Die wichtigsten Versicherungen für Frauen

Hausrat, Haftpflicht und Co.: Expertin Pia Fischer über die wichtigsten Versicherungen für Frauen.

Pia Fischer

Je nach Lebenssituation sind unterschiedliche Versicherungen wichtig und sinnvoll. Wenn Sie alleine leben, müssen Sie sich natürlich selbst um Ihre Absicherung kümmern. Aber auch wenn Sie in einer Partnerschaft oder in einer Familie leben, sollten Sie das Thema nicht komplett an andere delegieren.

Absicherung in Partnerschaften

In einigen Bereichen können Sie über einen Vertrag den Partner oder die ganze Familie absichern. Bei nichtehelichen Gemeinschaften sollten Sie darauf achten, dass der Partner namentlich in der Police erscheint.

Wichtig ist, dass Sie jede Änderungen der Lebenssituation dem Versicherer mitteilen. Nehmen Sie im Falle einer Trennung unbedingt frühzeitig fachkundigen Rat in Anspruch.

In jedem Fall sollten Sie die existenzbedrohenden Risiken zuerst absichern und dann je nach Budget und persönlichem Sicherheitsbedürfnis über die anderen Angebote der Versicherungswirtschaft nachdenken.

Privathaftpflichtversicherung

Zu den existenzbedrohenden Risiken gehört der Verlust der Arbeitskraft und Ansprüche aus Haftpflichtfällen. Das Todesfallrisiko braucht nur abgesichert zu werden, wenn Sie Angehörige versorgen müssen. Die gesamte Palette der Sachversicherungen wie zum Beispiel Hausrat und Wohngebäude ist nicht immer nötig.

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist jeder für Schäden, die er schuldhaft einem Anderem zufügt, in unbegrenzter Höhe haftbar. Dabei reicht eine kleine Unachtsamkeit aus, um riesige Forderungen nach sich zu ziehen. Die Privathaftpflichtversicherung ist darum ein absolutes "Muss" für jeden.

Selbstständige und Freiberuflerinnen sind oft im Rahmen der Betriebshaftpflichtversicherung auch im privaten Bereich versichert. Das muss ausdrücklich im Versicherungsvertrag dokumentiert sein. Manchmal ist die ganze Familie mitversichert. Checken Sie auf jeden Fall die Höhe der Deckungssumme und den Leistungsumfang des Vertrages.

Krankenversicherung

Die meisten von uns sind auf die eigene Arbeitskraft angewiesen, um den Lebensunterhalt zu sichern. Die Arbeitskraft wird durch Krankheiten und Unfälle gefährdet. Der Gesetzgeber sorgt durch Pflichtversicherungen wie die Renten- und Krankenversicherung für ein gewisses Absicherungsnetz. Durch seine Maschen fallen aber oft die Menschen, die besonders bedürftig sind. Sie sollten deshalb klären, ob und wie Sie abgesichert sind.

Eine Krankenversicherung braucht jede Frau. Da im Ausland oft nur eingeschränkter oder gar kein Versicherungsschutz besteht, ist - vor allem für gesetzlich Versicherte - eine Auslandsreisekrankenversicherung empfehlenswert. Neben den Behandlungskosten geht es hier um die Absicherung von medizinisch notwendigen Rücktransporten, die sehr teuer sein können.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn Sie schwer erkranken, kann die Krankheit zur Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit führen. Die gesetzliche Absicherung ist vor kurzem stark eingeschränkt worden. Frauen ab dem Geburtsjahr 1961 erhalten nur noch im Falle der Erwerbsunfähigkeit eine Rente - also nur dann, wenn sie gar keinen Beruf mehr ausüben können.

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist deswegen absolut zu empfehlen. Hierbei sollten Sie sich unbedingt fachkundig beraten lassen. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung darf der Preis nur eine untergeordnete Rolle spielen. Hier kommt es auf die Bedingungen an.

Berufsunfähigkeitsabsicherungen gibt es mittlerweile auch für Hausfrauen. Die Arbeitskraft einer Hausfrau wird zur Zeit mit monatlich ca. 1.600 Euro angesetzt.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann man recht gut mit einer Vollkaskoabsicherung vergleichen, die Sie aus der Autoversicherung kennen. Nur wenn Sie aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen keine Versicherung abschließen können oder möchten, ist der Abschluss einer Unfallversicherung zur "Teilkaskoabsicherung" zu empfehlen.

"Dread-Desease"-Versicherung

Anders sieht das bei Kindern aus. Kinder sollten über eine Unfallversicherung oder über eine weitergehende Kinderinvaliditätsversicherung abgesichert werden.

Durch die so genannte "Dread-Desease"- Versicherung kann man sich gegen den Ausbruch bestimmter Krankheiten absichern. Herzinfarkt, Krebs oder Aids sind hier nur Beispiele vor bis zu 36 Krankheitsbildern, die inzwischen versichert werden können. Der Versicherer zahlt bei Feststellung einer versicherten Krankheit die vereinbarte Versicherungssumme aus.

