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Hitzewelle 8 Tipps, um die heißen Temperaturen zu überstehen

Hitzewelle: Junge Frau sitzt in BH und Hose auf dem Boden und genießt die Sonne
Hitzewelle: Mit diesen Tipps überstehst du die kommenden Tage
© Mariia Korneeva / Adobe Stock
Ab dem 16. Juli droht eine Hitzewelle von bis zu 40 Grad. Wir haben einige Tipps für dich, um an heißen Tagen einen kühlen Kopf zu bewahren.

In der kommenden Woche soll es in großen Teilen Deutschlands sehr heiß werden, denn es droht eine Hitzewelle. Bei teilweise 40 Grad kann es neben sonnig auch unangenehm oder sogar gefährlich werden. Deshalb ist es um so wichtiger, sich gegen die heiße Wetterphase zu wappnen. Doch was hilft uns besser als beispielsweise ein Tag im Freibad, das leckere Eis oder schlichtweg: sich auszuziehen? Wir geben dir einige Tipps, mit denen du die aufkommende Hitze besser überstehst.

Hitzewelle überstehen: Auf die richtige Kleidung kommt es an

Bereits der morgendliche Griff in den Kleiderschrank entscheidet darüber, wie sehr wir tagsüber schwitzen werden. Das schönste Sommerkleid oder die kürzeste Shorts nützen aber überhaupt nichts, wenn sie aus dem falschen Material bestehen. Die angenehmsten Stoffe, die wir im Sommer tragen können, sind Naturstoffe. Leinen gilt beispielsweise als Sommerstoff schlechthin, da das gewebte Material die Hitze abhält. Aufgrund seiner Beschaffenheit absorbiert der Stoff Schweiß sehr gut, zudem trocknen feuchte Stellen schnell. Die Faser an sich ist grob und eignet sich besonders für Hosen, Röcke, Hemden oder Blusen. Außerdem zu empfehlen sind Materialien für die Kleidungsstücke:

  • Seide
  • Bambus
  • Cool Wool (aus extrafeiner Merinowolle)
  • Viskose
  • Tencel
  • Hanf

Echte No-Go-Stoffe bei Hitze sind dagegen synthetische Stoffe wie Polyester, Nylon oder Fleece. Es gilt also nicht je kürzer, desto besser, sondern je hochwertiger das Material, desto kühlender.

Richtig trinken – und nicht zu süß

Für unseren Körper ist es in der Regel kein Problem, sich den heißen Temperaturen anzupassen. Dafür sorgt vor allem die körpereigene Schweißproduktion. Damit wir bei Hitze vermehrt Schweiß absondern können, der auf der Haut verdunstet und dadurch kühlt, ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt hierfür kalorienfreie Getränke wie Mineral- oder stilles Trinkwasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Wasser könne ebenfalls mit frischen Zutaten wie Ingwer, Zitrone oder Pfefferminze aufgepeppt werden. Fruchtschorlen mit Wasser im Verhältnis 1:3 seien ebenfalls eine gute Wahl, denn so liefern sie zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe. 

Zu schnelles Trinken, eiskalte Getränke und die Zufuhr von großen Flüssigkeitsmengen auf einmal könnten hingegen zu Beschwerden des Magen-Darm-Traktes führen. Auch sollte man in der Hitze die Finger von stark gezuckerten Getränken lassen. Denn der zusätzlich gelieferte Zucker sowie mögliche andere Zusatzstoffe sind energiereich und nährstoffarm – eine unerwünschte Kombi. Energiefreie Getränke, wie oben genannt, liefern dem Körper hingegen wirklich die Flüssigkeit für den eigenen Wasserhaushalt.

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Hände weg vom Alkohol

Wer sich in der prallen Sonne ein kühles Bier genehmigt, ist leichte Beute für einen Kreislaufkollaps. Denn bei heißen Temperaturen wirkt es nicht nur schneller und intensiver, Alkohol entwässert auch den Körper, erweitert die Blutgefäße und entzieht uns wichtige Mineralstoffe. Das begünstigt laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auch die Gefahr eines Hitzschlags. Weitere mögliche Risiken sind ein sinkender Blutdruck, Schwindelgefühl oder Übelkeit. Macht der Kreislauf nach zu viel Alkohol tatsächlich schlapp, hilft es, die Beine hochzulegen und einen halben Liter Wasser zu trinken.

