Babypause - an die Folgen denken!

Bescheidenheit ist eine Zier. . . Dieser alte Spruch fällt mir ein, wenn ich an das Gespräch mit Dagmar P. denke, das ich neulich hatte. Sie ist 39, hat eine solide Ausbildung, aber wegen der drei Kinder bisher kaum gearbeitet.

In nächster Zeit will sich Dagmar P. nun eine Teilzeitbeschäftigung suchen. Und sie möchte unbedingt etwas für ihre Altersversorgung tun. Ihr Mann verdient sehr gut, er unterstützt ihr Vorhaben. 200 Euro, meint sie, könnte sie monatlich für ihre Altersversorgung ausgeben. Das finde ich nicht nur gut, sondern auch dringend nötig, und sage ihr das auch. Aber noch während unseres Gesprächs verlässt sie der Mut sehr schnell. Vielleicht würden ja auch 100 Euro reichen? Oder 150 Euro? "Und ist es auch sicher", fragt sie mich dann, "dass ich den Sparplan jederzeit wieder stilllegen oder aussetzen kann, wenn's nicht mehr geht?"

Am Geld liegt die Verzagtheit nicht, Herr P. verdient ja gut. Und über ihre eigene wirtschaftliche Situation hat Dagmar P. bisher nicht weiter nachgedacht. Da befindet sie sich in allerbester Gesellschaft, kann ich nur sagen, denn das tun die meisten Frauen in der Situation nicht. Und das ist unabhängig von Ausbildung und Herkunft: Die junge Akademikerin verhält sich so wie die Sekretärin oder die Hotelfachfrau, die Friseurin macht die gleichen Fehler wie die Ingenieurin oder die Arzthelferin, wenn es um Kind(er) und beruflichen Ausstieg geht.

Denn keine überlegt, welche langfristigen Folgen ihr Handeln hat, und keine vergleicht, wie es beim Partner aussieht - in unserem Beispiel bei Werner P.: Er hat Frau und Kind, dazu einen guten Job, also ein geregeltes Einkommen. Er zahlt in die gesetzliche Rentenversicherung ein, hat eine Betriebsrente und außerdem Firmenaktien. Natürlich hat er eine Lebensversicherung, als Direktversicherung abgeschlossen.

Die Jahre aufholen - aber wie?

Und umgekehrt? Dagmar P. hat ihren Mann, ihr Kind und einen Riester-Vertrag, der aber ausschließlich über die Zulagen läuft. Das heißt, sie zahlt dort keine Beiträge ein, erhält aber für sich und ihre drei Kinder die staatlichen Zulagen. Das ist besser als nichts, aber mehr als 100 Euro Rente im Monat dürften damit nicht erreichbar sein. Die zehn Jahre, die Dagmar P. aus dem Beruf ausgestiegen ist, kann sie rentenmäßig nicht mehr aufholen, schon gar nicht mit einer Teilzeitarbeit. Also muss sie privat vorsorgen, wenn sie nicht - wie so viele Frauen - nur mit einer mickrigen Rente dastehen und von ihrem Mann abhängig sein will. Und zwar muss sie sofort anfangen und nicht mit dem kleinstmöglichen, sondern dem größtmöglichen Betrag!

Damit das Ganze auf festen Beinen steht, könnte sich Dagmar P. mit ihrem Mann zusammen ausrechnen lassen, welche Ansprüche er durch die ununterbrochene Berufstätigkeit und die Absicherungen erworben hat. Dann müsste sie schauen, ob und wie sie mit Teilzeitjob und privater Vorsorge auf eine ähnliche Rente kommt. Um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Frauen steigen aus dem Berufsleben ohne jede Absicherung aus, bleiben wegen der Kinder zu Hause, arbeiten dann jahrelang geringfügig beschäftigt oder in Teilzeit. Einen qualifizierten Job oder gar einen beruflichen Aufstieg gibt es damit nicht - und eine ordentliche Rente auch nicht.

Macht Liebe blind?

Meiner Erfahrung nach gäbe es so ein Gespräch mit einem Mann nicht: Nur wenige Männer würden derart existenzbedrohende Risiken eingehen! Woher kommt also diese Verzagtheit, diese Kleinmütigkeit, diese Bescheidenheit? Warum glauben Frauen, für sich nichts fordern zu dürfen? Warum ist für viele Frauen wirtschaftliche Eigenständigkeit nicht erstrebenswert? Sind es alte Rollenbilder, die noch in den Köpfen stecken, nach denen Frauen ohnehin nur ein "Zubrot" verdienen? Egal, woher es kommt und warum: Das muss sich ändern! Und zwar schnell. Jede Frau muss die Möglichkeit haben, auch im Alter finanziell auf eigenen Füßen stehen zu können - nicht nur, falls die Ehe scheitert. Da hilft nur eins: Sich dem Problem stellen und dann handeln. Sie wissen doch: Bescheidenheit ist eine Zier. . . doch weiter kommt man ohne ihr.

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Ein Artikel aus der BRIGITTE 22/08
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