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Studie zeigt Wirkung der Booster-Impfung lässt schnell nach – doch die vierte Impfung?

Vier Impfdosen stehen auf einem Tisch, davor liegt eine Spritze.
© WESTOCK PRODUCTIONS / Shutterstock
Eine neue US-Studie zeigt jetzt: Wer mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geboostert ist, hat nach rund drei Monaten nur noch einen geringeren Schutz gegen die Omikron-Variante. Muss jetzt doch eine vierte Spritze her?

Kurz nach der Auffrischungsimpfung mit Biontech/Pfizer haben die Geimpften einen hohen Schutz gegen Klinikeinweisungen und schwere Verläufe bei Omikron. Eine US-Studie fand jetzt allerdings heraus, dass der Schutz bereits nach einigen wenigen Monaten abnehme. Das geht aus einer im Fachblatt "The Lancet Respiratory Medicine" veröffentlichten Untersuchung in Südkalifornien hervor.

Wirkung der Biontech/Pfizer Impfung lässt nach drei Monaten nach

"Covid-19-Auffrischimpfungen mit Pfizer/Biontech verbessern den Schutz gegen Omikron signifikant, obwohl dieser Schutz nach drei Monaten gegen Besuche in der Notaufnahme und sogar gegen Krankenhausaufenthalte nachzulassen scheint", resümierte die Hauptautorin der Studie, die Epidemiologin Sara Y. Tartof vom Gesundheitskonsortium Kaiser Permanente, laut Mitteilung, so der "Focus". Eine gewisse Wirksamkeit bleibe jedoch auch dann noch erhalten.

Das Unternehmen Pfizer selbst finanzierte die Studie. Das Ergebnis: Nach drei Dosen betrug die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen Krankenhauseinweisungen wegen Omikron 85 Prozent ­– in einem Zeitraum von weniger als drei Monaten nach der Boosterimpfung. Nach den drei Monaten sank dieser Wert auf 55 Prozent. In Bezug auf die Einweisung in die Notaufnahme lag die Wirksamkeit von drei Dosen bei weniger als drei Monaten gegen Omikron bei 77 Prozent. Nach den drei Monaten fiel der Wert hier auf 53 Prozent.

Die dritte Impfdosis erhöht die Wirkung des Vakzins wesentlich

Im Untersuchungszeitraum von Dezember 2021 bis Februar 2022 war nicht nur die Omikron-Variante dominant, sondern auch Delta. Bei dieser Variante waren die Trends zur Abnahme der Wirksamkeit ähnlich, jedoch wurden sie zu jedem Zeitpunkt etwas höher eingeschätzt als bei der Omikron-Variante.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist auch, dass die Wirkung des Vakzins von Biontech-Pfizer gegen Omikron im Schnitt nach drei Dosen wesentlich höher war als nach zwei Dosen.

Stiko empfiehlt die vierte Impfung für Personen über 70 Jahren

Große Sorgen brauche man sich aufgrund der aktuellen Studienergebnisse jedoch nicht zu machen, ordnet Dr. Christoph Specht die Studienergebnisse auf RTL-Anfrage ein. Er rät, mit einer weiteren Booster-Impfung bis zum Herbst abzuwarten. Es sei effektiver, die Impfung dann zu setzen, wenn die Ansteckungsgefahr wieder steige. Menschen, die nach einer ersten Auffrischungsimpfung eine Corona-Infektion durchgemacht haben, brauchen nach Einschätzung der Ständigen Impfkommission (Stiko) jedoch zunächst keinen zweiten Booster.

Die Stiko hat bereits Anfang Februar eine Empfehlung zur vierten Impfung für besonders stark gefährdete Menschen ausgesprochen. Im Einzelnen gilt die Empfehlung für alle Personen über 70 Jahre, für Bewohner:innen und Betreute in Alten- und Pflegeheimen sowie Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Zusätzlich gilt die Empfehlung für die Beschäftigten in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen insbesondere mit direktem Patient:innenkontakt. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte Anfang April erklärt, dass eine vierte Dosis für alle Bürger:innen derzeit nicht nötig sei.

Verwendete Quellen: mdr.de, rtl.de, focus.de

slr Brigitte

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