Wendt: Behörden sollen Antisemiten die Kinder wegnehmen

Mobbing und Hass gegen Minderheiten bekämen Kinder oft in der Familie vorgelebt, sagt Polizeigewerkschaftschef Rainer Wendt. Notfalls müsse es daher härtere Maßnahmen als bisher geben.

Härteres Einschreiten, wenn Kinder gegen Juden hetzen: Das fordert Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" spricht sich der 61-Jährige für entschiedeneres Handeln gegen Antisemitismus aus – notfalls bis zur Inobhutnahme betroffener Kinder aus ihren Familien.

Konkret sagte Wendt: "Antisemitismus bringen viele Kinder von zu Hause mit." Und: "Wenn Kinder zu Antisemiten erzogen werden, darf man nicht davor zurückschrecken, sie aus ihren Familien herauszunehmen".

Zu viele Schulleiter hätten bislang weggeschaut

In dem Interview hatte die "Augsburger Allgemeine" Wendt unter anderem zu seiner Einstellung gegenüber einer Meldepflicht für antisemitische Vorfälle an Schulen gefragt. Hintergrund sind jüngste Fälle von religiösem Mobbing an Grundschulen. In Berlin hatten beispielsweise muslimische Schüler jüdische Kinder wegen deren Glauben angegriffen und mit dem Tode bedroht. Der Leiter der Schule entschuldigte sich später und räumte ein, die Tat verharmlost zu haben.

Dazu forderte Polizeigewerkschaftschef Wendt nun "eine bessere Meldekultur, auch was Gewalttaten insgesamt betrifft". Zu viele Schulleiter hätten bislang weggeschaut – man dürfe jedoch nicht davor zurückschrecken, Antisemitismus klar zu benennen. "Ein entschiedenes Eintreten gegen Antisemitismus ist in Deutschland zu Recht Staatsräson", sagte Wendt. "Da muss sehr entschieden gehandelt werden, auch wenn die Aggression von Migranten ausgeht."

Der Polizeigewerkschaftschef macht immer wieder durch polarisierende Forderungen Schlagzeilen. 2015 forderte das CDU-Mitglied beispielsweise, einen Grenzzaun am Übergang zu Österreich zu bauen. Seit 2007 ist Wendt Chef der zweitgrößten deutschen Polizeigewerkschaft DPolG. 


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