Einmal Burger mit Sextoy, bitte!

In einem Kopenhagener Fast-Food-Restaurant verkaufen knapp bekleidete Kellnerinnen Burger - und Sextoys. Sexistisch? Klar! Aber kein Grund, sich aufzuregen.

So stellen sich Marketingprofis vermutlich einen Männertraum vor: Im neu eröffneten "Hot Buns" in Kopenhagen gibt es neben Burgern und einer gut sortierten Bar auch Sextoys zu kaufen, serviert von attraktiven Hotpants-Kellnerinnen.

Haben Sie jetzt Kopfschmerzen, weil sich Ihre Augen zu schnell nach oben gerollt haben? Prima, dann klappt das "Hot Buns"-Konzept ja bestens. Denn natürlich gab es schon im Vorfeld ziemlich lautstarke Proteste gegen diesen Fleisch gewordenen Sexismus. Halbnackte Frauen mit Burgern und Sextoys mischen? Das ist so absurd, dass es schon gleichzeitig männerfeindlich ist (wir sollen das ja angeblich toll finden). Kritik, die sich Betreiber Mathias Kaer zu Herzen nimmt: "Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung", sagt er auf BRIGITTE-Nachfrage. "Wir kriegen schließlich nur wegen der Kritiker so viel Presse. Ich finde es lustig, dass sich Menschen über ein so augenzwinkerndes Konzept aufregen - die vergessen halt, dass wir im Jahr 2014 leben."

Und - haha! - da haben wir es wieder: das alte "Ist kein Sexismus, weil lustig gemeint"-Argument. Klar, der Witz geht irgendwie auf Frauenkosten. Aber wenn man nicht darüber lachen kann, ist man halt verklemmt - böse gemeint ist das alles selbstverständlich nicht.

Aber bevor wir jetzt reflexartig nach Luft schnappen und die Empörungs-Regler bis an den Anschlag drehen: Ist es das wert? Es mag zynisch sein, so gezielt auf einen Feministinnen-Shitstorm als Gratis-PR zu hoffen. Aber warum dann noch Energie verschwenden und bei der bestellten Aufregung mitmachen?

So alt wie die Beschwerdeliste des Werberates

So richtig neu ist das alles ohnehin nicht: Seit 1983 verkauft die US-Kette "Hooters" Burger und Chicken Wings mit Kellnerinnen im Hotpants-Cheerleader-Outfit. Werbekampagnen, in denen Frauen in Bikinis sich lasziv Hackfleisch auf der Zunge zergehen lassen, sind so alt wie die Beschwerdeliste des Werberates.

Und bei euch in Kopenhagen gibt es jetzt Burger neben Dildos und Personal in kurzen Hosen? Wow, crazy. In unserer Hamburger Lokalzeitung gibt es jedes Jahr Werbung für Betriebs-Weihnachtsfeiern Marke "Strip & Steak" (Originaltext: "Unsere Tänzerinnen servieren Ihnen 'oben ohne' ein argentinisches Rumpfsteak" - wir wissen nicht so genau, ob das mit dem "Rumpfsteak" wirklich ein Tippfehler ist). Auf Wunsch vermitteln wir gern den Kontakt für Nachhilfe in Sachen Sexismus.

Das macht das "Hot Buns"-Konzept natürlich nicht besser. Aber wenn wir jedes Mal loslaufen, wenn ein Kleinkind "Fang mich doch, du Eierloch!" ruft und wegrennt - mehr steckt ja nicht hinter diesem kalkulierten "Skandal" - kämen wir ja zu gar nichts mehr, schon gar nicht zum Burger-Essen.

Also, "Hot Buns": Wir lassen euch den Spaß. Immerhin versichert ihr ja, dass eure Sextoys nur die offiziell lizensierten "50 Shades of Grey"-Produkte sind - ein Name, der für erstklassige Qualität steht. Und Glückwunsch auch zu der geschäftstüchtigen Erkenntnis, dass Frauen offensichtlich kein Interesse an Burgern und daher auch keinen Grund haben, jemals bei euch vorbeizuschauen (wir wissen spätestens seit dem berühmten David-Hasselhoff-Burger-Video, dass Burger nur was für ganze Kerle sind).

Viel besser gefällt uns allerdings eine Idee der US-Komikerin Amy Schumer: Sie stellte sich in ihrer Show vor, wie ein Burger-und-Sex-Schuppen für Frauen aussehen könnte - eine Persiflage auf "Hooters":

Worauf warten wir? Gleich aufmachen, den Sexy-Burger-Laden für Frauen! Selbstverständlich mit Top-Sextoys, den stilvollsten, hochwertigsten Penispumpen und Analstöpseln für besonders große Ärsche - extra für euch, liebe "Hot Buns"-Betreiber.

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