Seehofer und die Frauen

Der neue bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat sein Kabinett vorgestellt: 18 Posten waren zu vergeben - ganze fünf davon gingen an Frauen. BRIGITTE.de hat mit CSU-Frau Daniela Raab über die Gründe gesprochen.

Daniela Raab

BRIGITTE.de: Horst Seehofer hatte ein jüngeres und weiblicheres Kabinett versprochen. Jünger ist es - er ist mit 59 Jahren der Älteste - aber weiblicher? Sind Sie nun wütend?

Daniela Raab: Nein, ich bin sehr zufrieden mit dem Kabinett, ich hatte eigentlich gar nicht so viele Schritte nach vorn erwartet. Auch, wenn die Kritik von Älteren kommt, es sei unmöglich so ein junges Kabinett aufzustellen - da kann ich nur sagen: So jung ist es nun wirklich nicht, es ist genau richtig.

BRIGITTE.de: Aber die Frauen sind definitiv unterrepräsentiert.

Daniela Raab: Nein, wir haben fünf Frauen, die hochkompetent sind. Ich bin ja keine, die sagen würde, wir brauchen jetzt die Hälfte der Ministerposten - Gott sei Dank haben wir keine Quote. Wir haben gute Frauen - und die sind jetzt berechtigterweise auch etwas geworden.

BRIGITTE.de: Aber ein Name fehlt - nämlich der von Christa Stewens, die auch als bayerische Frau von der Leyen bezeichnet werden könnte. Sie führte bisher das Sozialministerium und deckte sehr engagiert auch das wichtige Thema Familienpolitik ab. Sie schätzen Sie doch auch sehr.

Daniela Raab: Ja, ich schätze sie sehr - aber ich denke, man muss die Entscheidung akzeptieren und auch irgendwann den Jüngeren eine Chance geben, weil die sonst nie die Möglichkeit haben, auch mal so gut wie Frau Stewens zu werden. Christa Stewens kann mit erhobenem Haupt das Ministerium verlassen. Sie hinterlässt gut bestelltes Land - das muss man ganz klar sagen und das muss ihr erst Mal einer nach machen. In den nächsten Monaten stehen Europa- und Bundestagswahl an, auch da wird Horst Seehofer wieder die Chance haben sein Versprechen "jünger und weiblicher" einzulösen. Ich bin mir ziemlich sicher, das er das tun wird - auch ohne Quote. Ansonsten werden wir ihn schon dazu bringen.

Interview: Silke BaumgartenFotos: dpa, CDU/CSU

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Silke Baumgarten
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