Öko-News im September

Für Diesel-Autos gibt es jetzt eine Prämie, für LCD-Fernseher viel Kritik: Neues in Sachen Umweltschutz und grünem Lifestyle.

+++ Diesel-Prämie: 330 Euro für die Umrüstung +++

Weil die Abwrackprämie so ein gigantischer Erfolg war, gibt es nun eine Aktion für Besitzer von Diesel-Pkws: Ab sofort erhält jeder, der seinen Wagen mit einem Partikelfilter nachrüsten lässt, um den krebserregenden Rußausstoß zu reduzieren, 330 Euro in bar. Die Kosten von mehr als 600 Euro müssen jedoch zunächst ausgelegt werden. Der Filter muss bis zum 31. Dezember 2009 eingebaut werden, die Anträge können jedoch bis zum 15. Februar 2010 eingereicht werden.

Seit 2007 bekamen umweltbewusste Dieselbesitzer für den nachträglichen Einbau des Filters lediglich eine Steuergutschrift, was offenbar nicht allzu viele motivierte, ihre "Stinker" nachzurüsten, es sind schätzungsweise noch sechs Millionen Diesel-Pkw ohne Filter auf Deutschlands Straßen unterwegs.

Jetzt zugreifen lohnt sich: Nach und nach führen alle Städte "Umweltzonen" ein; nur Autos, die bestimmte Schadstoffgrenzwerte einhalten, dürfen dort fahren. Diese Grenzwerte werden außerdem ab 2010 schrittweise verschärft (Liste der bestehenden und geplanten Umweltzonen unter www.umwelt-plakette.de).

Ob es für Ihren Pkw einen passenden Rußfilter gibt und was er kostet, erfahren Sie unter www.partikelfilter-nachruesten.de Übrigens: Alle jetzt erhältlichen Filter sind geprüft. "Mogel-Packungen", die sich nach dem Einbau als wirkungslos herausstellten, sind vom Markt verschwunden. Antragsformulare gibt's beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: www.pmsf.bafa.de. Die Behörde hat außerdem eine Hotline eingerichtet: 030/346 465 480. Und wie bei der Abwrackprämie gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Autos und Umweltschutz: Hier lesen Sie mehr zum Thema

+++ IFA-Trends: Kritik an stromfressenden LCD-Fernsehern +++

Größer, bunter, lauter - das war der Trend bei der Internationalen Funkausstellung (IFA) Anfang September in Berlin, der großen Messe für Unterhaltungselektronik. Schwerpunkt in diesem Jahr: Fernsehgeräte. "Die Hersteller werben mit immer größeren Geräten. Der Stromverbrauch spielt dabei kaum eine Rolle," kritisiert Klaus Brunsmeier, stellvertretender Vorsitzender der Umweltorganisation BUND. Der BUND hat nachgerechnet: Ein LCD-Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 80 Zentimetern verursacht während seiner zehnjährigen Lebensdauer Stromkosten zwischen 200 und 500 Euro, ein 160-Zentimeter-Plasmafernseher gar 600 bis 1300 Euro. Damit es kein böses Erwachen gibt, hat der BUND zusammen mit dem Freiburger Öko-Institut eine Online-Datenbank erstellt: Unter www.bund.net/tv-finder kann man unter Berücksichtigung von Größe und Zusatzfunktionen unter 400 Geräten das sparsamste finden. Auch das Umweltbundesamt (UBA) rät: Kaufen Sie nicht das maximal Mögliche, sondern das für Sie persönlich Sinnvolle. Zum Vergleich: Ein PC für aufwändige Spiele kann pro Jahr gut 150 Euro Strom verbrauchen. Ein sparsamer Multimedia-PC, für die meisten Nutzer völlig ausreichend, kommt auf nur 17 Euro.

