Porträt: Dorothee Schumacher

Dorothee Schumacher beweist, dass tolle Looks nicht aus Paris oder Mailand kommen müssen. Gerade hat sie in Mannheim in einer stillgelegten Fabrik ihre Frühjahrs- und Sommerkollektion 2008 vorgestellt. Mode für Lebenskünstlerinnen - schwingend und stylish.

DOROTHEE SCHUMACHER IST ...

... empathisch: Styling hat für Dorothee Schumacher (41) viel mit Emotionen zu tun: "Ich will wissen, welche Sehnsüchte und Gefühle die Frauen haben", sagte sie Brigitte.de. Diese setzt sie dann in ihrer Mode um. Über ihre Kleidung drückt sie sich aus - so wie es andere beim Malen oder Schreiben tun.

... anspruchsvoll: Schumacher-Design soll auf Chanel treffen können, ohne blass dabei auszusehen. Ein Anspruch, den die Designerin locker erfüllt - die "Fashion-Victims" im Film "Der Teufel trägt Prada" tragen Schumacher genauso selbstverständlich wie Chanel, Hermès und Versace.

Fashionshow in Mannheim: Die Frühjahrs- und Sommerkollektion 2008 von Schumacher.

... sportlich: Morgens um 6 Uhr steht die Yoga-Lehrerin bei ihr auf der Matte. Joggen und Reiten stehen ebenfalls auf ihrem Sport-Programm. In ihrer Firma gibt es Yoga- und Selbstverteidigungskurse für die rund 80 Mitarbeiter - und die Chefin.

... geerdet: Schumacher gibt es inzwischen in 38 Ländern. Doch die Firma in Mannheim holt die Designerin immer wieder aus der internationalen Modewelt auf den Boden der Tatsachen zurück. "Unser Firmengelände liegt im Industriehafen, einer Gegend, durch die fast nur Lkw rattern" erzählte sie dem Wochenmagazin "Die Zeit". Von ihrem Bürofenster aus blickt sie auf Schornsteine und Container - und geht auch mal ungeschminkt durch die Stadt.

... gut organisiert: Klar, organisiert muss sie sein, als Geschäftsfrau mit vier Kindern. Ihre Mädchen und Jungen sind zwischen 6 und 17 Jahre alt. Die beiden ältesten besuchen Internate in der Schweiz und in England. Einen Geschäftstermin in der Schweiz verknüpft sie gern mit einem Besuch bei ihrem Sohn. Sie hat auch kein Problem damit, nach einigen Stunden Arbeit mit Stoffauswahl und Marketing-Besprechungen, um 16 Uhr nach Hause zu gehen und sich um die Kinder zu kümmern. "Bei uns im Team arbeiten viele Frauen - die haben dafür Verständnis", sagt sie.

... flexibel: Eine strickte Trennung zwischen Geschäfts- und Privatleben gibt es bei ihr ohnehin nicht. Sie nimmt auch mal ein Kind mit, wenn sie sich abends im Restaurant noch mit einem Lieferanten aus Italien oder einer Journalistin aus New York trifft. Oder sie lädt die Besucher gleich zu sich nach Hause ein. Ihre Kinder kennen ihren Showroom in Düsseldorf genauso wie den in Mailand.

... weltoffen: Beim letzten Thailand-Urlaub nahm sie ihre Kinder ins Kloster mit, um den Mönchen Opfergaben zu überbringen. Die Zeremonie begann um 5 Uhr morgens. "Auch wenn sie geschimpft haben - ich glaube, das Bild der Mönche in ihren orangefarbenen Gewändern bleibt in ihrer Seele. Und das Gefühl, diesen sanften und bescheidenen Menschen etwas abgegeben zu haben."

Text: Monika Herbst Foto: Steffen Diemer (Porträt), SINGHOFF GmbH

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Monika Herbst
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