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"In Deutschland braucht man keine Winterreifen"

"In Deutschland braucht man keine Winterreifen"
© Anna Grigorjeva / Shutterstock
Ausgerechnet der Chef eines Reifen-Herstellers sagt nun: Winterreifen seien in Deutschland unnötig. Doch Autofahrer müssen dennoch etwas beachten.

Millionen Autofahrer fahren zweimal im Jahr zum Reifenwechseln in die Werkstatt - denn: Von Oktober bis Ostern sind wir auf Winterreifen unterwegs, so zumindest haben es sich die meisten angewöhnt.

Doch nun sagt der Chef eines großen Reifen-Herstellers: Das ist in Deutschland unnötig! Jean-Do­mi­ni­que Senard, Boss von Michelin, meint in einem aktuellen Interview, dass der halbjährige Wechsel bei uns nicht Not täte.

Statt Winterreifen empfiehlt der Reifen-Profi, auf einen Allwetterreifen umzusteigen (natürlich wirbt er dabei für ein Produkt aus seinem Haus). Gute Ganzjahresreifen, die auch mit dem Buchstaben M+S, sowie einem Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet sind, könne man an 365 Tagen im Jahr nutzen - auch bei winterlichen Bedingungen. Eine Ausnahme bilden hier nur die Bergregionen - hier empfiehlt der Michelin-Boss dennoch Winterreifen.

Sind Winterreifen denn nicht Pflicht?

Viele werden sich nun fragen: Riskieren Autofahrer kein Bußgeld, wenn sie bei Glätte und Schneematsch keine Winterreifen draufhaben?

Das sagt die Straßenverkehrsordnung: Autofahrer sind verpflichtet Winterreifen oder auch Reifen, die der Richtlinie 92/23/EWG entsprechen, aufzuziehen, wenn „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ herrscht (§ 2 Absatz 3a StVO). Allerdings sind auch entsprechende Allwetterreifen, die mit "M+S" und einer Schneeflocke gekennzeichnet sind, geeignet.

In jedem Fall vollkommen ungeeignet sind Sommerreifen. Wer sich in der kalten Jahreszeit mit denen auf die Straßen begibt, handelt nicht nur unverantwortlich, sondern auch lebensgefährlich.

Wie immer gilt außerdem: Fahrweise und Ausstattung des Autos sind an die Wetterbegebenheiten anzupassen - nicht nur, weil man sonst den Versicherungsschutz oder ein Bußgeld riskiert, sondern auch, weil es wirklich gefährlich für Leib und Leben ist.


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