Wir übernehmen! Frauen kaufen die Weinstein Company

Frauen übernehmen die Macht bei der Weinstein Company, nachdem Begründer Harvey Weinstein wegen massiver Belästigungsvorwürfe entlassen wurde.

Das Ziel: Ein mächtiges Filmstudio, das von Frauen geführt wird

Eine Investorengruppe unter der Führung von Maria Contreras-Sweet hat die Weinstein Company gekauft. Bereits im November 2017 hatte die gebürtige Mexikanerin 275 Millionen Dollar für das einflussreiche Filmstudio geboten. Der Begründer Harvey Weinstein war im Oktober entlassen worden, nachdem Dutzende Frauen ihn massiver sexueller Übergriffe bezichtigt hatten. 

Zahlreiche Schauspielerinnen, die für ihn gearbeitet hatten, beschuldigten den Produzenten, sie vergewaltigt oder sexuell belästigt zu haben. Vorwürfe dieser Art erhoben unter anderem Gwyneth Paltrow, Rosanna Arquette, Salma Hayek, Angelina Jolie und Uma Thurman. Damit stießen sie die internationale #MeToo-Debatte an.

Am 1. März gelang es Maria Contreras-Sweet, die Filmproduktionsfirma zu kaufen. Ihre Vision: Die Weinstein Company in ein frauengeführtes Unternehmen zu verwandeln.

Opferentschädigung, Erhalt der Jobs und Schutz der Mitarbeiter

Wie Deadline Hollywood berichtet, hat Contreras-Sweet das Studio für 500 Millionen Dollar übernommen. Teil des Deals ist ein 90 Millionen Dollar schwerer Opferentschädigungsfond. Ziel der Übernahme ist es außerdem, alle Jobs zu erhalten, die Mitarbeiter künftig vor sexuellen Übergriffen zu schützen und den Aufsichtsrat mehrheitlich mit Frauen zu besetzen.

Contreras-Sweet: „Wir starten eine neue Firma mit einem neuen Aufsichtsrat und einer neuen Vision, die die Prinzipien verkörpert, zu denen wir stehen, seit der Prozess im vergangenen Herbst begonnen hat. Diese Prinzipien bestehen darin, ein Filmstudio zu begründen, das von einem Aufsichtsrat geleitet wird, der mehrheitlich aus unabhängigen Frauen besteht, die rund 150 Jobs zu sichern, die kleinen Unternehmen zu schützen, denen die Weinstein Company Geld schuldet, und einen Opferentschädigungsfond einzurichten.“

Wer ist Maria Contreras-Sweet?

Maria Contreras-Sweet war 2014 von US-Präsident Barack Obama als Chefin der "US-Behörde für kleine Unternehmen" eingesetzt worden. Zuvor hatte die gebürtige Mexikanerin die ProAmérica Bank gegründet, die sich auf mittelständische Unternehmen der hispanischen Bevölkerung konzentriert.

Im Zusammenhang mit der Übernahme der Weinstein Company betonte Maria Contreras-Sweet, dass sie sich schon lange dafür einsetze, Unternehmen von Frauen zu fördern. Dieser Deal sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Update 7.3.2018: Maria Contreras-Sweet hat mitgeteilt, die Weinstein Company doch nicht kaufen zu wollen. Es seien "enttäuschende Informationen" aufgetaucht, weshalb die Transaktion "nicht machbar" sei. Nach Angaben von Insidern stießen die potenziellen Käufer auf bislang unbekannte Schulden der Weinstein Company in Höhe von 64 Millionen Dollar.

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