"Fleiß wird belohnt? So einen Bullshit glauben nur Frauen!"

Fleiß wild belohnt? Das ist Bullshit

Frauen profilieren sich im Job gern als fleißige Bienchen. Doch das bringt sie kein Stück weiter. Warum wir uns ändern müssen  - und wie das geht.

Frauen kommen im Beruf häufig nicht voran, weil sie die Spielregeln der Jobwelt nicht kennen, weiß Anna Rossi. Die Top-Management-Expertin zeigt die Irrtümer auf, an die Frauen im Beruf häufig glauben - und die ihnen auf dem Weg zum Erfolg im Weg stehen.

In ihrem Buch "Bullshit, an den nur Frauen glauben - was dich daran hindert, im Job erfolgreich zu sein" zeigt sie - ganz ohne Männerbashing -, was Frauen selbst tun können und müssen, um im Job  voranzukommen, erfolgreich zu sein und Karriere zu machen. Hier könnt ihr einen Auszug aus dem ersten Kapitel lesen, denn wir finden: Die Frau hat recht!

Im ersten Kapitel räumt Anna Rossi mit dem Job-Mythos auf, dass Fleiß belohnt wird (wird er aber leider nicht):

Fleiß wird belohnt

Dein Chef interessiert sich nicht dafür, wie viel du arbeitest, insbesondere dann nicht, wenn du Überstunden machst. Wenn dich diese Aussage provoziert, gehörst du sehr wahrscheinlich zu den fleißigen Bienen unter uns. Natürlich würden die meisten Chefs das niemals zugeben, denn fleißige Mitarbeiter sind leichter zu händeln und eher bereit, den Anweisungen des Chefs Folge zu leisten. Es würde deinen Vorgesetzten sogar mehr interessieren, wenn du dauerhaft Minusstunden sammelst, weil er gegenüber seinem Chef argumentieren müsste, aus welchen Gründen du deinen Arbeitsvertrag nicht einhältst.

Fleiß ist eine der wichtigsten Eigenschaften, um erfolgreich zu sein? Bullshit!

Viele Frauen glauben, dass Fleiß eine der wichtigsten Eigenschaften ist, um im Beruf erfolgreich zu sein und um langfristig Karriere zu machen. Das ist Bullshit, und zwar aus mehreren Gründen: Zum einen liegt es daran, dass sich Frauen weniger häufig als Männer trauen, Aufgaben aktiv abzulehnen oder sich ihnen zu entledigen, aus Angst schlechte Stimmung zu verbreiten oder sich die Missgunst von Vorgesetzten und Kollegen einzuheimsen. Hier geht es also eher um ein psychologisches Phänomen.

Hinzu kommt, dass viele Führungskräfte, sowohl Männer als auch Frauen, ständig den Eindruck vermitteln, fleißig zu sein. Das ist Teil der Story, die dich glauben machen soll, dass Führungskräfte viel arbeiten müssen, um das Geschäft am Laufen zu halten.

Darüber hinaus wird uns Fleiß als Teil des deutschen Kulturgutes schon im Kindesalter als positive Eigenschaft vermittelt. Es ist also kein Wunder, dass du Fleiß für einen wichtigen Karriere-Faktor hältst – nur leider ist das falsch. Wenn das Anhäufen vieler Überstunden zum Regelfall wird, ist das, gerade bei Führungskräften, ein Zeichen schlechten Managements, denn effektive Führungskräfte delegieren alle operativen Aufgaben und konzentrieren sich auf rein übergeordnete Tätigkeiten. Darüber hinaus hat gerade das Management dafür zu sorgen, dass Aufgaben auf eine angemessene Anzahl von Mitarbeiterschultern verteilt werden.

Wer fleißig ist, bekommt keinen Ärger - aber auch keine Lorbeeren

Fleiß an sich ist keine negative Eigenschaft – aber eben auch keine, die dich beruflich weiterbringt. Wer fleißig ist, bekommt keinen Ärger, aber auch keine Lorbeeren. Stattdessen solltest du dich eher fragen, wie du die Lorbeeren bekommst und anfangen, deine Zeit danach auszurichten.

