Frau lässt sich heimlich befruchtete Eizelle einsetzen – Kindsvater klagt

Eine Frau ließ sich künstlich befruchten – ohne dass der Samenspender davon wusste. Ein kurioser Fall, über den jetzt ein Richter entscheiden muss. 

Drei Jahre ist der Junge heute alt – doch wenn es nach seinem leiblichen Vater ginge, wäre er gar nicht auf der Welt. Deshalb verklagt er jetzt vor dem Münchner Landgericht die Arztpraxis, die die Geburt des Kleinen möglich gemacht hatte. Unterhalt will Papa nämlich erst recht nicht zahlen!

Bitte, WAS?! 

Seine Ex-Frau hatte den gemeinsamen Sohn damals ohne Einverständnis oder Wissen des Klägers bekommen, und zwar mithilfe künstlicher Befruchtung. Die befruchteten Eizellen stammten aus einer Zeit, in der das Paar noch glücklich zusammenlebte und eine Familie plante.

Die beiden hatten die Eizellen vorsichtshalber einfrieren lassen, weil bei der heute 42-jährigen Frau Hautkrebs diagnostiziert wurde und sie damit rechnen musste, infolge der Chemotherapie unfruchtbar zu werden.

Beziehungschaos und eine gefälschte Unterschrift – Zack! Schwanger

Doch die Zeit verging und das Paar lebte sich auseinander und trennte sich. Zwar kamen die zwei zwischendurch wieder zusammen, doch sie tat etwas, das das Vertrauensverhältnis wohl endgültig zerstört haben dürfte: Sie ließ sich befruchtete Eizellen einsetzen – ohne SEINE Zustimmung.

"An diesem Tag gab es wieder Streit. Hätte ich ihm den Vertrag unter die Nase gehalten, hätte er bestimmt nicht zugestimmt", erklärte die Frau laut "Münchner Merkur" ihr Vorgehen vor Gericht. Deshalb fälschte sie seine Unterschrift auf dem Formular – dafür wurde sie bereits verurteilt.

Wie sehr sich die Frau ein Kind wünschte, beweist sie Tatsache, dass sie tatsächlich zweimal betrog: Beim ersten Versuch 2013 scheiterte die Befruchtung, erst der zweite Anlauf, mehrere Monate später, glückte und schenkte ihr ihren Sohn.

Mann wollte zweiten Eingriff verhindern

Was die Sache noch "spannender" macht: Der Mann bekam Wind von dem ersten Versuch und rief danach in der Arztpraxis an, wo er allerdings nur mit der Sprechstundenhilfe sprach – der behandelnde Arzt erfuhr daher nie von dem Widerstand des Samenspenders.

Deshalb wirft er dem Gynäkologen nun vor, der Sache nicht ausreichend nachgegangen zu sein. Er will keine Verantwortung für den ungewollten Sohn übernehmen, schon gar keine finanzielle. Ob er das doch muss, wird nun der zuständige Richter am Münchner Landgericht im Mai entscheiden. Laut "SZ" sagte der zu dem Fall, dass er "fast lustig wäre, ginge es nicht um ein Kind".

Außerdem gab er den Eltern den Rat: "Sie sollten die menschliche Größe haben, das um des Kindes willen zu regeln, denn das kann ja nichts dafür." Und damit hat er definitiv recht!

sus
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