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RTL-Spendenmarathon-Patin Janin Ullmann "Es ist ein menschenunwürdiges Leben für Frauen in Nepal"

Janin Ullmann in Nepal
© shotbyshanti / RTL
Janin Ullmann ist als Projektpatin für die "Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V." nach Nepal gereist. Dort setzt sie sich für bessere hygienische Bedingungen für Mädchen und Frauen ein – in einer Kultur, in der die Periode noch immer als unrein gilt.

In einem kleinen, verlassenen Verschlag über dem Ziegenstall muss sich die Manisha während ihrer Menstruation aufhalten. Das sind sieben Tage jeden Monat, die sie ganz alleine auf einer dünnen Matte verbringt. Die 14-Jährige lebt mit ihrer Mutter und ihren fünf Geschwistern in einem kleinen Dorf mehrere Stunden Autofahrt von Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, entfernt. Der Zyklus einer Frau gilt in Nepal immer noch als unrein.

Moderatorin und Journalistin Janin Ullmann ist als Projektpatin für die "Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ nach Nepal zu Manisha gereist. Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Zahl der Kinder, die in Armut leben, ist durch die Coronakrise von 1,3 Millionen auf sieben Millionen gestiegen. Doch nicht nur die Armut ist ein großes Problem, auch alte, verwurzelte Traditionen, wie die Ausgrenzung von Frauen, die ihre Periode haben. "Es macht mich richtig sauer zu sehen, wie Mädchen hier ausgegrenzt werden! Umso beeindruckender finde ich es, dass Manisha mir erzählt hat, wie sie während ihrer Periode behandelt wird. Sie darf nicht zuhause schlafen, sondern muss im Ziegenstall auf einer dünnen Bastmatte hausen, darf kein Sonnenlicht sehen, ihre männlichen Familienmitglieder nicht anschauen, weil sie sonst angeblich tot umfallen würden und sie darf auch das Obst, das es im Garten gibt, nicht anfassen, weil es sonst, so die Tradition, verfaulen würde. Es ist ein menschenunwürdiges Leben für Frauen in Nepal“, so Janin Ullmann ergriffen.

Auch zur Schule darf Manisha während ihrer Periode nicht gehen, obwohl sie sehr gerne dort lernt – auch wenn das Gebäude mehr als baufällig ist. Fließendes Wasser oder separate Toiletten für Mädchen gibt es nicht. Schlechte sanitäre Einrichtungen und mangelnde Geschlechtersensibilität, vor allem im Hinblick auf die weibliche Menstruation, sind eine der Hauptursachen für den Schulabbruch von Mädchen in Nepal. "Das können wir ändern!“, so Janin Ullmann. "Es ist ganz wichtig, dass wir so viele Spenden wie möglich sammeln. Wir können die Traditionen hier von heute auf morgen nicht brechen, aber das, was wir tun können, müssen wir tun – nämlich für fließendes Wasser an den Schulen und eigene Mädchentoiletten sorgen. Das würde so viel für die Mädchen hier verändern. Bitte helfen Sie und Spenden Sie für Marisha und viele andere jungen Frauen in Nepal!“

Beim RTL-Spendenmarathon am 17. und 18. November 2022 wird der Besuch von Janin Ullmann in Nepal gezeigt und die Zuschauer:innen zu Spenden aufgerufen. Mit den gesammelten Geldern wird die "Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e. V." gemeinsam mit help alliance und Mastercard an 70 Schulen in Nepal die hygienische Situation verbessern. Nicht nur fließendes Wasser und eigene Toiletten für Mädchen sind das Ziel, sondern auch die Durchführung von umfassender Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung. Indirekt würden so knapp 100.000 Menschen davon profitieren.

Hintergrund

Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt: Zehn Jahre Bürgerkrieg, zwei verheerende Erdbeben, gefolgt von Indiens Wirtschaftsblockade und dann die Covid-19-Pandemie. Davon betroffen sind vor allem auch die Kinder in den abgelegenen Regionen des Landes. Laut dem jüngsten UNICEF-Bericht stieg die Zahl der in Armut lebenden Kinder in Nepal durch die Corona-Krise von 1,3 Millionen auf 7 Millionen. In den vergangenen Jahren hat help alliance bereits Schulen in Nepal wiederaufgebaut und so den Kindern den Weg zurück in ein "normales Leben“ ermöglicht. Mit dem neuen ganzheitlichen Programm soll nun dort angeknüpft werden, um die tief verwurzelten sozialen Stigmata und Probleme in ländlichen Dörfern im Himalaya anzugehen. Viele Schulen verfügen nicht einmal über die Grundvoraussetzungen wie Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene (WASH). Über 3.500 Schulen haben keinen Zugang zu Wasserquellen, und mehr als die Hälfte aller Schulen haben keine Mädchentoiletten mit fließendem Wasser. Schlechte sanitäre Einrichtungen und mangelnde Geschlechtersensibilität  –  vor allem im Hinblick auf die weibliche Menstruation - wurden als eine der Hauptursachen für den Schulabbruch von Mädchen identifiziert. Zudem leiden immer mehr Kinder unter Nahrungsknappheit. Das Programm integriert die Bereiche Bildung, gesundheitliche Aufklärung, Wasserversorgung sowie klimaresistenten Anbau. Unter dem Motto "Die Mädchen von heute sind die Frauen von morgen“ stehen unterschiedliche Maßnahmen für Mädchen dabei im Fokus: der Aufbau entsprechender sanitärer Anlagen, um ein hygienisches Umfeld vor allem während der Menstruation zu sichern, Mädchenvertretungen an den Schulen, um den Mädchen eine Stimme zu geben, die Leistung von Aufklärungsarbeit in der allgemeinen Bevölkerung, der Regierung aber auch in den Familien selbst. Weil viele Kinder und Familien in den ländlichen Regionen auch unter Nahrungsmittelknappheit leiden, werden zusätzlich Maßnahmen zum klimaresistenten Anbau und die Einführung von Agroforstwirtschaft umgesetzt - eine Schlüsselkomponente für Ernährung und Lebensunterhalt. 8.264 Mädchen und 7.983 Jungen aus 70 Schulen, 772 Lehrer sowie über 1.000 Personen, die sich in kleineren Organisationen für die Rechte von Mädchen und Frauen starkmachen würden von dem Programm direkt profitieren. Indirekt wären es knapp 100.000 Menschen im Projektgebiet, sowie ein großes Publikum des spezifischen Radioprogramms im ganzen Land.

"Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V." und der RTL-Spendenmarathon

Seit 1996 engagiert sich  RTL für Not leidende Kinder in Deutschland und der ganzen Welt Sämtliche Kosten für Personal, Produktion und Verwaltung, die rund um die "Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V." und den dazugehörenden RTL-Spendenmarathon entstehen, trägt RTL Deutschland. So fließt jeder Cent der gesammelten Gelder ohne Abzug in ausgewählte Kinderhilfsprojekte. Dafür stehen die Stiftung RTL und der RTL-Spendenmarathon, die längste Charity-Sendung im deutschen TV. Jedes Jahr wird die Stiftung durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) geprüft und trägt seit 2002 das begehrte DZI-Spendensiegel. In den vergangenen Jahren konnten mehr als 248,3 Millionen Euro gesammelt werden. Die „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ förderte damit hunderte Kinderhilfsprojekte. Hunderttausenden Not leidenden Kindern in Deutschland und aller Welt wurde so nachhaltig geholfen. Mehr Infos findest du hier.

Brigitte

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