Billigfleisch, Müllberge und Feinstaub - können wir noch mit gutem Gewissen grillen?

Grillen gehört zum Sommer dazu wie Sonnenschein und Eistee - doch während wir uns früher einfach treffen konnten und eine gute Zeit miteinander verbracht haben, grillt inzwischen vor allem das schlechte Gewissen mit.

Egal ob im Park, im heimischen Garten oder beim Straßenfest: Grillen ist ein fester Bestandteil des Sommers. Und es ist ja auch einfach herrlich: Unter freiem Himmel brutzeln wir uns was Leckeres, können uns unterhalten, die Sommerstimmung genießen und einfach eine tolle Zeit verbringen.

Doch wie unbeschwert kann man heute eigentlich noch ein Würstchen im Rauch drehen? Schließlich gibt es rund um den Kugelgrill eine Menge Glaubenskriege auszufechten - und so einige Dogmen können aufeinander treffen.

Das schlechte Gewissen grillt mit

"Ihr grillt mit Holzkohle? Denkt doch mal an die Feinstaub-Belastung!" - "Wie kann man nur eingeschweißtes Nackensteak für 1,99 Euro essen?" - "Einweg-Geschirr? Das geht ja gar nicht!"

Ja, es gibt genug Dinge, die schief laufen in unserer Gesellschaft. Es passieren Umweltsauereien, Tierquälereien, Rücksichtslosigkeiten. Aber müssen wir uns davon den Spaß am gemütlichen Grill-Abend mit Freunden nehmen lassen? Warum können wir nicht einfach alle selber nachdenken und nach bestem Wissen und Gewissen handeln?

Jeder so, wie er mag

Natürlich nervt es, wenn man nach dem Grill-Abend im Park über riesige Müllberge nach Hause stolpert. Aber es gibt ein Gegenmittel, das jeder anwenden kann: Einfach den eigenen Müll mit nach Hause (oder zumindest bis zum nächsten Container) nehmen - wenn wir das alle machen, gibt es keine Müllberge mehr in Parks am Morgen danach.

Und diese ständige Diskussion, was auf den Grill darf und was nicht - vegan, vegetarisch, faires Bio-Fleisch oder doch billige Bratwurst? Lasst doch jeden essen, was er möchte! Ja, es ist eine Schweinerei, was in vielen Tier-Aufzuchtstationen geschieht (das Wortspiel war nicht beachsichtigt, passt allerdings gut) - aber müssen wir unserem Nebenmann zwischen Glut und Kräuterbaguette mit einem Vortrag über Tierwohl den Appetit verderben? Letztlich muss doch jeder selber wissen, was ihm auf den Teller kommt, oder?

Wollen wir uns austauschen, oder diskutieren?

Wie gesagt: In der Welt liegt einiges im Argen und manches davon kann man bei einem gemütlichen Grillabend als Symptom sehen - aber wollen wir an dem Abend wirklich mit Weltverbesserungs-Diskussionen auf die Stimmung drücken? Oder ist es nicht viel eher so, dass wir auf unserer Picknickdecke ohnehin nichts ändern können - außer vielleicht die Stimmung in der Runde?

Also: Lasst uns beim Grillen das Leben genießen! Wer gerne vegan grillt, macht das einfach, wer gerne ein ausgewaschenes Marmeladenglas statt Plastikbechern mitbringt, tut auch das - vielleicht können wir als Vorbilder viel mehr erreichen, als wir als meckernde Weltverbesserer schaffen können. Wie sagte schon Mahatma Gandhi? "Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!"

Übrigens: Wenn du jetzt Lust auf einen netten Grill-Abend bekommen hast, findest du hier unsere liebsten Grill-Rezepte - und ja, wir haben auch Rezepte zum vegetarisch grillen! Weitere Anregungen findest du auch auf unserer Pinterest-Pinwand.

Stockbrot pikant gewürzt

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