Schlechte Nachrichten zu "real": Erste Filialen werden geschlossen

Schlechte Nachrichten für die Angestellten der Supermarktkette "real": Mitte Februar wurde die Handelskette an russische Investoren verkauft. Jetzt werden erste Filialen geschlossen.

Wie "Spiegel online" und "Reuters" berichten, sind rund 650 Mitarbeiter von den Schließungen der sieben Filialen der Supermarktkette "real" betroffen. Laut den "ruhrnachrichten" sind Märkte in Bamberg, Deggendorf, Augsburg, Papenburg, Rheine, Bad Sobernheim und in Wildau bei Berlin betroffen. Zudem stehen weitere der aktuell 276 Filialen in Deutschland vor dem Aus. 

Die Supermarktkette mit ihren insgesamt rund 34.000 Beschäftigten soll bald von den Investoren SCP Group und X+Bricks übernommen werden. Der Kaufvertrag wurde dem Bericht zufolge im Februar besiegelt. Allerdings müssen die Wettbewerbsbehörden der Transaktion noch zustimmen. SCP hatte demnach bereits angekündigt, einen Großteil der Filialen verkaufen zu wollen. Ein Kern von 50 Märkten soll über zwei Jahre noch weiter betrieben werden. Aktuell geht SCP davon aus, dass 30 Standorte von "real" geschlossen werden.

"Die Nachrichten sind niederschmetternd"

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert den Vorgang deutlich: "Das ist ein bitterer Tag für die Beschäftigten bei real und es sind wohl leider nicht die letzten schlechten Nachrichten nach diesem desaströs geführten Verkaufsprozess", kommentiert Stefanie Nutzenberger, Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die jetzt bekannt gewordenen Schließungen von sieben real-Filialen in einer Pressemitteilung.

Nutzenberger fordert: "Wir erwarten, dass die Beschäftigten der Schließfilialen alle nötige Unterstützung bekommen. Für die Beschäftigten und ihre Familien sind die heutigen Nachrichten niederschmetternd."

Einkaufwagen

"Es wäre ein Armutszeugnis"

Außerdem fordert Verdi mehr Unterstützung für die Beschäftigten im Einzelhandel durch die Politik: "Die Erwerber von real müssen alles tun, um die Zahl der Schließfilialen klein zu halten. Wir erwarten, dass die heute bekannt gewordenen Schließungen nicht noch auf die vermeintlich 30 Filialschließungen, die als Zahl kursieren, oben draufkommen. Zudem fordern wir von den Erwerbern, dass sie den Übergang bei real tarifvertraglich mit ver.di gestalten. Die Beschäftigten bei real brauchen die Rückkehr in die volle Tarifbindung, sie brauchen Sicherheit für ihre Arbeitsplätze und existenzsichernde Einkommen. Dafür muss sich endlich auch vehementer die Politik, etwa das Bundeswirtschaftsministerium, einsetzen. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn die Arbeitsplätze der vor allem weiblichen Beschäftigten im Einzelhandel mal wieder so viel weniger zählen als Arbeitsplätze in der Industrie."

Verwendete Quellen: spiegel.de, verdi.de, ruhrnachrichten.de

mh
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