Finanzkrise: So machen Sie sich im Job unentbehrlich

Sieben Tipps, wie Sie in Krisenzeiten beim Arbeitgeber punkten können.

Die Prognosen für den deutschen Arbeitsmarkt 2009 klingen verheerend: Aufgrund der Konjunkturkrise vergeben Banken weniger Kredite, Unternehmen brechen die Aufträge weg. Gewerkschaften und Wirtschaftsexperten schätzen, dass bis zu 215.000 Stellen in diversen Branchen bedroht sind. Kein Wunder, dass laut einer Umfrage der "Deutschen Bank" jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland um seinen Arbeitsplatz bangt.

Wie geht man angemessen mit der Angst vorm Jobverlust um? Klar ist, dass es wenig Sinn macht, die eigenen Ängste im Kollegenkreis breitzutreten und dadurch das berufliche Umfeld umso nervöser zu machen. "Sinnvoll ist es, sich guten Freunden oder auch einem Coach mitzuteilen. Zum Austausch sollte man sich eine Vertrauensperson außerhalb des Kollegenkreises suchen, sonst könnten die Ängste unter Kollegen verstärkt werden", weiß die Personalberaterin Heike Cohausz. Brigitte.de hat die Expertin nach weiteren Tipps gefragt, wie man sich in Krisenzeiten im Job verhalten sollte.

Heike Cohausz ist geschäftsführende Gesellschafterin der "Von Rundstedt HR Partners", einer Beratungsgesellschaft für Personalmanagment.

1. Nehmen Sie Herausforderungen an

In schwierigen Zeiten werden Mitarbeiter häufig mit besonderen Herausforderungen konfrontiert: Budgets werden knapper bemessen, Teams werden umstrukturiert, Tätigkeiten werden neu organisiert. Gegebenenfalls muss mehr Arbeit in kürzester Zeit erledigt werden. Wichtig ist, nicht vor den neuen Aufgaben zu resignieren, sondern herauszufinden, welche Chancen für die Zukunft darin liegen. "Sie können die Situation nicht ändern, aber die Zukunft mit gestalten. Bringen Sie sich mit konkreten Lösungsvorschlägen ein und beweisen Sie damit, dass Sie nicht zu den Bedenkenträgern gehören, die bei Schwierigkeiten direkt aufgeben", rät Heike Cohausz.

Wie zeige ich, dass ich mich neuen Herausforderungen stelle?

Schritte: Vorgesetzte freuen Sich immer, wenn Mitarbeiter sich in Sondergruppen und -aufgaben einbringen. Arbeiten Sie in Projektteams mit, die bestimmte Themen aufgreifen.







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2. Machen Sie Verbesserungsvorschläge

Führungskräfte und Mitarbeiter, die auch enge Budgets optimal zu nutzen wissen, stehen hoch im Kurs. Häufig eröffnet sich Optimierungspotential, wenn Sie Abläufe in der eigenen Abteilung, Produkte oder Dienstleistung kritisch beäugen und hinterfragen. "Haben Sie konkrete Verbesserungsvorschläge, dann zögern Sie nicht, diese an geeigneter Stelle zu platzieren. So sehen Ihre Vorgesetzten, dass sie über den Tellerrand Ihrer eigenen Tätigkeit hinausschauen und dass Ihnen der Erfolg des gesamten Unternehmens am Herzen liegt", ist Heike Cohausz überzeugt.

Was könnten konkrete Verbesserungsvorschläge sein und wie trage ich diese am besten vor?

Schritte: Kann die Reiseplanung optimiert werden? Gibt es günstigere Flug- oder Bahntickets? Lohnt es sich, nicht mehr erste, sondern zweite Klasse zu fahren? "Auch Kleinigkeiten können viel ausmachen. Erstellen Sie zum Beispiel für sich und Ihre Kollegen einen Plan darüber, wie Sie bei Geschäftsterminen mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B kommen", empfiehlt Heike Cohausz.

Suchen Sie das persönliche Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten und tragen Sie ihm neue Ideen vor. "Sie sollten nicht nur reden, reden, reden, sondern die wesentlichen Punkte auf einer DIN-A-Vier Seite für Ihren Chef zusammenfassen. So kann dieser schnell weiter mit Ihrer Idee arbeiten. Wichtig ist, dass der andere es möglichst leicht hat, Ihre Idee voranzutreiben und damit umzugehen", weiß Heike Cohausz.



