Kölner Dom schaltet das Licht aus

Die Pegida-Demo in Köln fand am Montag im Dunkeln statt. Wie schon im Dezember in Dresden wurde den Demonstranten aus Protest das Licht abgeschaltet.

Plötzlich standen die Kölner Pegida-Anhänger im Dunkeln: Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hatte angeordnet, die Beleuchtung des Kölner Doms als Zeichen des Protests gegen Fremdenfeindlichkeit abzuschalten.

Ihre Ablehnung durch die Kirche trifft die Pegida-Anhänger vermutlich besonders hart. Als Demonstranten gegen eine "Islamisierung des Abendlandes" beziehen sie sich gern auf "christliche Werte", um sich auf religiös-kultureller Ebene von den Muslimen in Deutschland abzugrenzen. Doch die Kirchen gehen auf Distanz: "Da soll angeblich eine christliche Prägung unserer Kultur mit dem Mittel der Ausgrenzung verteidigt werden. Wer so redet, weiß offenbar selbst nicht, was er da verteidigt. Wenn ich sehe, dass da schwarz-rot-gold angestrichene Kreuze hochgereckt werden, gruselt es mich. Das ist wirklich pervers", sagte etwa Bischof Christian Krause in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Auch in Berlin gingen am Montag die Lichter aus: Weder Brandenburger Tor noch Fernsehturm waren während der Pegida-Demonstrationen beleuchtet. Vorbild war die Semperoper in Dresden, die bereits Ende Dezember dafür sorgte, dass die Demonstranten im Dunkeln standen.

Zusätzlich herrschte noch Verwirrung über die Pegida-Proteste in Dresden: Auslöser war ein Artikel des Satire-Portals "Der Postillon", der über eine Absage der Demo wegen Konflikten der Veranstalter informierte. Zusätzliche Glaubwürdigkeit bekam die Meldung dadurch, dass sie auf der Pegida-Facebook-Seite von einem vermeintlichen Pegida-Gründer bestätigt wurde. "Tschüß PEGIDA! Ich bin jetzt alleine das Volk!", schrieb der angebliche Mitorganisator "Lars Kressmann" dort, nachdem er sich zuvor darüber ausgelassen hatte, was ihn mittlerweile an Pegia alles stört. Ein Fake, der von den echten Veranstaltern umgehend dementiert wurde. Trotzdem sorgte die Mischung aus Facebook-Posting, Postillon-Artikel und einem angeblichen Spiegel-Online-Artikel dafür, dass vielen Teilnehmern bis zuletzt unklar war, ob die Veranstaltung in Dresden tatsächlich stattfinden würde.

heh
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