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Richtig bewerben auf Englisch


Ihr möchtet für ein Praktikum nach London gehen, ein Praxissemester in San Francisco machen oder in Sydney arbeiten? Prima! Doch wie bewirbt man sich auf Englisch? Wir geben euch Tipps, wie es mit der englischsprachigen Bewerbung klappt
Richtig bewerben auf Englisch
© www.pixelio.de / S. Hofschlaeger

Arbeiten in einem englischsprachigen Land - klingt weltläufig, aufregend, verlockend. Bloß: wie bewirbt man sich eigentlich für einen Job im Ausland? Es gibt inhaltliche und formale Unterschiede zwischen einer Bewerbung in Deutschland und einer englischsprachigen Bewerbung, und die solltet ihr beachten. Hier die wichtigsten Punkte:

Das Anschreiben

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Den ersten Eindruck vermittelt das Anschreiben. Es muss sofort Interesse beim Arbeitgeber wecken. Deshalb solltet ihr darin genau darstellen, was euch für den gewünschten Job qualifiziert.

Zeitform: Für allgemeine Informationen verwendet ihr im Anschreiben das Simple Present und für gesammelte Erfahrungen das Present Perfect oder das Simple Past.

Formales: Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Platziert eure Adresse am besten rechts (Amerikanisch) oder links oben. In amerikanischen Briefen steht zudem die Betreff-Zeile (Application for the position of.../Request for internship/work placement) linksbündig zwischen der Empfängeradresse und der Anrede. In England dagegen befindet sie sich zwischen der Anrede und dem Brieftext.

Lebenslauf

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Auf einen sorgfältig ausgearbeiteten Lebenslauf legen Arbeitgeber im Ausland besonderen Wert. Euer Lebenslauf muss möglichst individuell auf die angestrebte Stelle abgestimmt sein. Das bedeutet: je genauer eure Angaben mit den Anforderungen der Stelle übereinstimmen, desto mehr Chancen habt ihr. Wie hierzulande ist die tabellarische Form am übersichtlichsten.

Das gehört in den Lebenslauf:

Persönliche Daten (Personal Details): Daten wie Vor- und Nachname, Adresse, Telefonnummer, E-Mail Adresse dürfen in keinem Fall fehlen. In den USA werden keine Angaben zu Geburtstort, Geburtsdatum, Religion, Rassenzugehörigkeit, Nationalität und Familienstand gemacht. Auch in England sind Infos zu Rasse und Konfession tabu. So soll Diskriminierung verhindert werden.

Angestrebter Job (Job Objective): Hier formuliert ihr eure angestrebte Stelle. Die Stellenbezeichnung findet ihr in der Stellenanzeige. Noch wichtiger ist dieser Punkt bei Initiativbewerbungen. So kann die Personalabteilung euch schneller einer Abteilung zuordnen.

Berufliche Erfahrungen (Work Experience / Practical Experience): Unter diesem Punkt listet ihr berufliche Erfahrungen auf, auch wenn es nur Praktika oder Nebenjobs sind. Damit beweist ihr eure fachliche und soziale Kompetenz (During my internship I assisted in all aspects of production / As a secretary I arranged all staff meetings). Gerade US-Chefs schätzen selbstbewusstes Auftreten. Manche Firmen scannen Lebensläufe ein und suchen nach Schlüsselwörtern. Achtet also darauf, dass bei eurer Bewerbung solche Keywords auftauchen. Am besten die Punkte, die mit den Anforderungen übereinstimmen, hervorheben (fett oder kursiv drucken).

Ausbildung und Studium (Education): Angaben zur beruflichen und schulischen Ausbildung sind wichtig. Die Abschlüsse solltet ihr auf Deutsch nennen und in Klammern ins Englische übersetzen: Gymnasium (high school), Abitur (A-level), Studiengang (course of study in GB oder academic program (USA), Universität (College).

Sonstige Kenntnisse, Fähigkeiten und Interessen (Special Skills / Interests): Ihr seid beim Roten Kreuz, arbeitet ehrenamtlich in euerer Gemeinde oder sprecht drei Sprachen fließend? Ob Sprachkenntnisse, Auslandserfahrung, EDV-Kenntnisse aber auch Hobbys - in englischsprachigen Ländern wird besonders auf Soft Skills geachtet.

