Entführer von Mohamed gesteht auch Mord an Elias

Der Entführer des Flüchtlingsjungen Mohamed hat gestanden, den Vierjährigen sexuell missbraucht und getötet zu haben. Auch für den Tod von Elias soll er verantwortlich sein.

Was ist passiert?

Der 32-jährige Silvio S. hat gestanden, den vierjährigen Mohamed, der mit seiner Familie vor einem Jahr nach Deutschland geflüchtet war, getötet zu haben. Zuvor habe er ihn sexuell missbraucht. Der Täter gab an, das Kind habe am Morgen nach der Entführung "gequengelt". Aus Angst, entdeckt zu werden, habe Silvio S. den Jungen mit einem Gürtel erwürgt, so der zuständige Staatsanwalt auf einer Pressekonfernz in Berlin. Auch den seit Juli vermissten sechsjährigen Elias aus Potsdam habe Silvio S. getötet. Die Polizei nahm den Mann am Donnerstag im brandenburgischen Niedergörsdorf fest.

Wie kam es zur Festnahme?

Die Polizei konnte den Mann mit Hilfe von Bildern aus Überwachungskameras überführen. Sie zeigen ihn, wie er am 1. Oktober mit dem vierjährigen Mohamed an der Hand das Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin verlässt. Den entscheidenden Hinweis lieferte die Mutter des Tatverdächtigen - sie zeigte ihren Sohn an, nachdem sie ihn auf den veröffentlichten Bildern erkannt hatte.

Was hat die Vernehmung noch ergeben?

Der Mann hat laut Staatsanwaltschaft gestanden, Mohamed vor vier Wochen in Berlin von der zentralen Registrierungsstelle für Flüchtlinge in Berlin-Moabit entführt zu haben. Er habe den Jungen bereits am 2. Oktober umgebracht, sagte er. Die Polizei fand die Leiche des Kindes im Auto des Verdächtigen in einer Wanne, sein Körper war bedeckt mit Katzenstreu. Die Leiche des kleinen Elias, der am 8. Juli in Potsdam-Schlaatz spurlos verschwand, konnte noch nicht geborgen werden. Silvio S. gab an, das Kind in einer Kleingartenkolonie in Luckenwalde verscharrt zu haben. Die Polizei hat das Gebiet inzwischen weiträumig abgesperrt und mit den Grabungen begonnen.

Wie geht es weiter?

Am heutigen Freitag soll der Mann dem Haftrichter vorgeführt werden. Außerdem werden noch heute die Obduktionsergebnisse im Fall Mohamed erwartet.

In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet - und tauchen glücklicherweise in mehr als 99 Prozent aller Fälle wohlbehalten wieder auf. Die Initiative "Vermisste Kinder" bietet Hilfe und Infos.

nw
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