Besser spenden - kleiner Einsatz, große Wirkung

So können wir mühelos Gutes tun - selbst im Schlaf. Sechs neue Möglichkeiten, wie wir besser spenden, ohne viel geben zu müssen.

Besser spenden, aber wie?

Es gibt so viele soziale Projekte, für die man sich gern engagieren würde, so viele unterstützenswerte Hilfsorganisationen, so viele Spendenaufrufe, denen man folgen sollte. Hätte, würde, könnte, sollte ... meist bleibt es beim schlechten Gewissen, wieder nichts getan zu haben. Entweder fehlt die Zeit für ein Engagement oder schlicht das Geld, um zu spenden. Es gibt aber auch Projekte, bei denen wir mit kleinem Einsatz viel bewirken können.

ShareTheMeal

ShareTheMeal ist eine Initiative des UN World Food Programme (WFP), das weltweit gegen den Hunger kämpft. Mit der App "ShareTheMeal" kann man mit nur einem Klick 40 Cent spenden und damit ein hungerndes Kind für einen Tag ernähren. Mit der Kamera-Funktion kann man auch ein Foto von seinem Essen machen, einen #ShareTheMeal-Filter draufsetzen, spenden und es in den sozialen Medien teilen.

#dreamon: Die App, die uns im Schlaf spenden lässt

Gehören Sie zu den Menschen, die morgens immer wieder den "Snooze-Button" drücken und so das Aufstehen hinauszögern? Dann gibt es nun einen Weg, wie Sie dieser Angewohnheit mit gutem Gewissen nachgehen können: Die neue kostenlose Smartphone-App #dreamon weckt morgens nicht nur zuverlässig, sondern sorgt auch dafür, dass Sie schon beim Aufwachen Gutes tun. Die App merkt sich jedes Stummschalten des Weckers und fordert nach dem zehnten "Weiterträumen" dazu auf, einen Dollar via PayPal an die UNO-Flüchtlingshilfe zu spenden. Jede Schlummerphase zahlt also zehn Cent in Hilfsprojekte ein. Dirk Sabrowski, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe sagt dazu: "Uns gefiel das Konzept, dass Menschen anderen Menschen tatsächlich 'im Schlaf' helfen können. Auch, wenn es jeweils nur Kleinstbeträge sind: Jeder Cent trägt dazu bei, Menschen zu unterstützen, die alles verloren haben und dringend unsere Hilfe brauchen." #dreamon ist für Android-Geräte und für iPhones erhältlich, Downloads über iTunes oder Google Play.

"Deutschland rundet auf": Wechselgeld spenden

"Das macht dann 8,96 Euro, bitte!" Wenn die Kassiererin im Supermarkt demnächst wieder einen ungeraden Betrag von Ihnen möchte, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder friemeln Sie Cent-Stück für Cent-Stück aus Ihrem Portemonnaie, oder Sie antworten: "Aufrunden, bitte!" Damit bleibt Ihnen nicht nur die Suche nach dem Kleingeld erspart, sondern Sie tun auch etwas Gutes. Denn den Betrag, den Sie über den Einkaufspreis hinaus bezahlen, kommt einem Kinderhilfs-Projekt zu Gute. Die Aktion "Deutschland rundet auf" möchte mit dem gesammelten Geld sozial benachteiligten Kindern in Deutschland helfen. Schon 1,2 Millionen Euro konnten seit Beginn der Kampagne im Frühjahr 2012 gesammelt werden. Unterstützer der Aktion sind zum Beispiel der Moderator Ranga Yogeshwar und die Schauspielerin Andrea Sawatzki. "Ich unterstütze 'Deutschland rundet auf', weil das einfache Spendensystem es jedem ermöglicht, im Alltag ganz einfach Gutes zu tun", so Sawatzki. Douglas, Penny, Reno, Kaufland und viele andere Händler bieten die Möglichkeit zum Aufrunden bereits an: www.deutschland-rundet-auf.de