<il href="http://www.brigitte.de/job/karriere/jobtipps-fuer-krisenzeiten/index.html?p=3">Auf der nächsten Seite: Wie Sie in Ihrem Team Vertrauen und Motivation stärken

3. Stärken Sie in Ihrem Team Vertrauen und Motivation

Im Unternehmensalltag zeigt sich oft, dass die Stimmung schlechter ist als die objektiv messbare Situation des Unternehmens. Dies gilt ganz besonders, wenn die gleiche Menge an Aufgaben mit einem verkleinerten Team bewältigt werden muss. Sowohl als Führungskraft als auch als Teammitglied ist es jetzt wichtig, unter den Kollegen Vertrauen und Motivation zu stärken. "Wenn Kollegen um Unterstützung bitten, sollte man dieser Bitte nachkommen, statt in Klagekonzerte mit einzustimmen", unterstreicht Heike Cohausz.

Wie motiviere ich meine Kollegen?

Schritte: Für alle Mitarbeiter ist es wichtig, ein positives Gemeinschaftsgefühl aufzubauen: "In Krisenzeiten sollten alle Mitarbeiter keine gemeinsame Klagemauer bilden, sondern sich gegenseitig das Gefühl geben, dass gemeinschaftlich Ziele erreicht werden können", meint Heike Cohausz. Kleinigkeiten helfen hier schon ungemein: Hören Sie zu, wenn es Ihrem Kollegen nicht gut geht. Überlegen Sie zusammen, wie man seine Situation verbessern kann. Jeder freut sich, wenn er zu Weihnachten einen Nikolaus auf dem Schreibtisch stehen hat oder gefragt wird, ob er nach Feierabend mit auf den Weihnachtsmarkt kommen möchte. "Gemeinsame, positive Erlebnisse um das Arbeitsleben herum sind in so einer Situation immens wichtig. Es muss nicht viel sein, aber es muss etwas gemeinsames sein", sagt Heike Cohausz.

<il href="http://www.brigitte.de/job/karriere/jobtipps-fuer-krisenzeiten/index.html?p=4">Auf der nächsten Seite: Wie Sie Ihren Chef kritisieren, ohne illoyal zu wirken

4. Bleiben Sie loyal

Ein wichtiges Stichwort ist Loyalität. Nur, wenn Sie Ihrem Vorgesetzten gegenüber loyal auftreten, können Sie umgekehrt auf seine Loyalität hoffen. Das heißt nicht, dass Kritik grundsätzlich tabu ist. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Projekte in die falsche Richtung laufen, dann sollten Sie das auch ansprechen. Aber: Kritik sollte nur im direkten Gespräch mit dem Verantwortlichen und niemals vor anderen (oder gar dessen Vorgesetzten) geäußert werden.

Wie trage ich Kritik gegenüber Vorgesetzen vor, ohne illoyal zu wirken?

Schritte: "Es gibt viele Vorgesetzte, die sich freuen, wenn sie auch einmal Kritik bekommen und sich wundern, warum sie viele Dinge nicht auch erfahren und sich ihre Mitarbeiter nicht äußern", weiß Heike Cohausz. Kritik sollte jedoch immer konstruktiv, nicht vorwurfsvoll sein. "Vor einem Gespräch, in dem Kritik geäußert werden soll, sollte man sich gut vorbereiten und sich die wichtigsten Punkte notieren", rät Heike Cohausz. Kritik sollte in offenen Ich-Botschaften und mit Beispielen vorgetragen werden: "In der letzten Zeit gehen Sie anderes mit mir um als früher und ich habe das Gefühl, viel falsch zu machen. Ist diese Wahrnehmung richtig und was kann ich dazu beitragen, damit sich das ändert?" Oder: "Ich sehe, Sie stehen im Moment auch wahnsinnig unter Druck. Ich habe das Gefühl, dass Sie irgendwie böse mit mir sind, weil sich ihr Tonfall gegenüber mir verändert hat. Können wir einmal darüber sprechen?"

