VG-Wort Pixel

Laut UN Das ist die weltweit häufigste Verhütungsmethode bei Frauen

Sterilisation: Indische Frau geht Handwerk nach
© Sandra / Adobe Stock
Hierzulande denken die meisten vermutlich sofort an die Anti-Baby-Pille. Tatsächlich ist in geburtenstarken Ländern wie Indien aber die Sterilisation das häufigste Verhütungsmittel bei Frauen. Ein gefährlicher Eingriff, der schlimme Folgen mit sich ziehen kann. 

Verhütung ist in vielen Ländern immer noch Frauensache. Deutschland stellt da übrigens keine Ausnahme dar, hierzulande bleibt das meist genutzte Verhütungsmittel weiterhin die Pille – für Frauen. Auf dem zweiten Platz: das Kondom. In anderen, vor allem von Armut betroffenen Ländern – meistens auch solche mit schlechter Infrastruktur – ist die weibliche Sterilisation das Mittel zum Zweck. 

Sterilisation – weltweit vor Pille und Kondom

Weltweit gesehen ist die Sterilisation bei Frauen die meistverbreitete Methode zur Verhütung und liegt deutlich vor Pille und Kondom. Allein 2019 ließen sich laut UN mehr als 200 Millionen Frauen auf der ganzen Welt sterilisieren. Die Vasektomie bei Männern – das Äquivalent zur Sterilisation – wird im Vergleich eher selten durchgeführt. 

In Indien ist jede dritte Frau sterilisiert

In bevölkerungsreichen Ländern wie Indien oder China ist jede dritte Frau sterilisiert. In Indien macht das rund 30 Prozent der weiblichen Bevölkerung aus. Dass die Sterilisation die beliebteste Verhütungsmethode ist, liegt vor allem daran, dass Medikamente wie die Pille teuer und nicht für jeden zugänglich sind. Viele bevorzugen dann einen einmaligen Eingriff, wenn sie sich keine regelmäßigen Arztbesuche und Rezepte für Verhütungsmittel leisten können. Und das gilt nicht nur für Indien, auch in den USA und Kanada liegt der Anteil der Sterilisationen bei Verhütung zwischen 18 und 30 Prozent. Das zeigte die Metaanalyse vom The Lancet Magazin, die im Rahmen des "Global Burden of Disease"-Projekts durchgeführt wurde. 

Verhütungsmethoden müssen menschenwürdig sein

In bevölkerungsreichen Ländern wird der Eingriff aus politischen Gründen gefördert, um die Geburtenrate zu senken. In China herrschte noch bis 2015 eine Ein-Kind-Politik. Frauen sollten auf Anordnung der Regierung nicht mehr als ein Kind gebären. In Indien erhalten Frauen 25 bis 30 Euro als Anreiz, sich sterilisieren zu lassen. Das verrät die Inderin Manisha Patel im Interview mit Deutschlandfunk. Zudem gibt es staatliche Sterilisationsprogramme, die sogenannte Massensterilisationszentren unterstützen, in denen Frauen wie am Fließband abgefertigt werden.

Das Problem dabei: Die Operation, bei der die Eileiter durchtrennt oder verödet werden, kann nicht rückgängig gemacht werden. Zudem ist der Eingriff mit Risiken verbunden, die nur durch eine gute Vor- und Nachsorge minimiert werden können. Deswegen kommt es in diesen Zentren immer wieder zu Todesfällen. Viele Frauen werden zudem nicht gut über den Eingriff aufgeklärt und wissen beispielsweise gar nicht, dass dieser irreversibel ist. 

Quellen: Spiegel, Katapult, Taz, Deutschlandfunk, The Lancet, United Nations. Department of Economic and Social Affairs, Population Division (Hg.): Contraceptive Use by Method 2019. Data Booklet. New York 2019, S. 3.

Brigitte

Mehr zum Thema