Weiter auf sich warten lässt ein Energielabel, anhand dessen die Verbraucher (wie bei Kühlschränken oder Waschmaschinen) sehen könnten, ob das Gerät ein Stromfresser ist. Das Europaparlament hat im Frühjahr einen entsprechenden Vorschlag abgelehnt, nun werden EU-weit erst einmal Studien erstellt. Frühestens 2012 dürfte es eine Kennzeichnung geben.

Energiesparen zu Hause: Hier lesen Sie mehr zum Thema

+++ Schnurlose Telefone: Falsche Versprechungen +++

Es ist mittlerweile Konsens: Solange wir die gesundheitlichen Langzeitfolgen elektromagnetischer Strahlung nicht einschätzen können, sollten wir versuchen, die Dosis möglichst gering zu halten. Zu den Hauptstrahlungsquellen in der Wohnung gehören DECT-Telefone. Viele strahlen auch dann, wenn sie nicht benutzt werden. Die Zeitschrift "Ökotest" hat für das Septemberheft Geräte getestet, die mit der Bezeichnung "eco" oder "strahlenreduziert" werben. Ergebnis: Bei etlichen Modellen handelt es sich um leere Versprechungen. Lediglich drei von 13 getesteten Geräten erhielten immerhin ein "befriedigend." Erfreulich hingegen: Der Stromverbrauch ist im Vergleich zum letzten Test 2007 stark zurückgegangen.

Wie gefährlich ist Elektrosmog? Hier lesen Sie mehr zum Thema

+++ Teurer Atomstrom: Bürger zahlen für Subventionen +++

Vermutet wurde es schon lange, im Auftrag von Greenpeace haben es nun Wissenschaftler vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft nachgerechnet: Atomenergie kostet die Bundesbürger viel mehr als bislang angenommen. Von 1950 bis 2008 flossen 165 Milliarden Euro an staatlichen Mitteln in den Ausbau der Atomenergie; mindestens 92 Milliarden Euro kommen künftig noch dazu.

Die Bundesregierung listet in ihren Berichten weniger als 200 Millionen Euro an Subventionen auf. Doch dabei, so kritisieren die Wissenschaftler, wurden zum Beispiel die Forschungsförderung oder auch Steuerbefreiungen, die es für Kernbrennstoffe lange gab, nicht berücksichtigt. Jede Kilowattstunde Atomstrom, so bilanzieren die Wissenschaftler, wird mit etwa 3 Cent subventioniert. Nicht berücksichtigt sind jene Kosten, die von den Kraftwerksbetreibern selbst bezahlt werden: Der "Rückbau", also die Demontage eines einzigen stillgelegten Atomkraftwerks, verschlingt mehr als 500 Millionen Euro.

Eine am 8. September veröffentlichte repräsentative Meinungsumfrage von Infratest dimap ergibt denn auch: Nur vier Prozent der Bundesbürger glauben, dass längere Akw-Laufzeiten zu sinkenden Strompreisen führen werden. Nur 15 Prozent glauben, es gehe den Energiekonzernen dabei um die Sicherheit der Stromversorgung, Dreiviertel der Befragten meinen hingegen, es gehe den Betreibern um den Gewinn.

Ökostrom statt Atomstrom: Hier lesen Sie mehr zum Thema

+++ Tag der Energiesparrekorde +++

Einen "Tag der Energiesparrekorde" veranstaltet die Deutsche Energie-Agentur (dena) am Samstag, den 10. Oktober. Bundesweit können dann energieeffiziente Häuser besichtigt werden. Die Palette der Gebäude reicht vom Einfamilienhaus der 60er Jahre bis Stadtvilla, vom Fertighaus bis zum Plattenbau. Auch öffentliche Gebäude wie zum Beispiel Schulen sind dabei. Interessierte können sich vor Ort kostenlos beraten lassen. Weitere Infos: www.zukunft-haus.info.

BRIGITTE.de: Alle Themen im Überblick

Text: Beate Koma Fotos: Fotolia.com, iStockphoto.com

Wer hier schreibt:

Beate Koma
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.