Aber Achtung: das Einkommenssteuergesetz erkennt derzeit nur sieben Krankheiten in der "Dread-Desease"-Versicherung an. Nur bei diesen Krankheiten gilt somit sicher das Steuerprivileg der Lebensversicherung, das die Auszahlung unter gewissen Voraussetzungen steuerfrei garantiert.

Lebensversicherung

Eine Risiko-Lebensversicherung braucht nur eine Frau, die Angehörige abzusichern hat. Manchmal ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombination mit einer Risiko- oder Kapitalversicherung preiswerter zu bekommen als alleine. Das sollte unbedingt geprüft werden.

Lebens- und Rentenversicherungen sind natürlich auch von der momentanen Börsensituation betroffen. Die Garantiezinsen werden sicher noch weiter nach unten gehen. Als Altersversorgungsbaustein sind sie trotzdem empfehlenswert, aber nur nach Einzelfallprüfung und sorgfältiger Auswahl der Versicherungsgesellschaft.

Nach wie vor gilt das Steuerprivileg für Laufzeiten über zwölf Jahre. Aber Achtung, bei Änderungen der Versicherungen zum Beispiel im Scheidungsfall droht manchmal die Steuerfalle. Hier ist kompetente Beratung erforderlich.

Rechtsschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung wird im Baukastensystem zusammengestellt. Sie können Streitigkeiten aus unterschiedlichen Anlässen versichern. Es gibt zum Beispiel die Rechtsschutzversicherung für Fahrzeughalter, Eigentümer- und Mieterrechtsschutz, Privat- und Berufsrechtsschutz für angestellte Arbeitnehmer und Privatrechtsschutz für Selbstständige. Daher sollte man sich vor Vertragsschluss fragen, welcher Bedarf besteht.

Wichtig ist die Rechtsschutzversicherung für Angestellte, die kein Gewerkschaftsmitglied sind. Man sollte in diesem Fall den Baustein "Arbeitsrechtsschutz" wählen, denn vor dem Arbeitsgericht zahlt jede Partei in der ersten Instanz den Anwalt selbst, unabhängig davon, wie das Verfahren ausgeht. Da kommen leicht einige 100 Euro zusammen.

Es gibt große Unterschiede in den Bedingungen und Preisen. Einige Versicherer bezahlen neben den Kosten für Rechtsanwälte auch die Kosten für Renten- und Versicherungsberater.

Hausratversicherung

Eine Hausratversicherung ist dann notwendig, wenn Sie den Hausrat nicht ohne große finanzielle Mühe wiederbeschaffen können. Auch hier sind pauschale Aussagen nicht sehr sinnvoll. Für exklusive Haushalte gibt es sehr weitgehende Absicherungsmöglichkeiten. Studentenbuden sind dagegen meistens in gewissem Umfang im Vertrag der Eltern enthalten. Man muss sich hier den Einzelfall ansehen. Lassen Sie sich unbedingt gut beraten.

Weitere Tipps

Fehlkäufe sind im Versicherungsbereich sehr teuer und manchmal nicht rückgängig zu machen. Die Qualität der Versicherung stellt sich erst im Schadenfall heraus. Beratungen werden von drei Berufsgruppen durchgeführt.

Ein gerichtlich zugelassener Versicherungsberater wird auf Honorarbasis für Sie tätig und muss Provisionen, die er einnimmt, an Sie weitergeben. Sie bekommen dadurch eine absolut unabhängige Beratung. Berater werden fachlich geprüft, bevor sie ihre Zulassung bekommen.

Ein Versicherungsmakler erhält aus Ihrem Beitrag eine laufende Courtage (Vermittlungsprovision). Der Versicherungsmakler ist in Ihrem Auftrag tätig.

Anders sieht das bei Generalvertretern und Mehrfachagenten aus. Die sind im Auftrag ihrer Versicherungsgesellschaften tätig. Für welche Art der Beratung Sie sich entscheiden, ist Vertrauenssache.

Fragen Sie auf jeden Fall kritisch nach der Ausbildung Ihres Vermittlers oder Maklers. Erst im Jahr 2005 wird es einen einheitlichen Standard zur Berufsaufübung geben. In diesem Bereich sind andere europäische Länder weiter als wir.

Pia Fischer, gerichtlich zugelassene Versicherungsberaterin, ist Geschäftsführerin der Firma "WomIns", die sich auf die Absicherung von Frauen spezialisiert hat.

Für Brigitte.de beantwortet Pia Fischer Fragen zum Thema Versicherungen. Ihre Antworten rund um Haftpflicht und Co. finden Sie hier.

Tabelle + Text: Pia Fischer
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