Werbeprospekte in Plastik? Bitte abschaffen!

Das Werbeprospekt "Einkauf aktuell" landet fast in jedem Briefkasten, und immer ist es in Plastik verpackt. Eine Petition fordert die Post nun auf, auf die Hüllen zu verzichten.

20 Millionen deutsche Haushalte bekommen jede Woche die Werbesendung "Einkauf aktuell" zugeschickt. Ungebeten. Manche schauen sie sich gerne an, enthalten ist auch ein Fernsehprogramm und ein paar Infotexte. Viele werfen sie aber sofort in den Müll - und sind dann verärgert. Denn das Blättchen ist in Plastik eingeschweißt, immer. Man kann es also nicht einfach ins Altpapier werfen, sondern muss es erstmal auspacken und die Plastikhülle extra im Grünen-Punkt-Müll entsorgen. Zumindest, wenn man gewissenhaft den Müll trennt.

Doch die Werbeprospekte der Deutschen Post machen nicht nur Arbeit, sie sind vor allem eine enorme Belastung für die Umwelt. Laut Deutscher Umwelthilfe beläuft sich die Menge an diesen Folienverpackungen pro Jahr auf 1 Milliarde Tüten und rund 2886 Tonnen Müll.

Für vollkommen überflüssig hält diesen Müll Fabian Lehner, ein 18-Jähriger aus Niederbayern. Er hat eine Petition auf der Plattform Change.org gestartet, in der er die Post auffordert, auf die Folienverpackung zu verzichten. Und offenbar spricht er damit sehr vielen Menschen in Deutschland aus der Seele: Fast 130.000 haben die Petition bereits unterschrieben.

Fabian Lehner hat auch einen Vorschlag, wie man die Werbesendungen alternativ verschicken könnte: "Die Prospekte könnten ohne die Plastikhülle ineinander gefaltet und falls nötig mit einem Klebepunkt zusammengehalten werden - was besonders für die sortenreine Sammlung und das Recycling von Altpapier förderlich wäre", schreibt er in seiner Petition.

Fabian Lehner hat einen Teil der Unterschriften bereits der Post übergeben. Und tatsächlich wird sein Anliegen ernst genommen. Heute schrieb er in einer Aktualisierung der Petition an die Unterstützer: "Der große öffentliche Druck auf Grundlage Eurer Unterstützung war Auslöser dafür, dass ich mich Mitte nächster Woche nun endlich mit den Verantwortlichen der Deutschen Post zu einem Runden Tisch treffe. Hier werde ich unsere Argumente vortragen, umweltfreundliche Alternativen diskutieren und natürlich alle Unterschriften übergeben."

Trotzdem sollten Unterstützter weiter die Petition unterschreiben, so Lehner, "um den Druck aufrecht zuerhalten." Die Deutsche Post hat versprochen, das Procedere und alle Argumente genau zu prüfen.

So lange hilft gegen den Plastikmüll nur eins: ein "Keine Werbung"-Sticker auf dem Briefkasten.

Hier können Sie die Petition unterschreiben.

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