Noch einmal ans Meer: Mit diesem Wagen wird Todkranken ihr letzter Wunsch erfüllt

Wenn das Leben zu Ende geht, es keine Hoffnung mehr gibt und nur noch der Tod als Erlösung bevorsteht - spätestens dann machen wir uns unsere unerfüllten Wünsche schmerzlich bewusst.

"Letzte Wünsche wagen" steht auf der Seite des umgebauten Krankentransporters des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). Der Wagen ist außen himmelblau gestaltet und im Inneren auf die anspruchsvollsten medizinischen Bedürfnisse ausgerichtet. Die Fahrer und Helfer arbeiten ehrenamtlich als Wunsch-Erfüller - und die Wünsche, die sie erfüllen, sind in der Regel die letzten eines Lebens.

"Nur einmal noch …"

Andreas, 51, leidet an metastasierendem Magenkrebs. Sein größter Wunsch: Noch einmal seine Lieblings-Band "von Brücken" sehen. Frau L. ist auch 51, sie leidet an Brustkrebs und hat auch einen letzten Wunsch: Noch einmal in ihre Lieblingsstadt Hamburg reisen und die Hafenluft schnuppern. Nach Hamburg möchte auch Neele (18). Sie ist an Ohrspeicheldrüsenkrebs erkrankt und würde so gerne ins Musical.

Schwerkranken Menschen wie ihnen einen letzten Herzenswunsch erfüllen - das haben sich die ehrenamtlichen Helfer des Wünschewagens zur Aufgabe gemacht. Seit etwas mehr als zwei Jahren geben sie alles, um Menschen, die den Tod vor Augen haben, noch einmal ein Lächeln zu schenken. Viel zu oft werden uns unsere unerfüllten Träume und Wünsche genau dann bewusst, wenn klar wird, dass es keine Hoffnung mehr gibt.

Umgebauter Krankenwagen mit Spezial-Ausstattung

Und so fährt der Wünschewagen seine Patienten ans Meer, zu Konzerten oder ein letztes Mal ins Fußballstadion. Der umgebaute Krankenwagen ist auf die bestmögliche Versorgung der meist besonders bedürftigen Patienten eingestellt, im Notfall kann auch das Blaulicht zum Einsatz kommen, wenn die medizinische Versorgung es gebietet.

Auf der Webseite des Wünschewagens sind zahlreiche Beispiele von erfüllten letzten Wünschen nachzulesen, die einem die Tränen in die Augen treiben - einerseits vor Trauer, andererseite vor Rührung.

Ein Herr (57) aus Münster wollte beispielsweise noch einmal seine alte Heimat in Norddeutschland sehen: "Unter anderem aufgrund einer akut notwendigen Lebertransplantation und des allgemeinen Gesundheitszustandes des Fahrgastes blieb nur wenig Zeit für die Planung und Durchführung," heißt es auf der Homepage. Durch das Zusammenspiel von mehreren Helfern ist die Reise geglückt: Der Patient konnte aus der Unikinik noch einmal in die ehemalige Heimat gebracht werden. Weiter heißt es: "Kurze Zeit nach der Fahrt ist der Fahrgast leider verstorben – nicht ohne sich in aller Ruhe von seinem Haus und der gewohnten Umgebung verabschiedet zu haben…"

Den Wünschewagen unterstützen

Mittlerweile sind mehrere Wünschewagen im gesamten Bundesgebiet unterwegs, um sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche zu erfüllen. Die Arbeit wird vor allem durch private Spenden finanziert. Wenn auch du das Projekt unterstützen möchtest, findest du mehr Informationen auf der Homepage.

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