Foto und Zeugnisse: Im Gegensatz zur deutschen Bewerbung müsst ihr in England oder Amerika kein Foto und keine Zeugnisse mitschicken. Referenzen und Ansprechpartner solltet ihr in der Regel nur auf Nachfrage angeben, da sie erst wichtig werden, wenn eure Bewerbung Interesse geweckt hat. Wenn ihr es aber für notwendig haltet, dann könnt ihr zwei bis drei Namen plus Kontaktdaten frührer/aktueller Arbeitgeber oder ehemaliger Professoren angeben.

Chronologie: Der Lebenslauf wird nicht wie bei uns chronologisch aufgelistet, sondern in zeitlich umgekehrter Reihenfolge. Nennt die aktuellste Arbeits- oder Ausbildungsstelle zuerst.

Form: Der Lebenslauf kann länger sein als das Anschreiben, sollte aber zwei bis drei Seiten nicht überschreiten. Da ihr keine Zeugniskopien mitschickt, braucht ihr die Bewerbung auch nicht in eine Mappe zu stecken. Ein DIN A4-Umschlag reicht aus. Die Original-Zeugnisse nehmt ihr zum Vorstellungsgespräch mit.

Ehrlich sein

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Ihr solltet das Anschreiben und den Lebenslauf selbst verfassen - sonst weckt ihr bei eurem potentiellen Arbeitgeber Erwartungen, die ihr später vielleicht nicht erfüllen könnt. Formuliert einfache und kurze Sätze und lasst das Anschreiben am besten noch mal von Freunden oder Eltern Korrektur lesen. Wie bei einer deutschsprachigen Bewerbung gilt: Keine Rechtschreibfehler, guter Ausdruck, hochwertiges Papier, ansprechendes Layout und Kontaktadressen nicht vergessen.

Nicht warten, sondern durchstarten

Ist die Bewerbung abgeschickt, wird von euch erwartet, dass ihr selbst aktiv werdet. Ruft also ungefähr nach einer Woche an und fragt nach, ob eure Unterlagen angekommen sind. Bietet zudem an, jederzeit weitere Informationen zur Verfügung zu stellen.

Bewerbungsbögen als Antwort

Es kann sein, dass ihr als Antwort auf eure Bewerbung ein Bewerbungsformular erhaltet. Damit seid ihr schon einmal ein ganzes Stückchen weiter. Eure Bewerbung ist auf Interesse gestoßen. Füllt dieses Formular gewissenhaft aus und lasst es am besten noch einmal Korrektur lesen. Auf dem Bogen befinden sich Fragen zu Ausbildung, Berufserfahrungen, Karriereziel, Stärken und Schwächen.

Danke sagen

Es ist geschafft. Ihr habt das Vorstellungsgespräch hinter euch gebracht. Jetzt nicht zurücklehnen, sondern Initiative zeigen. Bedankt euch in einem kurzen Anschreiben (Thank-you-Letter) für das nette Gespräch. Habt ihr die Zusage schon in der Tasche, solltet ihr ebenfalls mit einem höflichen Annahme- oder Ablehnungsschreiben antworten.

Kleine Übersetzungshilfen

Euch fehlen die passenden Vokabeln und Formulierungen für ein englisches Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf? Hier gibt es Hilfe:

www.ego4u.de

dict.leo.org

dict.tu-chemnitz.de

www.pons.de

Vorlagen für Lebenslauf und Bewerbungsanschreiben findet ihr hier: www.pons.de

Buchtipps

Jackie Pocklington, Patrik Schulz, Erich Zettl: Bewerben auf Englisch: Tipps, Vorlagen und Übungen. Mit CD-ROM, Cornelsen, 2004, 176 Seiten, 19,95 Euro

Klaus Schürmann, Suzanne Mullins: Weltweit bewerben auf Englisch, Eichborn Verlag, Auflage: 1, 2007, 15,95 Euro

Karsta Neuhaus, Dirk Neuhaus: Das Bewerbungshandbuch Englisch, Ilt-Europa; Auflage: 2., 2007, 279 Seiten, 12,90 Euro


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