"Pfandtastisch spenden": Helfen mit dem Pfandbon

Die Party ist vorbei und in der Wohnung türmen sich leere Pfandflaschen: Dieses Szenario brachte die Cousins Jan Mörsch und Raul Krauthausen auf die Idee für ihre Aktion "Pfandtastisch spenden". Mittlerweile gibt es in Deutschland über 400 "Pfandboxen". Die Boxen sind in Supermärkten wie Rewe, Edeka oder Kaisers neben den Flaschenrückgabe-Automaten angebracht. Wer Gutes tun will, kann seinen Pfandbon in die Box einwerfen und spenden, statt ihn an der Kasse einzulösen. Das gesammelte Geld kommt verschiedenen Organisationen wie Pro Familia oder den Tafeln zu Gute. Im Schnitt werden mit jeder Box 1000 Euro pro Jahr gesammelt: www.pfandtastisch-helfen.de

Oikocredit: In Kleinst-Kredite investieren

Als in den 70er Jahren die internationale Genossenschaft "Oikocredit" gegründet wurde, war die Skepsis groß: Wie sollte eine Geldanlage funktionieren, die Kredite an Arme vermittelt? 40 Jahre später zählt Oikocredit zu den Vorreitern im Bereich ethisches Investment. Das Geld der Anleger wird verwendet, um Menschen in Entwicklungsländern Kredite zu geben, mit denen sie sich eine Lebensgrundlage schaffen können. Mariam Dao Gabala, Repräsentantin von Oikocredit Westafrika, erklärt: "Wir wollen keine Spenden. Spenden sorgen dafür, dass Menschen abhängig von fremder Hilfe werden. Viel mehr wollen wir den Menschen ermöglichen, sich selbst zu helfen." Auch für die Anleger bietet eine sozial verantwortliche Geldanlage Vorteile. Schließlich wissen sie, dass ihr Kapital nicht für Spekulationen auf dem Finanzmarkt verwendet wird, sondern Menschen in Entwicklungsländern auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit hilft: www.oikocredit.de

"PlanetHelp.de": Helfen ohne zu bezahlen

Das Beste gleich vorweg: Bei dieser Spendenmethode bezahlen Sie keinen Cent. Trotzdem helfen Sie einer Organisation Ihrer Wahl, wie Ärzte ohne Grenzen, Peta Deutschland oder dem Deutschen Kinderhilfswerk. Wie das geht? Indem Sie über die Internetplattform PlanetHelp.de einkaufen. Über PlanetHelp.de können Sie in verschiedenen Online-Shops einkaufen, ob bei Amazon, Deichmann, Saturn oder Lufthansa. Die Preise sind dieselben wie in den Online-Shops. Doch wenn Sie diese über PlanetHelp.de anwählen, spenden die Händler einen bestimmten Prozentsatz Ihres Einkaufswertes an eine Hilfsorganisation Ihrer Wahl. Damit polieren Internet-Giganten wie Amazon ihr Image auf, zeigen sich von ihrer sozialen Seite und Sie als Käufer können helfen, ohne etwas zu bezahlen: www.planethelp.com

Geldanlage: Sparen mit gutem Gewissen

Früher war alles besser - zumindest die Zinsen. Doch wenn die Zinssätze sich gen Null bewegen, lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie wichtig sie uns überhaupt sind. Muss es immer nur um Gewinn gehen, oder ist das Wissen, dass mit dem eigenen Geld keine Investitionen in Waffen oder Kinderarbeit getätigt werden, vielleicht sogar viel mehr wert? Viele Banken verfolgen mittlerweile den Nachhaltigkeits-Gedanken und konzentrieren sich auf soziale und ökologische Investments statt auf Rentabilität. Bekannte Beispiele sind die "Umwelt Bank", die "GLS Bank", die "Ethik Bank" oder die "Triodos Bank". Die Kunden solcher Geldinstitute bekommen durchschnittlich weniger Zinsen als bei klassischen Banken, wissen dafür aber auch, wofür ihr Geld arbeitet. Wenn Sie überlegen, Ihr Kapital nach ethischen Gesichtspunkten anzulegen, ist trotzdem Vorsicht geboten, denn auch unter den vermeintlich nachhaltigen Banken gibt es schwarze Schafe. Über vertrauenswürdige Anlagemöglichkeiten beraten die Verbraucherzentralen: www.verbraucherzentrale.de

Text: Teresa Pfuetzner, Michèle Rothenberg

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