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Ukrainerinnen in Deutschland Das Heimweh ist riesengroß

Ukrainerinnen in Deutschland
© Jörg Carstensen / Picture Alliance
Seit fast fünf Monaten leben sie hier, aber in Alltag und Medien sind sie kaum sichtbar. Wie geht es den geflüchteten Ukrainerinnen in Deutschland?

Die Flixbusse von Berlin nach Kiew sind über Wochen ausgebucht: Viele der gut 900.000 Ukrainer:innen, die in Deutschland Zuflucht vor dem Krieg gesucht haben, wollen wieder zurück. Das Heimweh nach bald fünf Monaten ist bei vielen riesengroß.

Rund drei Viertel der Geflüchteten sind Frauen, die alles zurücklassen mussten, sogar Mann und Familie. Viele sind nur mit ihren Kindern gekommen; Eltern, Partner:innen, Verwandte und Freund:innen sind oft noch in der Heimat, die Männer kämpfen nicht selten an der Front.

Ein Leben zwischen Hoffen und Bangen

Einige der Frauen schwanken zwischen der Hoffnung auf einen Neuanfang und der Hoffnung auf eine Rückkehr in die Heimat. Lisa, 25, aus Kiew hatte in Berlin sogar schon einen Job bei einer Werbeagentur, trotzdem hat sie sich entschieden, wieder zurückzugehen. Es sei ihr wichtiger, zu Hause bei ihrem Freund und ihren Verwandten zu sein, erzählte sie der "Welt". Einige wollen für immer zurück, andere nur für einen Besuch, manche pendeln – auch die Busse von Kiew nach Deutschland sind lange im Voraus ausgebucht.

Seit dem 24. Februar, dem Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine, flüchteten mehr als 900.000 Menschen aus dem Kriegsland nach Deutschland. Die meisten halten sich in Großstädten und Ballungszentren auf, um möglichst schnell einen Job und eine Wohnung finden zu können. Nicht wenige sind bei Privatleuten untergekommen oder bei Freund:innen und Verwandten, die schon länger in Deutschland leben.

Viele der Frauen sind in akademischen, technischen oder medizinischen Berufen qualifiziert, ihre Arbeitskraft ist in Deutschland begehrt. Doch zuerst müssen sie Deutsch lernen und ihre Abschlüsse anerkennen lassen – und das kann dauern.

Den größten Kampf führen die Frauen aber mit sich selbst, weiß Sandy Bossier-Steuerwald, die jede Woche eine Ukrainerin auf ihrem Blog "Frauen auf der Flucht" vorstellt. Es sei eine Mischung aus Scham und Schuldgefühlen, sagte sie BRIGITTE.de. Immer wieder höre sie Sätze wie: "Ich schäme mich, weil ich in Sicherheit bin und mein Mann und meine Eltern noch in der Ukraine sind."

Quellen: Mediendienst Integration, Welt, Spiegel, RND

Brigitte

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