Ehrgeizige Männer folgen diesem Prinzip intuitiv mehr, und entledigen sich deshalb Aufgaben schneller, von denen sie wissen, dass man damit keinen Preis gewinnen kann. Reine Fleißarbeit wird deshalb nicht belohnt, weil sie für die Lösung von Problemen oder Aufgaben nebensächlich ist. Was zählt, ist der Erfolg, den man bei der Bewältigung einer Aufgabe erbracht hat. Doch wie dieser zustande kommt, mit viel oder wenig oder gar keinem Fleiß, interessiert deinen Chef nicht.

Fleißarbeit wird deshalb nicht belohnt, weil sie für die Lösung von Problemen nebensächlich ist

(...) Fleiß allein verschafft dir weder Sichtbarkeit noch Erfolg, vor allem dann nicht, wenn die Aufgabe, die du bearbeitest, nicht gut positioniert ist. Aufgaben, die wiederum gut positioniert sind, befinden sich auf der Prioritätenliste deines Chefs.

Die Prioriätenliste beschreibt alle für deinen Chef wichtige Themen. Wenn du wahrgenommen werden, mehr Spielraum bei der Wahl deiner Aufgaben haben oder dich selbst positionieren willst, musst du Themen dieser Liste bearbeiten, denn nur sie haben Erfolgsaussichten.

Doch selbst bei diesen Prestigethemen spielt Fleiß für die Lösung der Aufgabe eine absolut untergeordnete Rolle. Das bedeutet im Umkehrschluss auch: wenn du an Aufgaben arbeitest, die nicht Teil dieser Prioritätenliste sind, und keine Sichtbarkeit für deinen Chef haben, kannst du lange auf eine Beförderung oder einen anderen Aufgabenbereich warten – dann gehörst du zur Herde seines Volkes. Im nächsten Mitarbeitergespräch wird er dir sagen, dass du zwar fleißig bist, im Grund aber nur deinen Job gemacht hast, für den du ohnehin bezahlt wirst.

Nie wirst du allein durch Fleißarbeit die Karriereleiter erklimmen - du musst relevante Aufgaben übernehmen

Fleiß kann hin und wieder Teil der Lösung sein, weil du beispielweise eine umfangreiche Aufgabe systematisch prüfen musst, aber nie wirst du allein durch Fleißarbeit die Karriereleiter erklimmen oder Aufgaben bekommen, auf die du wirklich Lust hast. Viel entscheidender ist es, dich zu fragen, welcher Schuh drückt deinen Chef aktuell am meisten, und wie kannst du ihm dabei helfen, dieses Problem zu lösen.

(...) Das heißt auch, dass du aktiv Bullshit-Aufgaben ohne Relevanz ablehnen musst. Das wird umso einfacher, je mehr Aufgaben du direkt vom Chef bekommst. Hier kannst du dann in Ruhe die Prioritäten-Karte zücken, sollten Kollegen mit alternativen Arbeitsanfragen auf dich zukommen.

Die Ablehnung von Aufgaben ist für Frauen, wie bereits erwähnt, schwierig. Kooperationen mit Kollegen sind generell sinnvoll, wenn alle etwas davon haben und sich Geben und Nehmen dauerhaft die Waage halten. Allerdings solltest du dir darüber bewusst sein, dass niemand außer deinem Chef deinen Arbeitsrhythmus festlegen sollte. (...)

Short and simple: Tue etwas Relevantes für deinen Chef und lehne Bullshit-Aufgaben systematisch ab.

Bullshit, an den nur Frauen glauben

Lust auf mehr? Das Buch "Bullshit, an den nur Frauen glauben - was dich daran hindert, im Job erfolgreich zu sein" gibt es als E-Book über Amazon und alle großen Buchhändler. Teil 1 und 2 erscheint Mitte Dezember als gebündelte Druckversion (136 Seiten, 8,99 Euro, Business Kollektiv).

Tipp: Passend zum Thema bietet Anna Rossi auch Seminare für Frauen an: www.businesskollektiv.de

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