Denis Mukwege - Hoffnung für Kongos Frauen

Der Arzt Denis Mukwege hat im Kongo mit seinem Panzi-Hospital für Zehntausende Vergewaltigungsopfer einen Zufluchtsort geschaffen.

Die Demokratische Republik Kongo ist laut UNO "für Frauen das gefährlichste Land der Welt". An keinem Ort der Erde werden so viele Frauen vergewaltigt und auf bestialische Weise gequält. Seit 18 Jahren herrscht hier ein Krieg, in dem sexuelle Gewalt als Waffe eingesetzt wird. Systematisch. Berichte und Artikel über den Kongo sind kaum zu ertragen. Mord, Folter, Vergewaltigung. Frauen und Kinder, deren Körper verstümmelt und deren Seelen gebrochen sind. Männer, die sich von harmlosen Viehzüchtern in rohe Bestien verwandeln. Man könnte sie hassen, die Männer - allesamt.

Doch es ist auch ein Mann, der den Opfern Hoffnung gibt. Der Arzt Denis Mukwege hat in der kongolesischen Stadt Bukavu einen der wenigen Orte geschaffen, in dem die geschundenen Frauen Zuflucht finden: das Panzi-Hospital. Mit Spendengeldern und viel Idealismus baute er die Klinik auf, operierte in den ersten Jahren bis zu 20 Frauen täglich. Heute ist das Panzi-Hospital ein großes Gesundheitszentrum mit Ärzten, Schwestern und Psychologen. Spezialisiert auf die schweren Wunden, unter denen vergewaltigte Frauen leiden, an Körper und an Seele. Opfer, die sich eine Behandlung nicht leisten können, werden kostenlos aufgenommen. Mehr als 40.000 vergewaltigte Frauen wurden hier seit der Gründung behandelt. Für viele Frauen ist es eine neue Heimat geworden. Mukwege zeigt ihnen, dass es ein Leben ohne Schmerzen gibt - und Männer, die gut sind.

"Wir können dieses Problem nicht lösen, solange Männer nicht dagegen aufstehen. Sie müssen sich dem entgegen stellen und jenen Männern, die vergewaltigen, sagen: Wir akzeptieren das nicht", sagt Mukwege. "Wenn man nicht vergewaltigt, aber zu Vergewaltigungen schweigt, bedeutet das, dass man sie akzeptiert." Der 58-Jährige wird trotz vieler Drohungen nicht müde, die Welt über die Gräuel aufzuklären. 2012 sprach er vor den Vereinten Nationen und forderte sie zum Handeln auf. Er wies vor allem darauf hin, dass immer mehr Kinder unter den Opfern sind, die im Panzi Hospital behandelt werden.

2013 erhält Denis Mukwege neben drei anderen Preisträgern den "Right Livelihood Award", auch "Alternativer Nobelpreis" genannt. Die Ehrung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Seit Unbekannte vor einem Jahr versuchten, ihn zu ermorden, lebt Mukwege mit seiner Familie in Europa. Fern von seiner Heimat und seiner Klinik. Doch die Aufgabe, die er begonnen hat, ist noch lange nicht beendet.

Mehr über Denis Mukwege und seine Arbeit erfahren Sie unter:

www.rightlivelihood.org www.panzihospital.org

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