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5 kleine Dinge, die DU im Alltag gegen Rassismus tun kannst

Rassismus: Grafik unterschiedlicher Frauen
© Atlas Studio / Shutterstock
Rassismus geht jeden etwas an – deswegen kann auch jeder ihn bekämpfen. Amnesty International gibt nun Tipps, was du im Alltag gegen Rassismus tun kannst.

Rassismus existiert in deiner Welt nicht? Bei diesen Gedanken ertappen sich viele von uns. Schließlich "sieht man doch gar keine Unterschiede" oder "nimmt diese überhaupt nicht mehr wahr". Und wenn, dann "spielen sie doch heutzutage gar keine Rolle mehr", oder? Wären da nicht rechtsradikale Anschläge, aufstrebende Parteien, die uns besorgniserregend stark an Deutschlands dunkle Vergangenheit erinnern – oder schwarze Menschen, die von weißen Polizisten getötet werden. 

Solche Ereignisse sind es, die uns von Zeit zu Zeit aus unserer Filterblase holen. Und das ist unangenehm, aber gut so. Denn auch wenn wir von uns selbst sagen würden, Rassismus spiele in unserem Alltag keine Rolle mehr – er existiert. Nach wie vor, jeden Tag, in Deutschland genauso wie aktuell in den USA. Und zwar auch unabhängig von großen Schlagzeilen. Im Kleinen verhalten sich viele Menschen noch rassistisch, ohne es überhaupt zu merken. Deswegen ist es an der Zeit für uns, aufzuwachen. Denn nicht rassistisch zu sein, reicht nicht. Vielmehr müssen wir bewusst anti-rassistisch sein. 

Aber wie geht das eigentlich? Was kann ich selbst gegen Rassismus tun? Amnesty International hat Tipps herausgegeben, mit denen "weiße Menschen gegen Alltagsrassismus aktiv werden können". Und die haben wenig mit anderen und viel mit uns selbst zu tun.

Es fängt bei dir selbst an: 5 Tipps gegen Rassismus

Informieren

Nur weil du denkst, Rassismus sei kein Problem mehr, ist dem nicht so. Jeder Mensch hat leider eine ganz eigene Realität, bei der Wunschdenken eine große Rolle spielt. Deswegen: Nimm bewusst eine andere Perspektive ein. Frage bei Menschen of Color in deinem Umfeld doch mal nach. Austausch ist am wichtigsten, um ein Bewusstsein zu schaffen. Beschäftige dich mehr mit der Sichtweise von Betroffenen, lies ihre Blogs, folge ihnen auf sozialen Medien.

Sei dir bewusst, dass du privilegiert bist

Zwei Menschen bewerben sich um eine Wohnung oder einen Job – einer ist schwarz, einer weiß. Was meinst du, wer nach wie vor bevorzugt wird? Amnesty International weist darauf hin, dass das Wissen und sich Eingestehen um Privilegien sogar helfen kann – denn dann kannst du deine Stimme gegen Rassismus nutzen, die vielleicht mehr gehört wird als die von Betroffenen.

Aufmerksam sein

Man hört gerne weg, wenn es unangenehm wird. Deswegen muss man aktiv hinhören, um sich zu sensibilisieren: Wie wird in deinem Umfeld über Rassismus gesprochen? Gibt es Menschen, die selbst Erfahrungen gemacht haben? Frag nach  – und höre zu. So gibst du dem Thema mehr Raum.

Hinterfrage dich

Rassismus kann angelernt sein. Du willst von Natur aus vielleicht gar nicht rassistisch sein, denken oder agieren – im Alltag wird sich so gut wie jeder aber dabei ertappen. Verdränge solche Momente nicht, sondern erinnere dich daran, um dich zu ändern. "Verantwortung für Rassismus zu übernehmen bedeutet in erster Linie, dich selbst kritisch zu hinterfragen", rät Amnesty International. 

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Spring über deinen Schatten

Die ersten vier Punkte waren einfach – wenn auch keine leichte Kost. Doch dabei hast du dich vor allem mit dir und deinen Ansichten auseinandergesetzt. Nun geht es darum, sich mit der Gegenseite zu beschäftigen. Wenn du dich mehr mit Rassismus beschäftigt hast, wird er dir im Alltag auch vermehrt auffallen. Dann heißt es: Sag etwas. Thematisiere eine Situation, eine Wortwahl oder einen Witz, wenn du das Gefühl hast, er überschreitet Grenzen. Das wird nicht immer angenehm – für den Angesprochenen ist es meist aber noch unangenehmer, vor allem wenn der Rassismus unbewusst geschieht. So gibst du deine Sensibilität an andere weiter. Und je öfter du dich traust, Missstände anzusprechen, desto seltener treten diese zukünftig hoffentlich auf!


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