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Australien: Eine Dekolleté-Offensive gegen Sexismus

Australien: Eine Dekolleté-Offensive gegen Sexismus
© Screenshot/DestroyTheJoint
Erst musste sich Australiens Premierministerin Julia Gillard als "Wachtel mit kleinen Brüsten und fetten Schenkeln" beleidigen lassen, nun wird über ihren Ausschnitt diskutiert. Um gegen diesen Sexismus zu protestieren, veröffentlichen australische Frauen Fotos ihrer Dekolletés auf Twitter.

Mit einem geschmacklosen Scherz schoss die australische Opposition kürzlich gegen Premierministerin Julia Gillard. Bei einem Spendendinner der liberalkonservativen Partei im März stand ein Wachtelgericht auf dem Menüplan, das nach der Regierungschefin benannt war. Es handle sich um einen Vogel mit "kleinen Brüsten und fetten Schenkeln", hieß es auf der Speisekarte. Mitte Juni war sie auf Twitter veröffentlicht worden, seitdem wird in Australien viel über alltäglichen Sexismus diskutiert.

Als nun die Kolumnistin Grace Collier im Fernsehen forderte, Julia Gillard solle im Parlament nicht so viel Haut zeigen, formierte sich Widerstand im Netz. Die Frauen fragen sich, was an einem Ausschnitt unprofessionell sein soll. Unter dem Hashtag #ConvoyOfCleavage, auf Deutsch "Konvoi der Dekolletés", veröffentlichen sie Bilder ihres Dekolletés. "Wir haben genug von diesem Scheiß", schrieb Jennifer Wilson auf ihrem Blog No Place for Sheep. "Frauen haben Brüste, damit sollte doch inzwischen jeder klar kommen."

Innerhalb kürzester Zeit twitterten hunderte australische Frauen aus Solidarität mit der Premierministerin Fotos ihrer Dekolleés. Die feministische Facebook-Gruppe DestroyTheJoint baute aus den Bildern die oben gezeigte Collage. Es sei eine humorvolle Art, Grace Collier zu sagen, dass sie ein Idiot sei, erklärte Jenna Price, die Sprecherin der Gruppe, einer Nachrichtenwebseite.

Text: Julia Müller Foto: Screenshot/<a class="link--external" href="https://www.facebook.com/DestroyTheJoint" target="_blank" rel="noopener">DestroyTheJoint</a>

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