Leichter Genuss

Schweres oder fettiges Essen stellt bei hohe Temperaturen eine starke Belastung dar. Ein saftiges Steak vom Grill ist bei Hitze beispielsweise nicht gerade die richtige Wahl. Stattdessen sollte man mehrere leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen. Ideal sind Lebensmittel mit hohem Wassergehalt wie:

  • Joghurt
  • Gurken
  • Tomaten
  • Zucchini
  • Wassermelone

Diese Lebensmittel ergänzen die Flüssigkeitszufuhr und haben darüber hinaus eine kühlende Wirkung. Ein guter Snack sind beispielsweise ein Fruchtsalat oder ein frischer Smoothie.

Daher gilt: Bei über 30 Grad lieber Hände weg vom Grill, denn zu viel tierisches Eiweiß regt die Wärmeproduktion im Körper an und erhöht damit das Risiko eines Kreislaufzusammenbruchs. Wer bei seiner Gartenparty trotzdem nicht auf Gegrilltes verzichten möchte, sollte seinen Gästen mageres Hühnerfleisch, Fisch oder fettarmen Grillkäse servieren. Außerdem gibt es inzwischen zahlreiche Inspirationen, was vegane Grill-Rezepte anbelangt.

Der Eiswürfel-Trick

Die ideale Abkühlung für zwischendurch: Wer keine Zeit hat, ins kühle Nass zu hüpfen, sollte immer einen Vorrat an Eiswürfeln oder Kühl-Pads im Gefrierfach aufbewahren. Warum? Wenn man mehrere Würfel in einen Waschlappen oder ein Geschirrtuch einwickelt, kann man sich damit problemlos über Dekolleté, Arme und Oberschenkel streifen. Das sorgt für eine Mini-Abkühlung, trainiert die Blutgefäße und strafft außerdem das Gewebe.

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Kneipp'scher Espresso

Wer beim "Kneipp'schen Espresso" an Kaffee denkt, liegt falsch. Gemeint ist ein Armbad, das bei hohen Temperaturen und Kreislaufproblemen laut Kneipp wahre Wunder wirken kann:

  • stärkt die Abwehrkräfte der oberen Atemwege
  • fördert die Blutzirkulation und die Durchblutung des Herzmuskels
  • regt den Stoffwechsel an
  • erfrischt bei Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • lindert Schmerzen bei Ellbogenbeschwerden

Entwickelt wurde die Anwendung von Sebastian Kneipp, dem Begründer der Kneipp-Medizin. Beide Arme werden bis über die Ellbogen 20 bis 30 Sekunden in ein Becken mit kaltem Wasser gehalten. Die Empfehlung von Kneipp liegt hier bei 12 bis 18 Grad. Das geht meistens schon problemlos mit angewinkelten Armen im eigenen Waschbecken. Anschließend die Arme bewegen, das restliche Wasser vor dem Verdunsten über den Nacken streichen und an der Luft trocknen lassen – Erfrischung garantiert!

Aber Vorsicht: Bei Angina Pectoris oder anderen organischen Herzkrankheiten sollten Menschen vorsichtig mit dem erfrischenden Kälteschock umgehen.

Waldbaden

Nicht nur im Wasser ist es im Sommer angenehm, auch der Wald bietet uns ein bisschen Abkühlung. Unter dem schattigen Ast- und Blätterdach ist es wenigstens ein paar Grad kühler und dadurch lässt es sich dort meistens besser aushalten als im eigenen Garten oder der Wohnung. Also: Wenn es drinnen nicht mehr auszuhalten ist, sucht euch eine schattige Strecke aus und geht im Wald spazieren – oder setzt euch auf eine schattige Bank unterm Blätterdach. Waldbaden hat neben etwas Abkühlung übrigens auch noch andere Vorteile für Körper und Seele.

Die Sonne nicht unterschätzen

Bei heißen Temperaturen steigt auch die Gefahr körperlicher Beschwerden. Beispielsweise ein SonnenstichDehydrierung oder Kreislaufprobleme. Damit es dazu nicht kommt, sollten wir uns bei dem heißen Wetter nicht zu sehr verausgaben. Sport machen wir besser in den kühleren Abendstunden oder bevor die Hitze des Tages Fahrt aufnimmt. Wer hin und wieder Probleme mit dem Kreislauf hat, sollte außerdem eiskalte Duschen vermeiden. Denn das kann zu einem Zusammenbruch oder Schwindelgefühl führen. Außerdem sollten wir natürlich ausreichend trinken und den Kopf nicht zu lange in die Sonne halten. Ein Sonnenhut, eine Mütze oder ein Tuch auf dem Kopf können ebenfalls eine gute Wahl an heißen Tagen sein.

Verwendete Quellen: Naturwald Akademie, RedaktionsNetzwerk Deutschland, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Kneipp

SpotOnNews Brigitte

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