Emma Watson: "Feminismus ist ein Synonym für Männer-Hass geworden"

Standing Ovations für Emma Watson: Die Schauspielerin und UN-Botschafterin startete die neue UN-Kampagne "HeForShe" - mit einer fulminanten Rede über Gleichberechtigung.

Schauspielerin, Stil-Ikone, Literaturwissenschaftlerin und seit kurzem auch UN-Botschafterin für Frauenrechte: Emma Watson, gerade mal 24 Jahre alt, hat bereits eine unglaubliche Karriere hinter sich. Und wenn wir uns ihr entschlossenes, schlaues Gesicht anschauen, dann sind wir überzeugt: Diese Frau wird es noch viel weiter bringen.

Am Wochenende hatte die junge Britin, die mit ihrer Rolle der Hermine aus den "Harry Potter"-Filmen bekannt wurde, ihren ersten großen Auftritt im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York. Es ging um die neue UN-Kampagne "HeForShe", die für Gleichberechtigung der Geschlechter in der Welt werben soll. Emma Watson, seit Juli UN-Sonderbotschafterin, sollte den Startschuss geben.

Ein bisschen nervös sei sie, gab sie in ihrer Rede offen zu und stellte selbst die Frage, die womöglich viele Zuhörer beschäftigte: "Warum dieses Harry-Potter-Mädchen? Was macht sie bei den UN?" Sie machte klar, was ihr das Thema Frauenrechte bedeutet: "Ich weiß nur, dass mir dieses Problem sehr wichtig ist und dass ich es besser machen will."

Emma Watson sprach auch über das Image des Feminismus, das ihrer Ansicht nach gelitten habe in den letzten Jahren. "Je mehr ich über den Feminismus spreche, desto mehr merke ich, dass der Kampf für Frauenrechte zu einem Synonym für Männer-Hass geworden ist." Feministinnen würden oft als zu stark, zu aggressiv, unattraktiv und Männer-hassend wahrgenommen. "Das muss aufhören."

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"Männer, die Gleichberechtigung der Geschlechter ist auch eure Angelegenheit."

Emma Watson wandte sich dann direkt an die Männer, die von der UN-Kampagne "HeForShe" aufgefordert werden, sich mit den Frauen zu solidarisieren.

"Männer, ich möchte die Gelegenheit nutzen und euch einladen, denn die Gleichberechtigung der Geschlechter ist auch eure Angelegenheit." Es werde viel zu selten darüber gesprochen, dass Männer ebenfalls Gefangene von Geschlechterklischees seien. Ihr eigener Vater sei für seine Elternrolle nie so anerkannt worden wie ihre Mutter. Und immer noch sei es für Männer sehr schwer, Schwäche zu zeigen und Hilfe zu suchen, wenn es ihnen schlecht gehe. "Tatsächlich ist Selbstmord Todesursache Nr. 1 für Männer zwischen 20 und 49 in Großbritannien", so Watson. Auch Männer müssten also von Stereotypen befreit werden, dann würde sich automatisch auch die Lage der Frauen verbessern.

"Kein Land der Welt kann bislang behaupten, eine Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht zu haben", erklärte Watson ihren Zuhörern. Doch es lohne sich weiter dafür zu kämpfen. "Denn dann können wir alle freier leben und darum geht es schließlich bei 'HeForShe': um Freiheit."

Als Emma Watson mit diesen Worten ihre Rede beendete, sprangen die Zuschauer in New York von ihren Sitzen und dankten ihr mit einem langen Applaus. Offensichtlich haben die Vereinten Nationen genau die richtige Frau gefunden - und Emma Watson ihre bislang beste Rolle.

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