Schluck (oder lieber doch nicht): Pipi-Alarm in Schwimmbädern!

Nutzen wir Schwimmbäder wirklich als gigantische Toiletten? Die Antwort lautet: Ja. Die unappetitliche Wahrheit hinter einer wissenschaftlichen Studie.

In ALLEN Schwimmbecken wurde Urin gefunden

Es ist eklig und unsozial, aber weil wir unentdeckt bleiben und der Gang zur Schwimmbadtoilette so glitschig und nasskalt ist, tun wir es offenbar trotzdem: Wir pinkeln ins Schwimmbad.

Eine andere Erklärung gibt es jedenfalls nicht für die unappetitlichen Ergebnisse einer neuen Studie: Wissenschaftler der kanadischen Universität Alberta untersuchten die Urinmengen in öffentlichen Schwimmbädern – und fanden in 100 Prozent der 31 untersuchten Becken erhebliche Mengen.

Sie berechneten, dass sich in einem 830.000-Liter-Becken 75 Liter Urin befanden. Die Größe des Beckens entspricht ungefähr dem Drittel eines Olympischen Beckens. In einem halb so großen Pool entdeckten die Forscher 30 Liter Urin.

Lindsay Blackstock, die die Studie leitete, sprach die unangenehme Wahrheit aus: “Unsere Studie zeigt, dass Menschen tatsächlich in öffentlichen Schwimmbädern ins Wasser urinieren.” Und weiter: „Wir wollen diese Studie nutzen, um eine öffentliche Erziehung über angemessene Schwimmhygienepraktiken anzuregen“.

Noch ekliger sind nur Whirlpools

Ein kleiner, wenn auch schwacher Trost für Schwimmer: Noch schlimmer sahen die Ergebnisse in den acht untersuchten Whirlpools aus. In ihnen wiesen die Forscher noch höhere Konzentrationen als in den Schwimmbecken nach. Ein Hotel-Whirlpool hatte eine drei Mal so hohe Urinkonzentration wie das am stärksten verschmutzte Schwimmbecken.

Gesundheitlich unbedenklich – oder etwa nicht?

Da Urin steril ist, gilt das heimliche Poolpinkeln gemeinhin zwar als eklig, aber als gesundheitlich unbedenklich. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Bestandteile des Urins - wie Harnstoff, Ammoniak und Kreatinin - können in Verbindung mit Chemikalien wie Chlor Nebenprodukte erzeugen, die Reizungen von Augen und Atemwegen verursachen. Wer diesen Stoffen häufig ausgesetzt ist – wie Profischwimmer oder Poolreiniger – kann sogar Asthma entwickeln.

Gibt es eigentlich wirklich diese Farbstoffe, die Poolpinkler bloßstellen?

Auch, wenn uns das als Kind weisgemacht wurde – es gibt keine Farbstoffe, die Urin im Wasser färben und uns als Poolpinkler entlarven, stellte Blackstock klar. Was aber keinesfalls als Anregung verstanden werden soll, es weiter zu tun.

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sar
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