Unglaublich! Richter bestraft Vergewaltiger milde, weil er "aus gutem Haus kommt"

Dieses Urteil ist ein Schlag ins Gesicht des Opfers: In Amerika hat ein Richter einen Vergewaltiger nur milde nach Jugendstrafrecht verurteilt – der Jugendliche hätte ja schließlich gute Noten, käme aus gutem Haus und ein härterer Urteilsspruch würde ihm Steine in den weiteren Lebensweg legen …

Der Richter wertete den Fall nicht als Vergewaltigung – dabei nennt sogar der Täter selbst seinen Übergriff so!

Vergewaltigung im Vollrausch

Der Angreifer, ein damals 16-Jähriger, hatte sein gleichaltriges Opfer bei einer Party betrunken abgefangen. Den Sex filmte der Jugendliche auch noch, Aufnahmen zeigen ihn, wie er von hinten in sein Opfer eindringt, der Kopf des Mädchens dabei nach unten hängt und immer wieder gegen eine Wand stößt.

Diese Aufnahmen verschickte der Täter schließlich auch noch an seine Kumpels – und brüstete sich mit dem Text: "Wenn dein erstes Mal Sex eine Vergewaltigung ist …"

Richter lässt Milde walten

Vor Gericht dann das skandalöse Urteil: Obwohl die Staatsanwaltschaft eine harte Strafe nach Erwachsenen-Strafrecht fordert, lässt der Richter Gnade walten und entscheidet darauf, den Vergewaltiger nach Jugend-Strafrecht zu verurteilen.

Seine unfassbare Begründung: Der Täter käme aus gutem Haus und hätte beste Noten – ihm stünden die besten Universitäten offen. Eine solche Karriere würde ihm eine harte Verurteilung allerdings verbauen, deswegen habe er sich entschieden, ein weiches Urteil zu fällen.

Darüber hinaus sei der Fall ja keine "traditionelle Vergewaltigung" – dafür bräuchte es nach Ansicht des 68-jährigen Richters zwei oder mehr Täter, die das Opfer mit Waffengewalt zum Sex zwingen. Dass der Täter in seinen Nachrichten an Freunde selber von Vergewaltigung sprach, sei "nur Blödsinn, den sich 16-Jährige erzählen".

Urteil nach Protesten wieder kassiert

Milde für einen Vergewaltiger aus gutem Haus – gegen dieses Urteil erhob sich schnell lauter Protest. Und das Urteil hatte zum Glück auch keinen Bestand: Ein nächsthöheres Gericht widerrief das Urteil und hat verfügt, dass der Fall nun neu verhandelt werden muss.

Begründung für den Widerruf: Der Richter hätte nicht sachlich, sondern nach seiner eigenen Ansicht geurteilt und dabei die Bewertung der Staatsanwaltschaft außen vor gelassen. Außerdem könne ein mildes Urteil – wenn überhaupt – vor allem nur ausgesprochen werden, wenn der Angeklagte eben nicht aus gutem Hause kommt – also eine schwere Kindheit hatte.

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