Sollen wir auf BRIGITTE.de "dick" schreiben?

Wir möchten euch, unsere Leserinnen und Leser, fragen: Sollen wir auf BRIGITTE.de in Zukunft "dick" schreiben – als Zeichen gegen Bodyshaming? Wir freuen uns sehr auf eure Antworten!

Der gefühlte psychische Druck, dünn sein zu müssen, ist für uns alle enorm. Seit Jahrzehnten gelten um uns herum als schön und ideal schlanke Körper, möglichst makellos. Pickel, Dellen, Narben, Kurven – nicht erwünscht. 

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Generationen von uns Frauen und Männern haben sich mit tausenden von Diäten gequält. Zahllose Lebensstunden wurden auf zahllose Abnehm-Methoden verwendet. Viele Menschen sind psychisch krank geworden, leiden unter Essstörungen.

Wir werden traktiert von grell-grausamem Licht in Umkleidekabinen, von zu eng produzierten Klamotten, von abfälligen Blicken, ewig schlanken Models auf Plakaten und heftig verletzenden Figur-Kommentaren von Menschen, die meinen, jemanden kritisieren zu dürfen, der nicht dem Ideal entspricht.

Viel zu viele von uns haben ihre Selbstliebe verloren. Das Vertrauen darauf, dass wir uns so gut fühlen dürfen, wie wir sind, wie unser Leben uns geformt hat. Täglich begleitet uns das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Was der Körper leistet – egal. Was er alles nicht ist, steht im Fokus. Nicht schlank genug. Nicht schön genug.

DU BIST ZU DICK hämmert es in unseren Köpfen.

Wenn wir schließlich abends zu Hause stehen, blicken wir erschöpft in den Spiegel, sehen einen Körper, der nicht der herrschenden Schönheitsdoktrin entspricht und fühlen uns schlecht. 

Wir haben verinnerlicht: Dünn ist gut. Dick ist schlecht.

Dick gilt als Schimpfwort. Wer einen anderen Menschen dick nennt, verfolgt oft das Ziel, diesen zu verletzen.

Dabei gibt es so viele verschiedene Körperformen, wie der Regenbogen Farben hat. Es gibt sehr dünne Menschen, dünne Menschen, etwas mollige, sehr dicke und alles dazwischen. Und jeder dieser Körper hält jeden einzelnen Tag einen liebenswerten Menschen am Leben. Das Herz pumpt. Die Lunge atmet. Die Beine tragen. Die Arme umarmen. Die Augen schauen. Die Lippen küssen. Das Hirn denkt.

Es ist Zeit, dass wir unsere Körper endlich so lieben und gut finden dürfen, wie sie sind. Wir wollen eine Welt, in der sich jeder Mensch mit jeder Körperform wohlfühlen darf.

Darum bezeichnen sich Vorreiterinnen der Body-Positivity-Bewegung von sich aus als "dick" oder auch "fett." Sie wollen erreichen, dass diese Worte nicht länger als moralisch verwerflich gelten, sondern als wertfreie Beschreibung einer Körperform – dass "dick" genauso nur eine Beschreibung ist wie "dünn"

Die damit verbundenen Adjektive nicht länger zu beschönigen, gehört für sie dazu, die Diskriminierung von dicken und fetten Körpern abzubauen.

Auch in der Redaktion von BRIGITTE.de haben wir lange darüber diskutiert: Wollen wir in Zukunft "dick" schreiben, wenn "dick" gemeint ist?

Wollen wir "dick" schreiben, statt "rund, "üppig", "kurvig" oder "stark"?

Einerseits gehört dieses Wort dazu, wenn wir eine Welt mit Akzeptanz für Vielfalt wollen. Andererseits kann es verletzend wirken. Und klar, das wollen wir mit unseren Texten nicht.

Was möchten unsere Leserinnen und Leser?

Sicherlich gibt es viele unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Deshalb möchten wir gerne EUCH fragen – unsere Leserinnen und Leser. Denn was euch bewegt, ist uns wichtig. Hier möchten wir euch die Möglichkeit geben, abzustimmen:

Sollen wir auf BRIGITTE.de in Zukunft "dick" schreiben, wenn es zum Thema gehört? 

Wir freuen uns sehr auf eure Antworten!

Viele liebe Grüße aus der Redaktion,

euer Team von BRIGITTE.de

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