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Google Pixel 6 So schlägt sich das neue Smartphone im ersten Test

Die Rückseite des Pixel 6 von Google ist unverwechselbar.
Die Rückseite des Pixel 6 von Google ist unverwechselbar.
© Google
Google hat seine neue Smartphone-Generation präsentiert. So schlägt sich das Pixel 6 im ersten Test.

Wenn die großen Hersteller neue Smartphones auf den Markt bringen, dürfen sich User in aller Regel auf frische Innovationen freuen. Das ist bei Googles sechster Smartphone-Generation nicht anders. Das Pixel 6 und das Pixel 6 Pro setzen in Sachen Smartphone-Fotografie neue Maßstäbe, die besonders bei der Bildbearbeitung ins Auge fallen. Das liegt nicht zuletzt an einem eigens entwickelten Prozessor, dessen Fokus auf KI-Prozessen liegt. Was es außerdem über das aktuelle Google-Smartphone zu wissen gibt.

Ein eigener Prozessor

Bei der Präsentation der Pixel-6-Reihe legte Google großen Wert darauf, einen eigenen Chip entwickelt zu haben. Dieser hört auf den Namen "Tensor" und ist für die Bereiche Künstliche Intelligenz und Maschinenbasiertes Lernen (ML) optimiert. Vier Anwendungsbereiche profitieren davon besonders: Foto, Video, Spracherkennung und Übersetzen. Laut Googles eigenen Angaben sind die Pixel-6-Geräte dank "Tensor" 80 Prozent leistungsfähiger als die Vorgängergeneration. Ein zweiter Chip namens "Titan M2" soll für besondere Sicherheit sorgen und etwa Passwörter speichern. Im Großen und Ganzen handelt es sich dabei um eine kleine Revolution, denn das Pixel 6 ist das erste Android-Smartphone seit Jahren, das nicht von einem Qualcomm-Prozessor angetrieben wird.

Die Kamera

Google geht seit seiner ersten Pixel-Generation mit der Kamera einen eigenen Weg. Statt das ewige Sich-gegenseitig-überbieten in Sachen Megapixeln mitzugehen, verbaute der Konzern lange Smartphone-übergreifend ein und dasselbe Kamera-Panel. Dass die Hardware zunehmend in die Jahre kam, wusste Google bislang mit starken Bildbearbeitungs-Algorithmen zu kompensieren. 2021 ist Schluss damit, das Pixel 6 bekommt eine neue Kameraleiste. Und die fällt auf: Die sich quer über die Rückseite des Geräts ziehende Leiste ist das optische Merkmal des Geräts schlechthin. Google gelingt damit ein Design-Wurf, ein zweiter Blick ist nicht nötig, um ein Pixel 6 als Pixel 6 zu erkennen.

Und was leistet die Kamera? Die Antwort lautet kurz: eine ganze Menge. Einerseits verbaut Google komplett neue Hardware, die Hauptkamera arbeitet mit 50 Megapixeln Auflösung, das Ultraweitwinkel-Objektiv hat 12 Megapixel zur Verfügung. In der Pro-Variante gesellt sich noch ein 48-Megapixel-Teleobjekt mit vierfachem optischem Zoom dazu. Die Frontkameras unterscheiden sich ebenfalls: In der Standardvariante ist eine 8-Megapixel-Kamera verbaut, die Full-HD-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen kann. Das Pro-Modell hat eine 11,1-Megapxiel-Kamera, die 4K-Videos mit 30 oder Full-HD-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde festhält. In beiden Fällen soll der Sensor 150 Prozent mehr Licht als die Vorgängermodelle erfassen können, was sich vor allem bei Nachtaufnahmen deutlich bemerkbar macht.

Die Bildbearbeitung

Dazu kommt der in den vergangenen Pixel-Generationen ohnehin überzeugende Foto-Algorithmus, der frisch geschossene Bilder im Hintergrund optimiert. Allerdings kann die KI im Pixel 6 noch einiges mehr. Beispielsweise steckt ein Radierer-Tool im neuen Google-Smartphone: Die dahinterliegende KI kann störende Bildelemente wie Passanten oder Stromleitungen erkennen, ehe sie diese gegen das austauscht, was ohne die entfernten Elemente zu sehen wäre. Klingt utopisch? Ist es dank maschinellen Lernens nicht mehr. Das Besondere: Die KI wird laut Aussage von Google weiter lernen und dadurch im Laufe der Zeit immer bessere Resultate liefern. Obendrein rühmt sich Google damit, mit dem Pixel 6 das "inklusivste Smartphone aller Zeiten" veröffentlicht zu haben, denn es ist besser in der Lage als bisher, unterschiedliche Hauttypen korrekt zu erfassen und zu erkennen.

Auf die gleiche Art und Weise kann die KI den Himmel als solchen erkennen und verändern, mit der "Face Unblur"-Funktion verwackelte Gesichter schärfen oder umgekehrt im "Motion"-Modus die passende Unschärfe zu Bewegtbildern hinzufügen. Das erzeugt Effekte, die sonst nur per Langzeitbelichtung oder mit Stativen zu erzielen sind. Je nach Effekt sind an all den genannten Funktionen mehrere vom Tensor-Chip betriebene KI-Modelle beteiligt, die im ersten Test tolle Ergebnisse liefern.

Hör mal zu, Algorithmus!

Ein weiteres Kern-Feature des Pixel 6 hat ebenfalls mit Künstlicher Intelligenz zu tun. Viele User haben sich inzwischen daran gewöhnt, ihrem Smartphone gesprochene Befehle erteilen zu können. Google geht einen Schritt weiter und versetzt sein Pixel 6 in die Lage, beispielsweise in Echtzeit zu übersetzen. Wer etwa eine Kurznachricht in einer anderen Sprache schreiben will, muss nicht mehr umständlich zwischen einem Übersetzungstool und der Messenger-App hin- und herspringen und Text kopieren. Stattdessen diktiert man seinem Gerät einfach auf Deutsch (oder einer anderen Sprache) den Inhalt der Nachricht. Das Pixel 6 übersetzt das Gesagte in die gewünschte Zielsprache und schreibt es auf - je nach Sprache im passenden Alphabet. Auch das funktioniert im ersten Test makellos. Wer sein Gerät zusätzlich auf seine eigene Stimme trainiert, bekommt im Laufe der Zeit noch bessere Ergebnisse.

Fazit

Im Pixel 6 kommt jede Menge moderner Smartphone-Technik zusammen, die von Google mit KI-Features garniert wird. Anlass zur Kritik bietet das Gerät kaum, einzig am Design dürften sich die Geschmäcker scheiden. Dafür sind die Geräte IP68-zertifiziert, also vollständig staub- und wasserdicht. Löblich ist außerdem, dass der Konzern vom gängigen Prinzip abweicht, Updates nur zwei Jahre lang zuzusichern. Google verspricht stattdessen drei Jahre Android-Updates und fünf Jahre Sicherheits-Updates.

Außerdem ist sowohl das Pixel 6 als auch das Pixel 6 Pro zu einem günstigeren Preis zu haben, als ihn viele Beobachter erwartet haben: Die Standardvariante ist mit 128 GB Speicher ausgestattet und ab 649 Euro zu haben, für das Pro-Modell sind 899 Euro (128 GB) oder 999 Euro (256 GB) fällig. Sparfüchse können außerdem bis 27. Oktober direkt bei Google vorbestellen, dann spendiert Google Noice-Cancelling-Kopfhörer von Bose im Wert von etwa 250 Euro dazu. Die Geräte erscheinen am 28. Oktober regulär im Handel.

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