Supermarkt öffnet mit leeren Regalen – der Grund geht uns alle etwas an

Als am Montag eine Penny-Filiale ihre Türen öffnete, standen die Kunden vor leeren Regalen. Der Supermarkt will damit auf ein großes Problem hinweisen.

So würde man sich vielleicht einen Supermarkt im Räumungsverkauf vorstellen. Lauter leere Regale, an denen nur noch Preisschilder von Produkten kleben, die für uns selbstverständlich sind: Äpfel, Birnen, Kaffee, Kakao, Tiefkühlpizza, Gummibärchen, Babybrei. Alles weg. Übrig sind nur Produkte wie Windeln, Bananen, Fleisch und viele Molkereierzeugnisse. 

So sähe es im Supermarkt ohne Bienen aus

Genau so sah es am Montag in einem Penny-Markt in Hannover aus. Doch die Filiale steht weder kurz vor der Schließung, noch hatte sie Lieferschwierigkeiten. Im Rahmen einer Umwelt-Aktion mit dem NABU (Naturschutzbund) hatten die Angestellten die Regale absichtlich leer geräumt, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen: Bienensterben!

"Man macht sich überhaupt keine Vorstellung davon, wie viele Produkte ohne die Bestäubungsleistung der Insekten wegfallen würden", so Stefan Magel von Penny. Deshalb hat uns die Filiale in Hannover mit dieser Aktion mal gezeigt, wie viel wir den Bienen verdanken: Entfernt wurden nämlich nur Produkte, für die wir Bienen brauchen – doch das waren 60 Prozent des Standard-Penny-Sortiments. 

Pflanzenöle, Bienenwachs und Shea-Butter – Bienen sind nicht nur an Obstanbau und Blumenzucht beteiligt, sondern leisten auch bei der Produktion von Gummibärchen und Cremes ihren Beitrag.

Das drittwichtigste Nutztier für den Menschen

Denn auch wenn wir bei Bienen und Bestäubung in erster Linie an Obstblüten und Blumen denken: das Sonnenblumenöl für die Tiefkühlpizza, die Shea-Butter aus unserer Creme und das Wachs, mit dem Gummibärchen beschichtet werden, könnten ohne die Bestäubungsleistung der fliegenden Insekten ebenfalls nicht gewonnen werden.    

Es ist nunmal Fakt: Bienen sind direkt nach Rindern und Schweinen die wichtigsten Nutztiere für den Menschen, denn sie bestäuben 75 Prozent unserer Kultur- und sogar 90 Prozent der Wildpflanzen. Umso dringender geht es uns auch alle etwas an, dass den wertvollen Insekten vor allem durch die industrielle Landwirtschaft das Leben zunehmend schwer gemacht: Laut einer Studie vom NABU ist ihr Bestand in den vergangenen drei Jahrzehnten in Biomasse gemessen um 75 Prozent zurückgegangen. Auch die Zahl der Wildbienen-Arten hat sich dramatisch reduziert. 

"Man kann sich die Folgen des alarmierenden Insektenrückgangs nicht oft genug vor Augen halten", sagt Leif Miller vom NABU, "schließlich ist nicht nur die menschliche Versorgung mit Lebensmitteln gefährdet, sondern auch das Funktionieren der Ökosysteme."

Was das Aussterben der Bienen für unsere Zukunft und unseren Alltag bedeuten würde, hat diese Penny-NABU-Aktion ja nun eindrucksvoll gezeigt. Und in einem werden wir uns wohl alle einig sein: Eine Zukunft ohne Bienen kann niemand wollen! 

Supermarkt ohne Plastik: Obst und Gemüse im Eingangsbereich
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