Bakterien in der Ostsee: Bestimmte Badegäste müssen jetzt aufpassen

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern warnt vor Vibrionen in der Ostsee. Gefährdet sind aber nur bestimmte Personengruppen. Bislang ist ein Todesfall bekannt.

Badewannen-Flair im Meer: Wegen der anhaltenden Hitze ist die Wassertemperatur in der Ostsee auf mehr als 22 Grad geklettert. Für Badegäste ein Traum – für Bakterien allerdings auch. Davor warnt jetzt das Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (LAGuS).

Zwar ist das Schwimmen an den fast 500 ausgewiesenen Badestellen laut LAGuS "uneingeschränkt möglich". Dennoch sollten bestimmte Menschen vorsichtig sein und das Wasser prophylaktisch lieber meiden. Denn die hohe Temperatur begünstigt das Vorkommen von Vibrionen. Die Bakterien leben immer im Meerwasser; in erhöhter Anzahl können sie aber Infektionen verursachen.

Badegäste "mit Grundrisiken" sollten aufpassen

Gefährdet sind dabei nur Badegäste "mit bestimmten Grundrisiken", heißt es von der Behörde. Betroffen sind Leberkranke, Alkoholabhängige und Diabetes-Patienten sowie Menschen mit Immunschwäche, etwa nach Transplantationen oder mit HIV-Infektion. Auch "Personen höheren Alters" sollten aufpassen, rät das Landesamt. Den Angaben zufolge starb am Wochenende ein 70-Jähriger an einer Vibrionen-Infektion. Der Mann soll bereits an chronischen Vorerkrankungen gelitten haben.

Haupteintrittspforten für die Bakterien sind Hautverletzungen. Als Folge einer Infektion können Fieber und Schüttelfrost auftreten. Zur Therapie werden Antibiotika eingesetzt. 2017 trat laut der Mitteilung eine Infektion auf, im Jahr zuvor waren es drei.

Blaualgen und Zerkarien betreffen alle

Womit jedoch alle Badegäste – unabhängig vom Gesundheitszustand – rechnen müssen: Sogenannte Blaualgen, die ebenfalls zu den Bakterien gehören. Zu erkennen sind sie als grünliche oder bläuliche Schlieren im und auf dem Wasser. Die Sichttiefe beträgt dann meist deutlich unter einem Meter. Gesundheitsbehörden raten vom Schwimmen ab, wenn Badegäste im knietiefen Wasser ihre Füße nicht mehr erkennen können. 

In Binnengewässern können außerdem Zerkarien, Larven von Saugwürmern, auftreten. "Sie können sich auf der Haut mit stark juckenden Pusteln und Quaddeln bemerkbar machen", warnt das LAGuS. Zu finden sind die Larven vor allem in seichten Uferbereichen.

Ob das Schwimmvergnügen am geplanten Ort ungetrübt ist, können Ostsee-Besucher in der Badekarte des Landesamtes überprüfen.

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