Kinder brauchen keine Waffen!

In den USA hat eine Neunjährige einen Mann erschossen. Der Unfall geschah an einem Schießstand in Arizona, an dem Kinder lernen, wie man mit schweren Waffen umgeht. Wir fragen uns: Wie viele Tote braucht es noch, bis die Waffengesetze in den USA strenger werden?

Tödlicher Unfall in USA: Kinder brauchen keine Waffen!
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Menschen, die aus Spaß in der Wüste auf Zielscheiben ballern - es ist nichts Neues, dass dieser "Sport" in den USA beliebt ist. Aber was eine Firma namens "Bullets and Burgers" in Arizona anbietet, klingt noch perverser als der Firmenname. Hier kann man Pakete für 199 bis 569 Dollar buchen und dafür in "einzigartiger 'Desert Storm'-Atmosphäre" mit einer "großen Auswahl an Maschinenpistolen" das Schießen üben. Mindestalter: acht Jahre. Die Teilnehmer schießen mit echten Kugeln auf Zielscheiben, auf denen Köpfe abgebildet sind. Und nachdem diese mehr oder weniger erfolgreich durchsiebt wurden, können sich Kinder und Erwachsene im Restaurant der Anlage mit leckeren Burgern belohnen.

Dass so ein Angebot für Kinder erlaubt ist, macht allein schon sprachlos. Nun kam es auch noch zu einem tragischen Unfall. Wie CNN berichtet, hat eine Neunjährige versehentlich einen Ausbilder von "Bullets and Burgers" in den Kopf geschossen. Er hatte dem Mädchen, das mit seinen Eltern dort war, gerade erklärt, wie sie ihre Waffe - eine israelische Maschinenpistole - richtig benutzt. Diese "Uzi" genannten Maschinenpistolen gelten selbst unter Profis als sehr unberechenbar. Als das Mädchen schließlich abdrückte, habe der heftige Rückschlag ihre Arme nach oben gerissen. So sei der 39-Jährige getroffen worden, gab die Polizei bekannt. Wenig später starb der Mann.

Laut "Spiegel Online" können sich die Veranstalter das Unglück nicht erklären. "Unsere Jungs sind darauf trainiert, den Leuten nicht von der Seite zu weichen, während sie schießen", so ein Sprecher. Konsequenzen wolle man aber ziehen: Ab sofort dürften nur noch Kinder an die Waffen, die mindestens zwölf Jahre alt sind und 1,52 Meter groß.

Auf Facebook hat sich das Unternehmens bislang nicht zu dem Unfall geäußert. Stattdessen sind Videos zu sehen, die Kinder beim Schießen zeigen. Zum Beispiel April aus Mexiko, wie sie "eine Kostprobe von einer authentischen Zweiter-Weltkrieg-Waffe bekommt!!! Diesen Teil der Geschichte so erleben - das geht nur bei 'Bullets and Burgers'!!", so das Posting dazu.

Traumatisch war dieses Erlebnis für das neunjährige Mädchen, das den tödlichen Schuss abfeuerte. Die kleine New Yorkerin und hatte mit ihren Eltern Urlaub in Arizona gemacht. Wie sie den Unfall je verkraftet, kann keiner sagen. Berichte über ihren Zustand gibt es bislang nicht.

Wie viele Unfälle müssen noch passieren?

Die USA haben eine traurige Geschichte von tödlichen Unfällen durch Waffen in Kinderhänden. Immer wieder erreichen uns unfassbare Nachrichten, etwa von dem Dreijährigen, der im Mai mit der halbautomatischen Waffe seines Vaters spielte und dabei seinen kleinen Bruder erschoss. Oder von den Schießereien in Schulen. Wir fragen uns, wann dieser Staat, der die sichersten Spielplätze der Welt hat, endlich auch beim Umgang mit Waffen anfängt, seine Kinder zu schützen. Doch solange Waffenlobby-Organisationen wie die "National Rifle Association" (NRA) so viel Einfluss auf die Politik haben, wird sich an den Gesetzen wohl wenig ändern. Erst neulich hat die NRA einen absurden Vorschlag gemacht: Wie wäre es, wenn Kinder das Schießen in der Schule lernten? Als versetzungsrelevantes Unterrichtsfach, denn Waffen seien "ein menschliches Grundbedürfnis".

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