<il href="http://www.brigitte.de/job/karriere/jobtipps-fuer-krisenzeiten/index.html?p=5">Auf der nächsten Seite: Wie Sie mit Überforderung umgehen sollten

5. Geben Sie offen zu, wenn Sie überfordert sind

Gerade wenn Teams verkleinert werden, fühlen sich die Mitarbeiter leicht überfordert. Kein Grund, dies für sich zu behalten. Die Empfehlung von Heike Coshausz: "Signalisieren Sie offen, wenn Sie nicht mehr alle Ihn zugeteilten Aufgaben erfüllen können und arbeiten Sie an Lösungsmöglichkeiten."

Und wie mache ich deutlich, dass ich meine Aufgaben nicht mehr angemessen erfüllen kann?

Schritte: Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie Sie unterstützt werden können. Nennen Sie direkt zwei oder drei Möglichkeiten, wie z.B. Umstrukturierungen im Team. Sagen Sie nicht nur "Ich habe ein Problem", sondern fügen sie direkt hinzu "...und ich habe zwei Lösungen dafür."

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6. Machen Sie das Beste aus der Situation

Für sie Stimmung hilft es häufig schon, mit Spaß und Freude am Schreibtisch zu sitzen. Heike Cohausz meint: "Es ist gerade in Krisenzeiten besonders wichtig, die Gesamtsituation aktiv und mit einer positiven Grundhaltung anzugehen. Sie können die Lage nicht verändern. Aber Sie können lernen, besser damit umzugehen", sagt die Expertin. Es hilft nicht, über das Unternehmen herzuziehen, viel wichtiger ist es, sich zu überlegen, wie eine Krise nutzbar gemacht werden kann.

Was kann an einer Krise nutzbar sein?

Schritte: In Krisen wird meist automatisch geprüft, wie Prozesse optimiert werden können. In vielen Unternehmen wird überlegt, welche Stärken die einzelnen Mitarbeiter haben und ob Sie vielleicht für andere Aufgaben eingesetzt werden können. Hinterfragen Sie Ihre Aufgaben und die Aufgaben von Ihren Kollegen im Team - sicherlich gibt es Möglichkeiten, Sie und andere Mitarbeiter künftig effizienter einzusetzen. Sowohl für alle Mitglieder eines Teams als auch für den Einzelnen bietet eine Krise häufig auch Chancen.

<il href="http://www.brigitte.de/job/karriere/jobtipps-fuer-krisenzeiten/index.html?p=6">Auf der nächsten Seite: Wie Sie die Angst vorm Jobverlust kompensieren können

7. Halten Sie Augen und Ohren offen

"Denken Sie darüber nach, wo Ihre Kompetenzen liegen und fragen Sie sich, wo Sie im Fall des Falles außerhalb Ihres Unternehmens hinpassen könnten. Dadurch ergeben sich alternative Perspektiven und die Ängste vor dem Jobverlust können teilweise kompensiert werden", rät Heike Cohausz.

Aber ist das nicht illoyal gegenüber meinem Arbeitgeber?

Schritte: Den eigenen Marktwert zu prüfen und für Eventualitäten vorbereitet zu sein heißt nicht, dass bei Ihnen die Bewerbungswut ausbrechen sollte, nur weil angekündigt wurde, dass 2009 ein schwieriges Jahr sein wird. Es ist jedoch auch nicht illoyal gegenüber der Firma, Jobanzeigen in Zeitung zu lesen, andere Unternehmen zu beobachten, die eigenen Bewerbungsunterlagen aufzufrischen und das Kontaktnetz zu aktiveren. Die Expertin Heike Cohausz meint: "Wenn Sie das alles später nicht brauchen, ist das natürlich umso schöner. In Krisenzeiten ist es jedoch beruhigend zu wissen, dass ich das Beste für mein Unternehmen bringe, aber gleichzeitig auch Ohren und Augen offen halte und mir über meinen Marktwert klar werde, damit ich direkt handlungsfähig bin, wenn es mich doch einmal treffen sollte."

"Von Rundstedt HR Partners" ist die führende deutsche Beratungsgesellschaft für integriertes Personalmanagment. Mehr Infos unter: www.rundstedt.de

Text: Sybille Warnking Foto: iStockphoto.com
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