Uschi Obermaier

In unserer Serie stellen wir Ihnen jede Woche eine Frau vor, die uns beeindruckt hat. Ob bekannt oder unbekannt, bissig oder friedlich, laut oder leise - auf jeden Fall ein Mensch, der bemerkenswert ist.

USCHI OBERMAIER IST ...

... unsere Frau der Woche, weil sie sich immer getraut hat, ihre Träume zu leben. Was dem ehemaligen Topmodel dabei so alles widerfuhr, können wir ab dem 1. Februar auf der Leinwand sehen: in der Filmbiografie "Das wilde Leben".

Außerdem ist Uschi Obermaier ...

... nett: Es mag platt klingen, aber Uschi Obermaier ist es wirklich. Ein netter Mensch. Wenn sie auftritt, gibt es weder Starallüren noch Zickereien. Nicht einmal ein bisschen ideologische Verbohrtheit, wie man es von einer 68er-Ikone erwarten würde. Stattdessen lacht sie, scherzt sie und plaudert über alte Zeiten. Das wirkt so unkompliziert und fröhlich, dass man am liebsten sofort ein Glas Weizen mit ihr trinken würde.

... sexy: Noch so ein platter Begriff. Aber man kann einfach nicht über Uschi Obermaier schreiben, ohne auf die ihre körperlichen Vorzüge einzugehen. Die Frau sieht umwerfend aus - mit ihren 60 Jahren genauso wie mit 20. Klar gibt es da ein paar Fältchen. Doch während sich andere Prominente in ihrem Alter hinter Haarsträhnen verstecken, strahlt Obermaier offen in die Kameras. Denn sie weiß natürlich, wie schön sie ist. Als BRIGITTE WOMAN sie in einem Interview auf das berühmte STERN-Cover von 1969 ansprach, sagte sie offenherzig: "Meine beiden Brüste sahen aus wie kleine Geschosse. Das machte richtig bumm-bumm."

... hedonistisch: Diesen natürlichen Vorzügen hat die geborene Münchnerin nicht zuletzt einen großen Teil ihres schillernden Lebens zu verdanken. Ihr Aussehen brachte ihr Modelverträge ein und viele interessante Männer. Den Revoluzzer Rainer Langhans Beispiel, dem sie 1968 in die legendäre Kommune 1 nach Berlin folgte. Jimi Hendrix, zu dem sie eine kurze, aber "sehr tiefe" Beziehung hatte. Und natürlich Mick Jagger und Keith Richards, die sich regelrecht um die hübsche Bayerin stritten. Obermaier nahm alles mit, was das Rock'n'Roll-Leben zu bieten hatte: Sex, Partys und so viele Drogen, dass sie selbst manchmal darüber staunt, noch zu leben.

... ehrlich:. Obermaier erinnert sich gern an diese Zeiten. "Das war toll!" Gleichzeitig macht sie sich über ihre Rolle keine Illusionen. "Mein einziger Beitrag bei den Stones war es, gute Joints zu drehen", sagte sie der Zeitschrift NEON. "Ich genoss zwar Respekt, stand aber nie an erster Stelle." Diesen Platz nahm sie erst 1973 bei dem Hamburger Rotlicht-Prinzen Dieter Bockhorn ein, mit dem sie jahrelang in einem Bus durch die Welt reiste. Auch mit ihm lebte sie in freie Liebe, gibt jedoch zu, "irre eifersüchtig" gewesen zu sein, wenn er ihr von seinen Affären erzählte. "Aber ich habe es ausgehalten."

... kreativ: In den Achtzigerjahren stürzte Uschi Obermaier in eine tiefe Krise. Ihr Lebensgefährte Bockhorn war bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen und mit der Modelkarriere war es auch vorbei. "Ich fühlte mich als Versagerin, nach dem Motto: Du bist nur jemand, weil du mal gut ausgesehen hast." Da begann ihre zweite Karriere: als Schmuckdesignerin. "Seitdem kann ich sagen: 'Hey Leute, schaut mir nicht ins Gesicht, sondern schaut Euch an, was ich gemacht habe!'"

... ruhiger geworden: Vor drei Jahren hat Uschi Obermaier ihr Nomadenleben aufgegeben und sich ein Haus in einem Canyon bei Los Angeles gekauft. Einziger Mitbewohner ist ein Hund, statt Drogencocktails gibt es Pfefferminztee, sie kocht zum ersten Mal in ihrem Leben selber und besitzt sogar eine Waschmaschine. "Meine Mutter wäre stolz auf mich." Obermaier liebt ihr Leben in Kalifornien, die Sonne, die Natur, die Großstadt L.A. Nur eins vermisst sie aus ihrer alten Heimat: das Nacktbaden im Starnberger See. "Wenn ich das hier machen würde, würde ich sofort verhaftet."

... lebensfroh: Uschi Obermaier ist sich darüber im Klaren, wie viel Glück sie im Leben hatte. Jeden Tag macht sie ihr Mantra und bedankt sich beim Universum für das, was sie hat. Ihre Maxime: "Ich möchte mich immer freuen können!"

Text: Michèle Rothenberg Fotos: Warner Bros.

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