Schülerin (18) verklagt ihre Eltern wegen peinlicher Kinderfotos bei Facebook

Dass Eltern gerne jede noch so peinliche Situation ihrer Kinder fotografisch festhalten, sei ihnen gegönnt. Doch müssen diese Bilder dann unbedingt bei Facebook hochgeladen werden? Für eine Schülerin aus Österreich hört der Spaß da definitiv aus!

Hand hoch, wer im Scherz nicht auch schon mal daran gedacht hat, seine Eltern wegen peinlicher Kinderfotos zu verklagen. Denn was Mama und Papa sooo süß finden, weckt in uns oft nur den Wunsch, sofort im Erdboden zu versinken. So erging es auch einer Schülerin aus Österreich, die im Gegensatz zu uns dann aber ernst gemacht hat und ihre Eltern nun vor Gericht zerrt.

Was war passiert?

Von Geburt an haben sie in jeder Lebenslage ihrer Tochter auf den Auslöser gedrückt und das Bild danach bei Facebook hochgeladen. Mehr als 700 Fans nahmen so regelmäßig an ihrem Leben teil. Im Laufe der Jahre wurden so rund 500 Fotos in dem sozialen Netzwerk verbreitet. „Sie kannten keine Scham und keine Grenze. Ob ich auf dem Töpfchen saß oder nackt in meinem Kinderbettchen lag – jeder Schritt von mir wurde fotografisch festgehalten und nachträglich öffentlich gemacht“, erzählt die 18-Jährige, die ihren Namen nicht verraten möchte, dem Magazin ‚Die ganze Woche’.

Sie fordert ihre Eltern schließlich auf, die Bilder zu löschen, doch die verstehen das Problem nicht und weigern sich. "Ich sehe es als mein Recht an, diese Fotos veröffentlichen zu dürfen. Schließlich ist das unser Kind und es ist für meine Frau und mich ein schönes Familienalbum, das bei unseren Facebook-Freunden gut ankommt", zitiert das Magazin ihren Vater.

"Ich habe es satt, von meinen Eltern nicht ernst genommen zu werden"

Der Schülerin wird es daraufhin zu bunt und sie reicht Klage wegen der Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts ein. "Sie haben mich nie gefragt, ob mir das Recht sei. Ich habe es satt, von meinen Eltern nicht ernst genommen zu werden." Der Fall soll im November vor Gericht behandelt werden und ihren Eltern droht dann eine saftige Geldstrafe zwischen 3.000 und 10.000 Euro.

Denn auch wenn es sich bei den "Tätern" hier um die eigenen Eltern handelt, hat jeder laut 'Bild' das Recht am eigenen Foto. Bilder von einem dürfen also nur nach vorheriger Einwilligung veröffentlicht werden. Zwar entscheiden bei Kindern unter sieben Jahren die Erziehungsberechtigten, doch ein Mitspracherecht des Kindes gilt dennoch. Die Chancen, dass die junge Österreicherin den Fall gegen ihre Eltern gewinnt, stehen also gar nicht mal so schlecht.

So oder so, das Verhältnis zu ihren Eltern hat nach dieser Geschichte tiefe Risse bekommen. Mittlerweile soll die 18-Jährige auch zu Hause ausgezogen und mit Freunden in eine WG gezogen sein. 

ag
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