6 ehrliche Tipps für Frauen, die Karriere machen wollen

Simone Reif, Geschäftsführerin von "Stepstone" und zweifache Mutter, weiß, wie man sich in einer männerdominierten Managementwelt durchsetzt.

Ihr könnt nicht alles haben

Eigentlich selbstverständlich, aber ihr solltet euch immer wieder klar machen: Die Karriereleiter ist keine Rolltreppe. Zusätzlich zu grundsätzlicher Qualifikation und Eignung führt nur Ehrgeiz, Fleiß und Zielstrebigkeit zur Führungsposition. Außerdem braucht ihr Mut und Kraft, um den Verzicht an vielen Stellen, etwa im privaten Bereich, zu akzeptieren und Abstriche zu machen. Denn das werdet ihr müssen. Klingt hart, ist aber Fakt.

Mütter kämpfen an zwei Fronten

Als karriereorientierte Frau mit Kindern kämpft ihr an noch mehr Fronten. Ihr müsst den Spagat zwischen Job und familiärem Umfeld schaffen. Ihr braucht ein dickes Fell, um nicht ständig an euch selbst zu zweifeln. Findet eine Balance zwischen dem, was ihr selbst unbedingt möchtet und dem, was ihr glaubt, tun zu müssen. Und bedenkt: Dieser ständige Zwiespalt wird deutlich erträglicher, wenn ihr wirklich Spaß an eurem Job habt.

Die richtige Einstellung zählt

Eine Top-Position in einer 30-Stunden-Woche zu schaffen, ist eine Herausforderung. Flexible Arbeitszeitmodelle und eine vorausschauende Organisation allein reichen nicht aus, wenn eure Einstellung nicht stimmt. Eine wankelmütige Position zu dem, was man tut, ist ein Karrierekiller. Ihr müsst mit Widerständen rechnen – Selbstvorwürfen, schlechtem Gewissen oder fehlendem Zuspruch aus eurem Umfeld. Lernt, damit umzugehen. 

Frauen sind eure schärfsten Kritiker

Tatsächlich bin ich in meiner Karriere im bis heute absolut männerdominierten Vertriebsumfeld noch nie von einem männlichen Kollegen oder Chef diskriminiert worden. Es waren die Mütter, die ihre Kinder morgens Stunden später in den Kindergarten brachten und die Nase rümpften, wenn ich beim wöchentlichen Kinderturnen wiederholt nur die Tagesmutter schickte. Solange Frauen und Mütter von ihresgleichen dafür verurteilt werden, wie sie ihre Prioritäten setzen, wird keine Frauenquote dieser Welt die Situation im Management nachhaltig verändern. Seid tolerant!

Frauen führen anders

Nach meiner Erfahrung führen Frauen anders, aber keinesfalls weniger effektiv. So stimmt der oft pauschalisierte Vorwurf nicht, dass Frauen „zu weich“ für eine Karriere seien. Ich kenne viele Managerinnen, die durchgreifen können, wenn es angebracht ist. Der Unterschied ist, dass sie diese Haltung meist nicht so deutlich nach außen tragen. Warum auch? Ein anderes Beispiel: Männer sind oft fokussierter und wirken dadurch weniger empathisch, was oftmals mit Härte gleichgesetzt wird. Frauen nehmen mehrere Eindrücke gleichzeitig wahr und gewichten mit anderen Schwerpunkten, was vielfach von Vorteil ist.

Frauen können selbstbewusster sein denn je

Aufgrund des Fachkräftemangels werden Frauen umgarnt wie nie. Jeder zweite Hochschulabsolvent ist heute weiblich. Nie war der Anteil hochqualifizierter Frauen in Deutschland so hoch wie heute. Die Unternehmen sind auf euch und euren Einsatz angewiesen. Macht euch das klar und legt keine falsche Bescheidenheit an den Tag - schon gar nicht, wenn es ums Gehalt geht. Laut einer aktuellen "Stepstone"-Studie hat jede dritte weibliche Fachkraft noch nie nach einer Gehaltserhöhung gefragt. Dabei bekommen Fachkräfte, die einmal im Jahr nach einer Gehaltserhöhung fragen, rund 20 Prozent mehr Gehalt als die, die es nie tun.

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