschaftler:innen stellen jetzt konkrete Forderungen in Form eines "Marshall-Plans für Kindergesundheit", um die Folgen der Pandemie aufzufangen. Als Sofortmaßnahme empfehlen sie eine Besteuerung von Zuckergetränken, Werbeschranken für ungesunde Lebensmittel und eine Stärkung der Adipositas-Therapie, die in Deutschland chronisch unterfinanziert sei.

Neue Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch

Die Omikron-Subvariante BA.5 ist in Portugal gerade auf dem Vormarsch und lässt die Zahlen der Infektionen wieder deutlich ansteigen. Auch in Deutschland zeichnet sich ein Wachstum immer klarer ab. Zuletzt verdoppelte sich ihr Anteil in Stichproben im Wochentakt – bisher aber noch auf einem sehr niedrigen Niveau, wie es im Wochenbericht des Robert Koch-Institutes (RKI) zum Coronavirus heißt. Aktuell macht BA.5 5,2 Prozent der auf Varianten untersuchten positiven Proben aus – im April waren es noch 0,6 Prozent.

Nicht nur die steigenden Fallzahlen in Portugal haben die Aufmerksamkeit erregt, auch die deutlich angestiegene Zahl der Krankenhausaufenthalte und die Sterblichkeit in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion. Und das trotz einer guten Impfquote von 87 Prozent.

In Deutschland dominiert aktuell noch die Omikron-Sublinie BA.2 mit 90 Prozent. Die neuen Varianten BA.4 und BA.5 sind grundsätzlich schon seit einigen Wochen bekannt – der BA.4-Anteil wächst auch in Deutschland jedoch nur sehr leicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft beide Varianten als Teil von Omikron als besorgniserregend ein. Hinzu kommt, dass die Infektionszahlen aktuell wieder stoppen. Seit einigen Wochen konnte ein stetiger Rückgang beobachtet werden, der in dieser Woche zu stagnieren begann. Das RKI ruft weiter dazu auf, Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen einzuhalten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach spricht bereits über neue Maßnahmen für den kommenden Herbst.

Verwendete Quellen: zeit.de, adipoditas-gesellschaft.de, welt.de, rnd.de, cnbc.com

Noch mehr News? 

Das waren die News im Mai.

slr Brigitte


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