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Prozess Hausangestellte aus Singapur servierte ihrem Chef Wasser aus der Toilettenschüssel – jetzt wurde sie verurteilt

Singapur: Glas Wasser wird eingeschenkt
© Nicole Glass Photography / Shutterstock
Eine 32-jährige Frau, die als Hausmädchen bei einer Singapurer Familie arbeitete, soll ihren Arbeitgebern Wasser aus der Toilette serviert oder in Getränkekaraffen gespuckt haben. Doch sie behauptet, Gründe dafür gehabt zu haben.

Zwischen Hausangestellten und Arbeitgebern sollte bestenfalls ein Vertrauensverhältnis herrschen, denn man verbringt zwangsläufig viel Zeit miteinander und ist auf respektvolles Verhalten angewiesen. Bei einem aufsehenerregenden Fall in Singapur haben offenbar beide Seiten gegen diesen gegenseitigen Respekt verstoßen – mit bitteren Folgen. Eine Hausangestellte steht dort nun vor Gericht, doch auch gegen ihre Arbeitgeber gibt es Vorwürfe.

Die 32-Jährige war von den Philippinen nach Singapur zu kommen, und fand über eine Vermittlungsagentur in der Metropole einen Job als Hausmädchen. Doch das Verhältnis zu ihren Arbeitgebern soll von Anfang an frostig gewesen sein: Die Familie nahm ihr das Handy ab und gab ihr nur wenig zu essen. Die Frau rächte sich nach einer Weile auf ihre Art: Sie servierte etwa dem Hausherren Wasser, das sie aus der Toilettenschüssel geschöpft hatte, spuckte in Getränkekaraffen und benutzte die teure Kosmetik der Hausherrin.

Die Angestellte spuckte auch in Wasserkrüge

All das kam nur ans Tageslicht, nachdem die Arbeitgeber Verdacht geschöpft und heimlich Überwachungskameras installiert hatten. Die Aufnahmen waren ebenso eindeutig wie schockierend für die Familie. Als die Vermittlungsagentur der Frau mit sofortiger Kündigung drohte, gestand die 32-Jährige schließlich alles. Sie musste sich vor Gericht verantworten und wurde zu vier Wochen Haft verurteilt.

Was während des Prozesses allerdings auch ans Licht kam: Die Arbeitszeiten der Frau reichten täglich von Sonnenaufgang bis Mitternacht, sie wurde bei kleinen Fehlern grob beschimpft und musste sich morgens von Kaffee und trocken Brot, mittags Haferbrei und abends den Resten der Familie ernähren. Sie wog zum Zeitpunkt der Verhandlung nur noch 40 Kilo. Der Richter verhängte dennoch seine Strafe, mit der Begründung: "Falls Sie Beschwerden hatten, hätte es legitime Stellen gegeben, an die Sie sich hätten wenden können. Das, was Sie getan haben, war nicht der richtige Weg, damit umzugehen."

Quellen:  "MOPO",  "Today Online"

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei stern.de.

wt/stern

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