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Zukunft Davon träume ich! Kinder aus aller Welt erzählen

Zukunft: Davon träume ich! Kinder aus aller Welt erzählen
© Getty Images
Während hier viele Kinder von einem eigenen iPhone träumen, sehen die Wünsche in anderen Regionen ganz anders aus. Sechs davon stellen wir hier vor.

"Ich möchte Anwältin werden, um Kindern zu helfen. Vor allem den armen Mädchen in meiner Gemeinde."

Ein junges Mädchen aus Ecuador schaut in die Kamera
Evelyn Alexandra ist sieben Jahre alt und stammt aus dem Hochland in Ecuador. Dank der Hilfe einer Organisation kann sie dort zur Schule gehen.
© Plan International

Die siebenjährige Evelyn Alexandra lebt mit ihrer Familie im Hochland von Cotopaxi in Ecuador. Die meisten Dörfer sind dort sehr isoliert, ohne Elektrizität oder ausreichende sanitäre Anlagen. Die Menschen überleben, indem sie ihr Essen selbst anbauen und Tiere für Fleisch, Wolle und Milch hüten. Auch die kleine Evelyn arbeitet oft mit, teilweise den ganzen Tag. Sie liebt ihre Eltern, erzählt sie der Organisation Plan International, die sie auf ihrem Weg unterstützt und umarmt sie mindestens fünf Mal am Tag, wie sie sagt. Jeden Morgen geht sie den Berg hinab, um zur Schule zu gehen. Ein Stipendium der Organisation macht ihr das möglich. Sie hofft, dass es auch anderen Kindern ihres Dorfes in Zukunft so gehen wird wie ihr und sagt, dass sie selbst versuchen möchte, dafür zu sorgen.

"Ich träume von einem kleinen Anfang fürs Leben."

Die achtjährige Binta lebt in einem Dorf im Senegal. Im Arm hat sie eine Ziege, die ihre Familie von einem Hilfswerk erhalten hat. Eine Ziege liefert Nahrung, Dünger und Nachwuchs, der auf dem Markt verkauft werden kann. Ein kleiner Anfang, der große Träume ermöglicht.

"Ich träume von Heimat."

Krieg und Gewalt haben Hind und ihre Familie aus Syrien vertrieben, nun leben sie in einem Flüchtlingslager im Libanon. "Ich träume davon, nach Syrien zurückzukehren. Ich vermisse jedes einzelne Sandkorn aus meiner Heimat", sagt sie. Millionen syrische Kinder sind durch die Erlebnisse im Bürgerkrieg traumatisiert.

"Ich träume davon, Lehrerin zu werden"

Ein Mädchen schaut in die Kamera, ihr Gesicht ist halb verdeckt
Die 13-jährige Parmin (Name geändert) kam als Flüchtige der Rohingya-Minderheit aus Myanmar nach Bangladesch.
© Plan International

Die 13-jährige Parmin (Name geändert) ist 2017 aus Myanmar geflohen und lebt seitdem mit ihrer Großmutter in einem Camp für geflüchtete der Rohingya-Minderheit in Bangladesch. Parmin begann in dem Land zur Schule zu gehen, etwas, das für sie in Myanmar unmöglich gewesen wäre. Doch im vergangenen Jahr, mit nur 12 Jahren, versuchte ihre Großmutter eine arrangierte Ehe zwischen Parmin und einem Nachbarn in die Wege zu leiten. Dann hätte das Mädchen nicht mehr zur Schule gehen können. Sie meldete sich bei einer Organisation, die Flüchtige im Camp unterstützen. Sie überzeugten ihre Großmutter davon, sie nicht zu verheiraten. Parmin geht weiterhin zur Schule und ist glücklich, dass sie ihre Bildung weiterführen kann.

"Ich träume davon, Krankenschwester zu werden."

Die 11-jährige Ariella aus Burundi hat durch Aids ihre Eltern verloren. Ihre älteste Schwester kümmert sich um die Familie. "Wenn ich groß bin, will ich Krankenschwester werden", sagt Ariella.

Nasra wünscht sich genug Essen und Trinken für ihre Familie

Ein Mädchen aus Kenia in ihrem Dorf
Die zwölfjährige Nasra lebt mit ihrer Familie, darunter vier Geschwistern, in Kenia. Nur für zwei der Kinder kann sich die Familie die Schule leisten.
© Plan International

Die zwölfjährige Nasra aus Kenia läuft täglich fast 50 Kilometer, um Wasser für ihre Familie zu besorgen. Zusammen mit anderen Mädchen ihres Dorfes geht es schon sehr früh los. Sie wacht um vier Uhr morgens auf, kümmert sich um den Haushalt und macht schwarzen Tee. Das Frühstück der Familie. Danach laufen die Mädchen gemeinsam zum Fluss. Zurück muss sie ein großes, volles Fass mit nach Hause bringen. "Danach habe ich oft Kopfschmerzen. In der Schule kann ich mich kaum konzentrieren, weil ich so müde und hungrig bin", erklärt das Mädchen. Dort bekommt sie meist die einzige Mahlzeit des Tages: Porridge mit Reis und Bohnen, ein Essen, das von einer Organisation, die mit der Region zusammenarbeitet, für Schüler:innen gesponsert wird. Denn ihre Familie leidet unter der Nahrungsmittel- und Wasserknappheit in der Region. Nach der Schule holt sie erneut Wasser vom Fluss.  

Verwendete Quellen: World Vision, Plan International

Brigitte